Tragikomödie

„Alte Jungs“ im Kino

Der Besuch einer Prostituierten im Seniorenheim wird zum Auslöser für den Exodus mehrerer alter, aber noch leidlich rüstiger Menschen. Statt sich von Pflegern und der zickigen Heimleiterin bevormunden zu lassen, wollen sie selbstbestimmt in einer Wohngemeinschaft leben

Ein passendes Haus ist schnell gefunden, doch vor dem Einzug sind allerlei bürokratische Hürden zu überwinden, und auch die Finanzierung erweist sich als schwierig. Überdies haben die Rentner auch noch mit familiären Problemen zu kämpfen.

Mit verhaltenem Humor wird die Tragik des Alterns am Beispiel einiger liebevoll und sensibel charakterisierter Persönlichkeiten dargestellt. Der mürrische Country & Western-Fan Nuckes (65) trägt Cowboystiefel und tritt fesch auf, doch sein Herz macht ihm zu schaffen. Sein bester Freund Fons (70) ist ein Schandmaul und wird von der Heimleiterin kurzerhand rausgeschmissen, und Jängis (84) bisheriges Zuhause in einer Kleingartensiedlung ist von Abriss bedroht. Der nikotinsüchtige Ex-Zahnarzt Lull (82) und die patente Nelly (66) machen die Kern-WG komplett.

Mit gemächlichem Erzählrhythmus, rührend, aber ohne Sentimentalität und weitgehend klischeefrei wird gezeigt, wie man auch gegen Ende des Lebens noch Abenteuer wagen kann und sich vor Vereinsamung schützt – für viele Menschen das größte Problem im Alter.

Rusty Boys (OT) LUX 2016, 107 Min., R: Andy Bausch; D: André Jung, Marco Lorenzini, Pol Greisch; Start: 4.1.

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