Dokumentarfilm + 100. Geburtstag

„Auf der Suche nach ­Ingmar Bergman“ im Kino

Hommage an das ewige Idol: „Auf der Suche nach ­Ingmar Bergman“

Foto: Börres Weiffenbach

Vor 21 Jahren erhielt Ingmar Bergman in Cannes die bisher einzigartige „Palme der Palmen“ als bester Regisseur aller Zeiten. Um seine Filmkunst, die ja manche heute als beschaulich einschläfernd erleben, geht es Margarethe von Trotta („Hannah Arendt“) aber weniger. Sie ergründet in Paris, Stockholm, München und auf Farö, was Bergman angetrieben hat.

Hierfür beschwört sie zum einen gottesdienstähnlich Drehorte, Stimmungen und Musiken ihres Idols herauf und setzt sich selbst dazu nachdenklich ins Bild: „Düsterer Himmel, Felsen, und da lag Max von Sydow.“ Zum anderen findet sie in alten Interviews sowie in der verzweigten Familie des Meisters – neun Kinder von sechs Frauen – und unter Wegbegleitern sehr persönliche Einschätzungen. Kaum war ein Kind geboren, verließ Bergman dessen Mutter, berichtet Sohn Daniel. „Er war phobisch und zergrübelt“, meint Schauspielerin Rita Russek.

Auch wenn die Tochter Linn Ullmann, die mit „Die Unruhigen“ gerade einen Roman über ihren Vater veröffentlicht hat, leider fehlt, gelingt von Trotta eine vielstimmige Befindlichkeitsstudie des europäischen Autorenkinos – dessen Kenntnis sie voraussetzt.

Auf der Suche nach Ingmar Bergman D 2018, 98 Min., R: Margarethe von Trotta, Start: 12.7.

 

Außerdem eine Ingmar-Bergman-Filmreihe zum 100. Geburtstag im Babylon Mitte:
Ingmar Bergman 100 Do 12.7.–So 12.8., Babylon Mitte; zu Gast: Liv Ullmann, Mo 16.7., 19 Uhr (im Gespräch mit Margarete von Trotta) und Di 17.7., 19.30 Uhr Neuauflage der Autobiografie des Regisseurs: Ingmar Bergman: „Laterna Magica. Mein Leben“. Alexander Verlag, 384 S., 19,90 €

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