Landpartie

Alte Überfahrt in Werder

Der junge Sternekoch Patrick Schwatke hat nach Werder übergesetzt. Zu Tisch und am Strand in der Alten Überfahrt

Alte Überfahrt

Foto: PULVER BLEI Werder Havel

Es ist eine Geschichte vom Heimkommen. Da ist zum einen das Prinz Heinrich auf der Werderschen Insel, das Elternhaus von Bertine Spieß, der Lebensgefährtin von Patrick Schwatke. Ein kleines Hotel in bester Promenadenlage, vorne am Steg hält der Dampfer und hielt einmal die Fähre, weswegen das im Mai eröffnete Restaurant eben Alte Überfahrt heißt. Zuvor war der 30-Jährige Küchenchef im Beelitzer Kochzimmer – und hat dort einen Stern erkocht. Das erste eigene Haus liegt nun in der Familie. Und ist doch ein Neubeginn. Ambitionierte Gourmetküche am Wegesrand der Radtouristen. Nicht jedem, der sich auf der charmanten Uferterrasse niederlässt, wird der Sinn nach einer angeflammten Jacobsmuschel stehen.
Der andere Heimkehrer ist Thomas Hübner. Ausbildung bei Kolja Kleeberg im Vau, dann ins Margaux und ins Facil. Danach zwölf Jahre Italien. Nun also Werder. Hübner als Küchenchef, Schwatke als Gastgeber. Beide bringen ihre Aromen mit. Der eine das Italienische, Mediterrane, der andere das asiatische Spiel aus Säure, Schärfe, Süsse, das man aus dem Kochzimmer kennt. Dass auch Brandenburg ein Thema der Alten Überfahrt ist, merkt man auf dem Teller, an der großartigen Bouillabaisse etwa. Neben dem Meer ist sie voll von regionalem Grün und Kräutern, Fette Henne, Wilder Spargel, Aniskarotten. Wunderbar auch der marinierte Kohlrabi zum gedünsteten Kabeljau (drei Gänge 40,50 Euro, vier Gänge 53,50 Euro). Wenn Schwatke und Hübner diese regionale wie aromatische Identität noch grundsätzlicher herausarbeiten, kann aus der Alten Überfahrt ein neuer Überflieger werden. Eine echte Empfehlung ist das so unprätentiös wie engagiert geführte Haus schon jetzt. 
Alte Überfahrt
Fischerstraße 48b, 14542 Werder, 03327 / 73 13 336, Mi­–Fr 12–15 & 18–22 Uhr, Sa & So 12-22 Uhr,
www.alte-ueberfahrt.de
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