Musik & Party in Berlin

And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Die Band mit dem langen Namen arbeitet gern mit Spielregeln, etwa Songs nur in F-Dur zu schreiben.

And You Will Know Us By The Trail Of Dead
Foto: Promo

Wenn Jason Reece beschreibt, wie er mit Trail of Dead Songs schreibt, klingt er nach Musikwissenschaftler. Er beschreibt, wie sich aus bestimmten Harmonie-Folgen ein „Wall of Sound“ bauen lässt, erzählt von spezifischen Wirkungsweisen von Tonarten. Die Lust am kompositorischen Experiment prägte viele Platten der Texaner; auch das neueste, „Tao of the Dead“. Eine Hälfte erklingt ausschließlich in D-Dur, die andere in F. „Eine seltene Tonart, die keiner verwendet“, sagt Reece. „Die Idee kam mir beim Herumprobieren. Dafür habe ich die Gitarre in verschiedene Stimmungen gedreht. Dann gab es ein Riff, schließlich einen Song – der ziemlich gut klang, das war in F-Dur.“ Das Album funktioniert nun zur Hälfte als zusammenhängende Song­suite in F.

Fast klingt die organisch strömende Passage nach freier Jamsession, doch dahinter steckt mehr Ordnung als geahnt. „Letzten Endes funktioniert es wie eine Gruppe Songs, aber ohne Stopp. Dafür gibt es unterwegs Bewegung: Mal kannst du ausruhen, dann kriegst du die Faust ins Gesicht!“ Songwriter Conrad Keely ließ sich zudem von den Lebensanleitungen des Tao inspirieren. „Spiral Jetty“ etwa, benannt nach dem gleichnamigen Freilicht-Kunstwerk in Utah, dreht sich um den menschlichen Beitrag zur Erde. „Offenbar hat der Mensch den Drang, seine Spuren zu hinterlassen“, so Reece. „Sofern das in Form von Kunst geschieht, ist das auch okay. Etwas anderes sind Hinterlassenschaften wie Kraftwerke, deren Spuren noch lange, lange bleiben werden.“