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Kommentar

„Work in Progress“ von Stefanie Dörre

Mitte Januar gab es zwei spektakuläre Neustarts. Der eine ist die Eröffnung des Museums Barberini von Hasso Plattner in Potsdam

Stefanie Dörre

Nach alten Plänen wurde das Barockpalais neu gebaut, aktuell ist dort eine überzeugende Ausstellung zum Impressionismus zu sehen (siehe Artikel S. 67). Ein hochpoliertes Gebäude. Beeindruckende Werke. Perfektion. Ein Privater macht den staatlichen Museen vielleicht nicht Konkurrenz, aber er spielt in ihrer Liga. Zumindest in der Liga der Old School. In der der New School geht man etwas anders ran: mehr Kommunikation, mehr Diskussion, flache Hierarchien. Fast zur gleichen Zeit wie Hasso Plattner das Barberini stellte Krist Gruijthuijsen die KW vor. Der Niederländer ist seit Sommer neuer Direktor, das Haus wurde nach seinen Plänen umgebaut: der Eingang verlegt, die Tonnengewölbe aus Backstein freigelegt, Risse grob verspachtelt. Es ist viel fertig, aber der Umbau soll ein Work in Progress sein, das mit jeder Ausstellung ein Stück weiter gebracht wird. Gruijthuijsen eröffnet mit minimalistischen, konzeptuellen Arbeiten von Ian Wilson, der die Kunst entmaterialisiert und in Form von Gesprächen neu gedacht hat (es bleiben Einladungen und Zertifikate). Außerdem gibt es in der großen Halle der KW eine hinreißend inszenierte Soundinstallation von Hanne Lippard. Gruijt­huijsen führt das Haus in Zusammenarbeit mit vielen Stimmen – von Künstlern und Kuratoren. Museum neu denken, das ist aktuell die wichtige Herausforderung. Gruij­t­huijsen hat sie angenommen.

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