• Ausflüge
  • 12 ungewöhnliche Spaziergänge in Berlin: Die Stadt neu entdecken

Draußen unterwegs

12 ungewöhnliche Spaziergänge in Berlin: Die Stadt neu entdecken

Man kann in Berlin jeden Tag aufs Neue von anderen Seiten kennenlernen. Besonders gut geht das, wenn man sich ungewöhnliche Spaziergänge vornimmt. Denn die Stadt ist vieles, ein Ort voller Geschichte und Geschichten – und sie gibt sie preis, wenn man etwas genauer hinschaut und ausgetretene Wege verlässt.

Warum also nicht mal auf den Spuren berühmter Schriftsteller wandeln, oder den Murals in Kreuzberg folgen? Wie wäre es mit einer Tour auf dem Berliner Mauerweg, oder schlicht einem Stadtausflug, den der Zufall bestimmt? Wir wünschen euch viel Spaß beim Streifzug durch die Stadt – und schlagen euch gleich diese 12 ungewöhnlichen Spaziergänge vor.


Graffitis und Murals sehen – The urban walk

Ein Mural in der Nähe der Oberbaumbrücke in Kreuzberg. Foto: Imago/Travel-Stock-Image
Ein Mural in der Nähe der Oberbaumbrücke in Kreuzberg. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Murals, Wandgemälde und Street Art haben in Berlin eine lange Tradition. An vielen Fassaden, Brücken und Brandmauern haben sich Künstler und Aktivisten großflächig verewigt. Mal sind die Bilder legal entstanden, teilweise im Auftrag der Hauseigentümer oder im Rahmen von Kunstprojekten. Oft aber auch illegal, in Nacht-und-Nebel-Aktionen. Nicht alle Werke sind im aktuellem Stadtbild noch zu sehen, wer aber mit offenen Augen durch die Straßen läuft, kann manche Entdeckung machen. 

Wir haben 12 besondere Murals ausgesucht, die jeder für sich eine interessante Geschichte haben. Die meisten davon existieren noch, andere sind verschwunden. Murals sind flüchtig. Und doch erzählen sie von den Entwicklungen und Veränderungen in dieser Stadt.

  • Guter Startpunkt: In Kreuzberg die U-Bahnhöfe Kottbusser Tor und Schlesisches Tor oder in Schöneberg vom Urban Nation Museum, Bülowstraße 7, starten

Stadtgeschichte spüren: Unterwegs auf dem Mauerweg

Gedenkstätte Berliner Mauer an der Grenze von Wedding und Mitte, auch hier kann eine Wanderung auf dem Mauerweg beginnen. Foto: Imago/Steinach
Gedenkstätte Berliner Mauer an der Grenze von Wedding und Mitte, auch hier kann eine Wanderung auf dem Mauerweg beginnen. Foto: Imago/Steinach

Der Berliner Mauerweg ist eine Besonderheit. Entlang der alten Grenzen von West-Berlin, dort wo 28 Jahre lang das streng bewachte Betonungetüm die Stadt teilte, verläuft heute ein gut 160 Kilometer langer Wanderweg. Er führt mal mitten durchs Zentrum, mal durch Einöden und Industriegebieten und nicht selten durch schönste Natur.

Entlang der Strecke finden sich zahlreiche Denkmäler und Informationstafeln, die über die Geschichte der Berliner Mauer und die Zeit der Teilung informieren. Wer mehr Inspirationen benötigt, findet sie auch in unserem Buch „Grenzgänge – 25 Wanderungen auf dem Berliner Mauerweg“.

  • Guter Startpunkt: Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Str. 111, Mitte

Eines der letzten Berliner Biotope entdecken

Ungewöhnliche Spaziergänge in Berlin: Das Teufelsmoor in den Müggelbergen in Köpenick. Foto: Imago/Schöning
Das Teufelsmoor in den Müggelbergen in Köpenick. Foto: Imago/Schöning

Biotope sind Gebiet, die speziellen Tier- und Pflanzenarten den Lebensraum geben und sich von ihrer Umgebung dadurch unterscheiden. Die Müggelberge sind mit 114,7 Metern nicht nur die höchste natürliche Erhebung Berlins, sonder auch ein Biotop zu dem das Teufelsmoor und der nährstoffreiche Teufelsmoorsee gehören.

Man findet hier die Torfmoos-Seggen-Wollgrasriede und es kommen auch Sonnentau und Rosmarinheide vor. Das Moor kann mit einem Steg überquert werden und wer Glück hat, sieht auch eine der hier lebenden Amphibien, etwa Ringelnatter, Wald- und Zauneidechse oder die Blindschleiche.

  • Guter Startpunkt: Zwischen Müggelsee und Langem See am Nordhang der Müggelberge in Köpenick

Pop und West-Berlin: Der David-Bowie-Spaziergang

David Bowie bei einem Konzert in West-Berlin, 1981. Foto: Imago/United Archives
David Bowie bei einem Konzert in West-Berlin, 1981. Foto: Imago/United Archives

Kein anderer internationaler Star hat Berlin so nachhaltig geprägt wie David Bowie. Als der britische Musiker 1976 in West-Berlin ankam, musste er sich in der besonderen Umgebung der Mauerstadt zurechtfinden. Die Subkulturen keimten gerade erst auf, es gab zwar Drogen, aber wenig Glanz. Doch abseits von Pop-Rummel und Blitzlichtern fand Bowie in dieser Zeit zu sich.

Er zog 1976 in eine Altbauwohnung in Schöneberg, trieb sich in Diskotheken, Bars und Cafés herum, schloss Freundschaften mit Berlinern und blieb bis 1978. In dieser Zeit entstanden drei Alben: „Heroes“, „Low“ und „Lodger“, die als „Berlin Trilogie“ in die Musikgeschichte eingingen. Alles zu Bowies Zeit in Berlin findet man hier.

  • Guter Startpunkt: Am besten man beginnt in der Schöneberger Hauptstraße 155, dem einstigen Wohnhaus von Bowie

Allles Zufall! Sich mal durch die Stadt würfeln

Der Würfel entscheidet über den Weg. Foto: Jacek Slaski
Der Würfel entscheidet über den Weg. Foto: Jacek Slaski

Ein gewürfelter Spaziergang in Berlin: In der eigenen Stadt losgehen und nicht wissen wohin. Wann passiert das schon mal? Man muss den Spaziergang einfach mal dem Zufall überlassen. Dazu braucht man etwas Zeit und einen handelsüblichen Würfel.

Die Regeln sind simpel. Man würfelt. Bei einer Eins oder Zwei geht es nach links, bei einer Drei oder Vier geradeaus und bei einer Fünf oder Sechs nach rechts. Kann man nur in zwei Richtungen gehen, so wie wir gerade, vereinfachen sich die Regeln. Eins bis Drei links und Vier bis Sechs rechts. Die Stadt wird zum Spielbrett, wir zu den Spielfiguren. Wie so ein Würfelspaziergang verlaufen könnte, kann man hier nachlesen.

  • Guter Startpunkt: An jedem beliebigen Ort in der Stadt

Auf den Spuren berühmter Schriftsteller wandeln

Ungewöhnliche Spaziergänge in Berlin: Wohnhaus von Günter Grass in der Niedstraße 13 in Friedenau. Foto: Imago/Schöning
Wohnhaus von Günter Grass in der Niedstraße 13 in Friedenau. Foto: Imago/Schöning

Berlin ist eine Stadt der Literatur, die Berliner Schriftsteller prägten schon immer die Stadt. Seit den Tagen Friedrich Nicolais im 18. Jahrhundert über Theodor Fontane und die Literaten der Goldenen Zwanziger bis in die Gegenwart leben und schreiben viele Berühmtheiten an der Spree. Wir haben 12 literarische Orte ausgesucht, Wohnhäuser berühmter Dichter und Denker, die die Geschichte der Stadt geprägt haben und uns wichtige Romane, nicht selten über Berlin selbst, hinterlassen haben.

Das sind 12 Adressen, die als Inspiration für literarische Spaziergänge dienen sollen. Ausflüge zu den Orten wo Erich Kästner lebte und Figuren wie Emil und Pünktchen erfand, Günter Grass Hammelkeule servierte, Bertolt Brecht und Helene Weigel vor dem Exil an der „Dreigroschenoper“ arbeiteten und Wolfgang Herrndorf die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.

  • Guter Startpunkt: Niedstraße 13 in Friedenau, das Haus in dem der Nobelpreisträger Günter Grass gut 30 Jahre lebte.

Die DDR in Berlin von heute finden

Ehemaliges Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Ehemaliges Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Ob Stasimuseum, Reste der Mauer oder die Trabi-Safari und Restaurants mit Spezialitäten aus der DDR. Man kann den den Arbeiter- und Bauernstaat noch im heutigen Berlin finden. Auch wenn er eigentlich seit dem 3. Oktober 1990, dem Tag der deutschen Einheit, nicht mehr existiert. Doch auch Jahrzehnte später lassen sich noch Spuren der DDR im wiedervereinigten Berlin finden. Wir haben 12 Tipps für euch, wo man dem Osten mitten in der Stadt nachspüren kann.

  • Guter Startpunkt: Stasimuseum in der Normannenstraße 20, Lichtenberg

Wandeln im Reich der Toten – Friedhofswanderungen

Jüdischer Friedhof an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg. Foto: Imago/Seeliger
Jüdischer Friedhof an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg. Foto: Imago/Seeliger

Ein Spaziergang zu einem der 12 schönsten Friedhöfe in Berlin lohnt sich immer. Die Anlagen sind Orte der Erinnerung, aber auch Oasen der Ruhe. Hier kann man die Natur erleben, sich auf Spurensuche begeben, prominente Gräber entdecken und vor allem: in der Stille zu sich kommen. 

Zum Beispiel der Jüdische Friedhof Schönhauser Allee. Hier sind bedeutende Persönlichkeiten des jüdischen Lebens des 19. Jahrhunderts bestattet. So etwa der Komponist Giacomo Meyerbeer und der Unternehmer und Mäzen James Simon.

  • Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee 23–25, Prenzlauer Berg

Mit einer S-Bahn bis zur Endstation fahren, aussteigen und los!

Ungewöhnliche Spaziergänge in Berlin: Die S-Bahn am Ende der Osdorfer Straße in Teltow. Foto: Imago/F. Anthea Schaap
Die S-Bahn am Ende der Osdorfer Straße in Teltow. Foto: Imago/F. Anthea Schaap

Auf ins Ungewisse! Die Fahrt kostet nur ein paar Euro und vielleicht kommt man in eine Gegend, wo man selbst als Urberliner noch nie wahr. Für das Abenteuer reicht ein Fahrplan der BVG. Man nimmt sich eine beliebige S-Bahn-Linie vor (U-Bahn geht natürlich auch, aber mit der S-Bahn kommt man weiter raus) und fährt bis zur Endstation. Am Zielort aussteigen und dann einfach herumlaufen, wer weiß, was man finden kann!

Ein Blick aufs Streckennetz reicht, dann spontan das Ziel aussuchen und los. Eine Stunde später ist man vielleicht schon in Bernau oder Oranienburg im Norden, und Strausberg oder Ahrensfelde im Osten, in Blankenfelde oder Teltow Stadt im Süden und im Westen warten etwa Rathaus Spandau und Wannsee auf erkundungsfreudige Spaziergänger.

  • Guter Startpunkt: Hier geht es zum Streckennetz der Berliner S- und U-Bahn

Die Stadt ist ein Museum, berühmte Kunstwerke im öffentlichen Raum suchen

Ungewöhnliche Spaziergänge in Berlin: Drei Mädchen und ein Knabe von Wilfried Fitzenreiter an der Uferpromenade der Spree. Foto: Imago/Reiner Zensen
Drei Mädchen und ein Knabe von Wilfried Fitzenreiter an der Uferpromenade der Spree. Foto: Imago/Reiner Zensen

Moderne Skulpturen stehen in Berlin an vielen prominenten Orten. Meist ergänzen die Werke internationaler Kunststars wie Eduardo Chillida, Richard Serra oder Keith Haring berühmte Gebäude. So wäre das Haus der Kulturen der Welt ohne Henry Moores Plastik heute kaum denkbar. Wer Lust auf etwas Kunst in der Stadt hat, sollte mal einen Spaziergang zu einem dieser Kunstwerke planen. Hier sind 12 moderne Skulpturen in Berlin, die man kennen sollte.

  • Guter Startpunkt: In Mitte rund um das Regierungsviertel, am Potsdamer Platz und dann über den Tiergarten zum Hansaviertel oder in Charlottenburg vom Kurfürstendamm

Plattenbauten und Großsiedlungen erforschen

Bunt bemalte Plattenbauten in Hellersdorf. Foto: Imago/Schöning
Bunt bemalte Plattenbauten in Hellersdorf. Foto: Imago/Schöning

Wer nicht in einem Plattenbaugebiet wohnt, verirrt sich selten dorthin, und selbst wer in Hellersdorf oder Marzahn lebt, ist eher selten in der Gropiusstadt oder im Märkischen Viertel. Und umgekehrt. Dabei sind die großen Wohnsiedlungen ein recht großer Teil dieser Stadt, Grund genug, sich mal auszukundschaften! Hier sind 12 Tipps, die zu den berühmten und berüchtigten Großwohnsiedlungen in Berlin führen.

  • Guter Startpunkt: Märkisches Viertel im Norden oder Hellersdorf-Marzahn im Osten der Stadt

Immer am Ufer entlang: Spree, Landwehrkanal & Co.

Ungewöhnliche Spaziergänge in Berlin: Abendsonne auf dem Dreiländer-Dreieck zwischen Treptow, Neukölln und Kreuzberg auf dem Landwehrkanal. Foto: Imago/F. Anthea Schaap
Abendsonne auf dem Dreiländer-Dreieck zwischen Treptow, Neukölln und Kreuzberg auf dem Landwehrkanal. Foto: Imago/F. Anthea Schaap

Ob entlang der Panke wandern, das Wuhletal durchqueren, sich den Landwehrkanal vornehmen und am Wasser von Kreuzberg bis Tiergarten und Charlottenburg die Stadt entdecken oder entlang der Spree spazieren. Berlin ist eine am Wasser gebaute Stadt und die Ufer bieten alles, von berühmten Sehenswürdigkeiten über urbane Hippness bis zur idyllischen Stadtnatur.

  • Guter Startpunkt: An den Ufern der Flüsse und Kanäle in Berlin

Berlin draußen erleben

Pankow verdankt seinen Namen der Panke, eines eher kleinen Flüsschens, das trotzdem eine riesige Strahlkraft hat. Warum das so ist und wo ihr in Berlin überall auf die Panke treffen könnt, verraten wir euch hier. Berlin ist ziemlich nah am Wasser gebaut: Die Spree prägt die Stadt, es gibt viele tolle Badeseen. 

Von Havel bis Urbanhafen: An diesen 12 Ufern fühlen wir uns besonders wohl! Klar, dass es bei so viel Wasser auch einige Inseln in Berlin gibt. Manche sind Eilande, andere kann man besuchen. Und auf der schönsten Insel Berlins steht sogar ein imposantes Schloss. Lieber ins Umland? Schöne Touren und Wanderungen durch Brandenburg schlagen wir euch hier vor.