Biopic

„Astrid“ im Kino

Jung und unabhängig: Wie Astrid Lindgren wurde, was sie dann war

DCM

Nein, hier läuft der jungen Astrid Lindgren kein kleiner blonder Lausebengel über den Weg oder ein wildes Mädchen mit Sommer­sprossen – für solche Banalitäten gibt sich das Biopic nicht her. Obwohl: Mit ihren Zöpfen ist sie Pippi Langstrumpf nicht unähnlich, die 16-jährige Astrid.

In der protestantischen schwedischen Provinz von 1923 fällt der Teenager mit seiner Fantasie und dem Freiheitsdrang auf. Bei der Zeitung in Vimmerby ­erkennt ihr Boss Reinhold Blomberg ihre ­Talente. Astrid fängt mit dem älteren und zudem verheirateten Mann ein Verhältnis an – und wird mit 18 schwanger. Sie beschließt, ihr Kind allein aufzuziehen. In Stockholm beginnt sie eine Ausbildung und bringt das Kind in Dänemark zur Welt, wo sie es einer Pflegemutter übergibt.

„Astrid“ ist ein in sich stimmiges und viel ­Energie versprühendes Biopic über eine der größten Kinderbuchautorinnen aller Zeiten. Regisseurin Pernille Fischer Christensen und ihr Ko-Autor Kim Fupz Aakeson („Ein Mann von Welt“) erzählen in gediegenen Bildern und mit der alles überstrahlenden Hauptdarstellerin Alba ­August von einer jungen Frau, die viel durchmachen muss, um jene Lebenserfahrung zu sammeln, die sie später in ihren Welterfolgen von Michel über Ronja Räubertochter bis zu Pippi zum Ausdruck bringen konnte. „Wie sie wurde, was sie dann war“ könnte unter diesem schönen Film stehen: eine Kämpferin, die stets für Gleichberechtigung eingetreten ist – und die eine Schöpferin vieler starker weib­licher Figuren war.

Astrid S/D/DK 2018, 121 Min., R: Pernille Fischer Christensen, D: Alba August, Trine Dyrholm, Maria Bonnevie, Björn Gustafsson, Start: 6.12.

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