Drama

„Aus dem Nichts“ von Fatih Akin im Kino

Frontale Emotionen: Fatih Akin berührt mit seinem Terrordrama „Aus dem Nichts“

Warner

Die größte Stärke von Fatih Akin, eigentlich schon seit seinem Langfilmdebüt „Kurz und schmerzlos“ (1998), aber mit „Gegen die Wand“ (2004) erstmals zur Meisterschaft geführt: Er versteht es wie kaum ein anderer in der hiesigen Kinolandschaft, ganz direkt und ohne Umschweife zu erzählen und dabei emotional eine extrem starke Verbindung zwischen seinen ­Figuren und dem Zuschauer aufzubauen. So auch hier.
Nach einem Knastaufenthalt hat sich der ­Migrant Nuri (Numan Acar) mit seiner Frau Katja (Diane Kruger) und dem kleinen Sohn Rocco (Rafael Santana) eine solide Existenz in Hamburg aufgebaut. Doch „Aus dem Nichts“ werden Nuri und Rocco Opfer bei ­einem heimtückischen Bombenanschlag. Das Motiv: Ausländerhass. Die Tat wurde von ­einem Neonazi-Pärchen begangen, und Katja hofft vor Gericht auf Gerechtigkeit. Doch die Verhandlung läuft nicht so glatt wie erwartet, auch weil bei Katja Drogenkonsum nachgewiesen werden kann. Besonders Haberbeck (Johannes Krisch), der Verteidiger der Gegenseite, läuft zu großer Form auf. Schließlich fühlt sich Katja genötigt, selbst zu handeln.
Eines ist Fakt: Fatih Akin hat Diane Kruger die Rolle ihres Lebens auf den Leib geschrieben, sie erhielt in Cannes hochverdient den Darstellerinnenpreis. Und er versteht es erneut, gekonnt auf der emotionalen Klaviatur zu spielen, ganz vordergründig und direkt. Glänzend auch Johannes Krisch („Revanche“) als ­Anwalt, der zum Hassobjekt stilisiert wird, ­obwohl er nur seinen Job macht. Auch wenn dem einen oder anderen das alles zu direkt und auf die Wirkung hin inszeniert ist – kalt lässt der Film niemanden.

Aus dem Nichts D 2017, 105 Min., R: Fatih Akin, D: Diane Kruger, Dennis Moschitto, Johannes Krisch, Samia Chancrin, Start: 23.11.

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