Afro-Legende

Orchestra Baobab

Ein Märchen – Die schönste Popmusik der Welt? Vielleicht ja: Orchestra Baobab.

Die schönste Popmusik der Welt? Darüber streiten die Gelehrten. In die engere Auswahl sollte auf jeden Fall das Orchestra Baobab aus der senegalesischen Hauptstadt Dakar kommen. Und zwar mit jenen sagenhaften Aufnahmen, die 1982 entstanden, aber erst 1989 unter dem Titel „Pirates‘ Choice“ außerhalb Afrikas veröffentlicht wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die um 1970 von abtrünnigen Mitgliedern der nicht minder legendären Star-Band gegründete Combo nach einer bewegten Karriere bereits das Handtuch geworfen.

Ihr noch wenige Jahre zuvor Maßstäbe setzender Sound galt Mitte der 80er als überholt, die senegalesischen Kids hörten lieber den stressigen Großstadt-Pop Mbalax als die mal wehmütig schunkelnden, mal lebensbejahend federnden, aber niemals einen Hauch von Angestrengtheit oder Hektik verbreitenden Songs der Baobabs, in denen sich west- und zentralafrikanische sowie kubanische Einflüsse zur seligmachenden transatlantischen Melange vereinten. Zum Glück erhörten der gitarrespielende Rechtsanwalt Barthélémy Attisso und der aus einer Griot-Familie stammende Saxofonist Issa Cissoko den vielfachen Ruf nach einer Zugabe und trommelten ihre alten (und ein paar neue) Kollegen wieder zusammen: Seit 2001 wird dieses afrikanischen Pop-Märchen fortgesetzt.

Mehr über Cookies erfahren