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Polnisches Institut – Fragen an Małgorzata Bochwic-Ivanovska

Das sind die Fragen, die für das Interview mit Małgorzata Bochwic-Ivanovska, der Vizedirektorin des Polnischen Instituts Berlin, vorbereitet und gestellt wurden. Das Gespräch fand im Polnischen Institut am Montag, 6. Februar statt. Ein Abdruck des Interviews wurde von Frau Bochwic-Ivanovska am Dienstag, 7. Februar kategorisch abgelehnt, ohne dass ihr das Gespräch zur Autorisierung überhaupt vorgelegt werden konnte. Als Grund wurde tip-Redakteur Jacek Slaski fehlende Kompetenz vorgeworfen.

Den Artikel dazu lesen Sie in tip 05/2017 (ab 23.2. am Kiosk)

Fragen:

  • Gefällt Ihnen Berlin?
  • Sind Sie mit den hier in Berlin aktiven Künstlern und Kulturschaffenden vertraut?
  • Ich frage, weil es für Sie doch eine Überraschung sein musste, dass Sie als Vizedirektorin recht plötzlich zur amtierenden Direktorin des Polnischen Instituts in Berlin einbestellt wurden.
  • Der Vertrag Ihrer Vorgängerin Katarzyna Wielga-Skolimowska wurde kurzfristig aufgekündigt, eigentlich würde sie ja noch einige Monate das Institut leiten.
  • Wissen Sie etwas über die Gründe der Abberufung von Frau Wielga-Skolimowska
  • Es scheint, als wäre dieser Wechsel Teil einer größer angelegten Säuberungsaktion des Polnischen Außenministeriums, dem ja die Polnischen Kulturinstitute unterstehen.
  • Immerhin wurden 13 von 24 Direktoren ihrer Ämter enthoben, teilweise unter recht dubiosen Gründen.
  • Und was genau waren die Qualifikationen in ihrem Fall, wie haben Sie diesen prestigeträchtigen Posten bekommen?
  • Sie sind zwar eine Übersetzerin und sprechen gut Deutsch, verfügen jedoch über keine Erfahrungen im Kultursektor bzw. im Kulturmanagement.
  • Das Polnische Außenministerium wollte in ihrem Fall seine Personalpolitik nicht kommentieren.
  • Sie haben unter anderem ein Buch von Jürgen Elsässer übersetzt, der in Deutschland minder gesagt umstritten ist. Distanzieren Sie sich von dieser Person?
  • Kritiker sagen ihnen nach, sie hätten den Job nur aufgrund ihrer Nähe zur PiS-Partei bekommen. Wie reagieren sie auf solche Kritik?
  • Seit dem Regierungswechsel hat die Partei um Jaroslaw Kaczynski tausendene von Leuten entlassen und sie durch wenig qualifiziertes dafür aber linientreues Personal ersetzt. Das nennt sich in Polen „dobra zmiana“ – die „gute Veränderung“. Glauben Sie nicht, dass diese „gute Veränderung“ gerade auch in der polnischen Kulturpolitik stattfindet und die Institute als internationales Aushängeschild des polnischen Kulturlebens dabei eine gewichtige Rolle spielen?
  • Für welche Kultur stehen sie hier in Berlin, als Direktorin des Kulturinstituts in dem wohl für Polen wichtigsten Nachbarland?
  • Wie beurteilen Sie die polnischen Beiträge im diesjährigen Programm der Berlinale?
  • Bekommen Sie Ihre Anweisungen als Direktive direkt aus Warschau oder entwickeln Sie eigene Konzepte und Projekte?
  • Welche Projekte, Ausstellungen etc. haben Sie persönlich geplant für die nächste Zeit?
  • Meinen Sie nicht, dass die aktuelle Kulturpolitik Polens sehr rückwärtsgewandt, um nicht zu sagen antimodern ist?
  • Der oscarprämierte Film „Ida“ wird von der Regierung öffentlich kritisiert, dabei gilt er weltweit als der beste polnische Film der letzten Jahrzehnte, auf der anderen Seite präsentiert der polnische Botschafter den verschwörungstheoretischen Propagandafilm „Smolensk“, sie werden die anschließende Diskussion leiten. Wie positionieren Sie sich dazu?
  • Glauben Sie an ein Attentat?

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