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„Yoga und Kunst oder Asanas statt Anarchie“ von Iris Braun

"Yoga und ?Kunst oder ?Asanas statt Anarchie" von Iris Braun

Jetzt also auch Yoga in St. Elisabeth. Nachdem bereits im Haus am Waldsee und auf dem Betonboden von St. Agnes/König Galerie die Naturkautschuk-Matten ausgerollt werden, gibt es jetzt  auch dort passend zur Asphalt-Ausstellung „Wärme und Feuer“-Kurse. Kunst und Yoga scheint eine Berliner Szene-Kombination zu sein, die gerade etwas überhand nimmt.
Dabei ist Yoga für sich etwas Tolles – und hier spricht eine ehemalige Schwerstskeptikerin. Es ist eine gute Form, über körperliche Übung zu sich und der Welt zu finden. Dass diese Übung, die oft auch mit einem asketischen Lifestyle einhergeht, vermehrt im Umfeld einer Zielgruppe andockt, die immer dem Exzess, der Radikalität und dem Sich-Verschwenden verpflichtet war, ist allerdings interessant. Vom Zynismus eines Kippenberger, von der Unerbittlichkeit mit der Schlingensief gesellschaftliche Themen vor sich hertrieb, geht es jetzt hin zu Clean Eating und Meditation. Schöne, junge Menschen, die in der Kunst-Kulisse sich selbst suchen und finden. Harmonie statt Provokation, Asanas statt Anarchie. Oder anders gesagt: Kippenberger würde sich im Grab umdrehen. Er starb allerdings auch schon mit 44 an Leberkrebs. Vielleicht ganz gut, dass den meisten Yoginis neben Exzessen auch Sarkasmus fremd ist.

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