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Aktivitäten “zwischen den Jahren”: Kunst, Wellness, Spaziergänge

Die Zeit zwischen den Jahren nutzen viele Menschen, um zur Ruhe zu kommen, auf der Couch zu sitzen, zu lesen, Weihnachtsfilme zu gucken, das Jahr Revue passieren zu lassen. Manchmal ist aber Ruhe nicht das, was man braucht. Oder es fand sich im Trubel des Dezember einfach keine Zeit, um die Freizeit zu genießen und etwas draußen zu machen, das nichts mit Arbeit zu tun hat. Warum also nicht die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nutzen? Hier sind Aktivitäten für zwischen den Jahren, von Ausstellungen über Spaziergänge bis hin zu Wellness und Essen.


Freie Frauen: Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne

12 Aktivitäten für die Zeit zwischen den Jahren: Ferdinand Hodler in der Berlinischen Galerie.
Ferdinand Hodler: „Die Nacht“, 1889-1890, in der Berlinischen Galerie. Foto: Ferdinand Hodler / © Kunstmuseum Bern, Schweiz

Als die bürgerlichen Damen noch Hüte und langen Rock trugen, malte Ferdinand Hodler bereits Frauen in locker fließenden Reformkleidern ungezwungen auf Wiesen tanzen. Der Schweizer Freigeist arbeitete sich aus einer armen Schreinerfamilie an die Spitze der europäischen Malerei hoch. Oft stellte er auch in Berlin aus. Das Museum Berlinische Galerie zeichnet mit Hilfe zahlreicher Leihgaben aus der Schweiz dieser Verbindung nach – wunderbar gehängt und mit einer großartig gestalteten Wand zu Hodlers Leben. Zur Ausstellung ist ein schöner Katalog erschienen (Wienand Verlag, 34,80 €), online gibt es unter anderem einen virtuellen Rundgang, sogar mit Gebärdensprache und Untertiteln.

  • Berlinische Galerie Alte Jakobstr. 124-128, Kreuzberg, Mi-Mo + Feiertage 10-18 Uhr, 24. + 31.12. geschl,, 12/ 9 €, bis 18 J. + 1. So/Monat frei, bis 17.1., Zeitfenstertickets, virtuelle Rundgänge, Podcast, Videoraum und mehr hier

Eine Runde durch den Zoo

12 Aktivitäten für die Zeit zwischen den Jahren: Ein Besuch im Zoo
Pandamutter Meng Meng und ihre beiden Kinder gehören zu den Attraktionen des Zoos. Foto: Zoo Berlin

Weihnachten kann die schönste Zeit des Jahres sein, aber auch einfach nur anstrengend und fordernd, vielleicht, weil man sich mit unliebsamen Verwandten auseinandersetzen muss, vielleicht weil es eine einsame Zeit ist, vielleicht auch, weil man eh einsam ist und die Festtage einem diesen Umstand nochmal vor Augen führen. Doch der Weg zu einer besseren Stimmung ist in Berlin nicht weit, auch in der letzten Woche des Jahres nicht: Denn der Zoo Berlin hat täglich geöffnet. Dort warten Meng Meng und ihre Pandakinder, Okapis, Erdmännchen und Pinguine, Elefanten und Bonobos darauf, unsere Herzen zu wärmen.

  • Zoo Berlin Hardenbergplatz 8, Tiergarten, 9 Uhr – 16.30 Uhr, letzter Einlass 15.30

Entspannt saunieren und schwimmen in der Naturtherme Templin

12 Aktivitäten für die Zeit zwischen den Jahren: Saunieren in der Naturtherme Templin
In der Naturtherme Templin kann man in drei verschiedenen Saunen entspannen oder sich mit einem Cleopatrabad aus Milch und Öl etwas Gutes tun. Foto: Tom Schweers

Mit dem Versprechen wie „Baden wie einst Cleopatra“ wirbt die Naturtherme Templin für ein Cleopatra-Bad alleine oder zu zweit in Milch und Öl, wie es die Königin selbst einst nahm. Im Paket dabei sind eine Pflegedusche, ein Fruchtsaftcocktail und eine Aromamassage. Zudem lockt die bekannte Therme mit weiteren Highlights: In der weitläufigen Badelandschaft mit Unterwassermassagen, einem Wellenbecken und Felsgrotten können Gäste loslassen und entspannen. Und auch die Saunakultur wird in Templin zelebriert: Schwitzen kann man hier in drei verschiedenen Saunen, zum Beispiel zu entspannenden Honig-Aufgüssen. Saunen in Berlin gibt es natürlich auch.

  • Naturtherme Templin Dargersdorfer Straße 121, Templin, tgl. 9-21 Uhr, Heiligabend geschlossen, Silvester 9-16 Uhr, Neujahr 12-21 Uhr, Eintritt Solebad & Sauna für 2 Std. 18 Euro, Tageskarte 28 Euro, Tel. 03987/20 12 00, mehr Infos hier

Vegan und asiatisch essen gehen

12 Aktivitäten für die Zeit zwischen den Jahren: Essen ohne Fleisch
Bei Li.ke Thai gerät man unweigerlich ins Schwärmen. Foto: Li.ke Thai Vegan

Selbst Fleischliebhaber:innen dürften nach der oft so fleischlastigen Völlerei an den Feiertagen Lust auf etwas Leichtes ohne tierische Zutaten haben, auf etwas Bekömmliches und Gesundes. Wie gut, dass es in Berlin so viele gute vegane asiatische Restaurants gibt. Da ist zum Beispiel Li.ke Thai am Boxi, wo es köstliche thailändische Tapas gibt, inklusive göttlichen Dumplings und fein gewürztem gebratenem Reis. Auch sehr zu empfehlen: das Kao Phad Grapau mit Tofu, Seitan, Gemüse, das mit Thai-Basilikum und einem veganen Spiegelei gekrönt ist. Ebenfalls eine gute Idee ist, mal wieder chinesisch essen zu gehen, allerdings nicht wie früher mit Schweinefleisch-Süß-Sauer. Sondern richtig gut chinesisch, zum Beispiel bei Tianfuzius am Regensburger Platz. Hier findet ihr unsere Liste mit Empfehlungen für gute vegane asiatische Restaurants.


Weihnachten im Tierpark Berlin

Auch das Schloss Friedrichsfelde wird von November bis Januar im Licht erstrahlen. Foto: Weihnachten im Tierpark/Michael Clemens
Auch das Schloss Friedrichsfelde wird von November bis Januar im Licht erstrahlen. Foto: Weihnachten im Tierpark/Michael Clemens

Nicht nur der Botanische Garten ist in der Weihnachtszeit hell erleuchtet. Auch der Tierpark im Osten Berlins wartet mit Lichtinstallationen und visueller Weihnachtsstimmung auf. Millionen von Lichtern erhellen die Anlage und das historische Schloss Friedrichsfelde, darüber hinaus findet ihr bei dieser Alternative zu den zahlreichen Berliner Weihnachtsmärkten auch Glockenklänge und Laserinstallationen. Der Einlass erfolgt in 30-Minuten-Zeitfenstern, Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene.

  • Weihnachten im Tierpark Berlin Am Tierpark 125, Friedrichsfelde, 17.11.–9.1., 17–22 Uhr, geschlossen am 22., 23., 29. und 30.11. sowie 24. + 31.12., Tickets für Erwachsene kosten ab 17 €, für Kinder ab 14,50 €, unter 5 Jahren freier Eintritt, Buchung und weitere Angebote hier

Ganze Arbeit: Die Kunst der Gesellschaft

Die Kunst der Gesellschaft. 1900-1945. Sammlung der Nationalgalerie mit Lotte Laserstein: „Abend über Potsdam“, 1930. Foto: Staatliche Museen zu Berlin/Roman März / Lotte Laserstein/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 / Erworben mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und anderer

Zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie im August haben die Mitarbeitenden des Museums Großes vollbracht: die Bestände aus Ost und West nicht nach Stil-, sondern nach Sozialgeschichte geordnet und die Herkunft aller Werke geklärt. Davon kann man sich bis 2023 vor Ort überzeugen, wo Lotte Lasersteins „Abend über Potsdam“ (Abb.) einen prominenten Platz erhalten hat. Oder online in dem Bestandskatalog, der die Werke in der Sammlung des Hauses von 1905 bis 1945 erfasst und die Provenienzen benennt. Hier lässt sich auch einfach stöbern. Wer zum Beispiel „Max Beckmann“ eingibt, findet beispielsweise weniger bekannte Arbeiten des berühmten Males wie drei schwarz gekleidete Damen in einer „Unterhaltung“ (1908), offenbar ein Krach zwischen den Frauen in Beckmanns Familie, dem der Künstler im Hintergrund vom Sofa aus unbeteiligt zuhört.

  • Neue Nationalgalerie Potsdamer Str. 50, Tiergarten, Di-So/ Feiert. 10-18, Do bis 20 Uhr, 24. + 31.12. geschl., 1.1. 12-18 Uhr, Rosa Barba: bis 16.1., Alexander Calder: bis 13.2., Die Kunst der Gesellschaft: bis auf Weiteres, Zeitfenstertickets und digitale Angebote hier

Über den Ku’Damm schlendern

12 Aktivitäten für die Zeit zwischen den Jahren: einen Weihnachtsspaziergang machen
Strahlt in der Weihnachtszeit in fast so glanzvoll wie früher: Der Ku’Damm. Foto: IMAGO / Future Image

Der Ku’Damm ist schon lange nicht mehr so glanzvoll wie in alten West-Berliner Zeiten, als dort die Elite der Bundesrepublik auf und ab flanierte, im Café Kranzler für einen Drink einkehrte und das Geld mit vollen Händen aus den Taschen schaufelte. Inzwischen sind andere Ecken in der Stadt viel interessanter. Trotzdem kann ein Spaziergang über den Ku’Damm an Weihnachten und an den Tagen danach, und sei es nur der Nostalgie wegen, einen ganz besonderen Reiz entfalten. Denn im Dezember, wenn die Bäume an West-Berlins bedeutendster Magistrale festlich geschmückt sind und die Konsumpaläste geschlossen, wirkt sogar der Ku’Damm, den manche als anstrengendes Bonzen-Paradies betrachten, friedlich und genügsam. Noch mehr schöne Weihnachtsspaziergänge gibt es hier.


Schnaps shoppen

12 Aktivitäten für die Zeit zwischen den Jahren: Schnaps shoppen
Das Absinthdepot ist ein Klassiker unter den Spirituosen-Läden in Berlin. Foto: Absinthdepot

Manchmal braucht man auf den Stress der Weihnachtstage einfach einen Schnaps – vielleicht sogar einen ganz Besonderen wie Absinth. Inmitten des Mode- und Hipstertrubels von Berlin Mitte entführt der hübsche Laden an den Beginn des vergangenen Jahrhunderts und bezaubert mit der Vielfalt des Absinth, samt dessen Ritualen und Zubehör. Bis Mitternacht darf im Laden auch aus den 300 Varianten der „Grünen Fee“ aus aller Welt verkostet werden. Das Ganze ergänzt eine feine Bier- und Weinauswahl. Falls Absinth nicht mundet: Hier findet ihr weitere besondere Spirituosengeschäfte in Berlin.

  • Absinthdepot Weinmeisterstraße 4, Mitte, Mo-Fr 14-20 Uhr, Sa 13-20.00 Uhr, Tel. 030/281 67 89, weitere Infos hier

Letzte Chance: Umbrüche: Voids of Presence

Igor Grubic: „How Steel was Tempered“, 2018 (still nr.6) Foto: Igor Grubic, 2021

Voids sind Lücken, Leerräume. Im Stadtraum entstehen sie oft während größerer Einschnitte und Umbrüche, wie zuletzt in der Pandemie zu erfahren war. Von neuen und früheren Voids handelt die von Ruben Arevshatyan aus Armenien sorgfältig mitkuratierte Ausstellung in der Galerie Nord, die vor allem Fotografie, Animationen, Filme und Skulpturen zusammenbringt. Neben überraschenden Beiträgen von Berliner Künstler:innen wie Andreas Koch und Veronika Kellndorfer finden sich Arbeiten, die den Blick für Europa öffnen: wie Igor Grubic’ bestürzender Foto-Text-Essay aus Kroatien, der trotz oder wegen hier thematisierten Industrieruinen Raum für produktive Ideen für die Zukunft lässt.

  • Galerie Nord / Kunstverein Tiergarten Turmstr. 75, Mitte, Di–Sa 12–19 Uhr, bis 30.12.

Entlang der Spree durchs Regierungsviertel spazieren

Spaziergänge an Weihnachten: Das Regierungsviertel leuchtet wie so mancher Weihnachtsbaum. Foto: Imago Images/Rolf Zöller

Sobald es dunkel wird, leuchten überall im Regierungsviertel am Ufer der Spree helle Lichter auf. Gegenüber der Kantine des Paul-Löbe-Hauses sogar auf dem asphaltierten Boden. Zwar ist das kalte Weiß und das Blau der Leuchten hier wenig Weihnachtlich im klassischen Sinne, aber Weihnachtsbäume sind ja auch nicht mehr immer nur gold und rot geschmückt. Außerdem lohnt sich ein Spaziergang durchs Regierungsviertel allein wegen interessanten Architektur, die abends nochmal eine besondere Wirkung entfaltet. Gegenüber der Kantine des Paul-Löbe-Hauses kann man übrigens wunderbar schaurige Fotos aufnehmen, wenn das Licht einem von untern dunkle Augenringe und Schatten ins Gesicht zaubert. Das ist wenig idyllisch, aber super lustig.


Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche

Der Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Foto: Imago/T. Bartilla/Future Image

Der Dezember ist für gewöhnlich ein betriebsamer Monat und so kann es kommen, dass plötzlich Weihnachten ist und man es noch nicht geschafft, hat auf einen Weihnachtsmarkt geschafft hat. Wie gut, dass manche Weihnachtsmärkte noch bis ins neue Jahr geöffnet haben. Mitten in der City West bietet der Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein Erlebnis für die ganze Familie: Während Kinder sich auf den kleinen Karussells amüsieren und vom Weihnachtsmann Geschenke bekommen, können die Eltern einen Glühwein oder hausgemachten Eierpunsch trinken und handgefertigte Weihnachts-Deko kaufen.

  • Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche Breitscheidplatz, Charlottenburg, 22.11.—2.1. So-Do 11-21 Uhr, Fr+Sa 11-22 Uhr, 24.12. 11-14 Uhr, 25.+26.12. 13-21 Uhr, 31.12.: 11-1 Uhr, 1.1. 13-21 Uhr

Aus dem Osten Neues: Impressionismus in Russland

Im Barberini gibts russischen Impressionismus zu sehen. Konstantin Korowin: Paris. Café de la Paix, 1906 Öl auf Leinwand, 60,3 x 73,5 cm. Foto: Konstantin Korowin / Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau

Voller Überraschungen steckt die Ausstellung „Impressionismus in Russland“, die das Potsdamer Privatmuseum Barberini noch bis 9. Januar zeigt. Zum Beispiel: Kasimir Malewitsch, den all als Meister der Abstraktion kennen, hat als junger Mann Landschaften gemalt. Oder: Leuchtendes Rot war schon vor der Oktoberrevolution sehr präsent in Russland. Und: Unter den Künstler:innen, die es um 1900 von Moskau nach Paris zog (hier in einem Bild von Konstantin Korowin), um den Impressionismus zu studieren und ihn eine russische Variation zu übersetzen, befanden sich viele Frauen. Natalja Gontscharowa zum Beispiel. Konventionell, aber elegant gehängt, erlaubt die Schau mit Leihgaben unter anderem aus der Moskauer Tretjakow-Galerie ein konzentriertes Studium der Gemälde – online erläutert in kundigen Expert:innengesprächen und einem hervorragenden Videoguide.

  • Museum Barberini Humboldtstr. 5-6, Potsdam, Mi-Mo 10-19 Uhr, 24.+31.12. 10-15, 1.1. 13-19 Uhr, 18/ 16/ 10 €, bis 9.1., Videoguide und Zeitfenstertickets hier

Mehr Berlin

Ihr wollt von draußen vom Walde herkommen? Hier sind 12 Waldspaziergänge in Berlin, mitten durch die Natur. Wie wär’s danach mit etwas Leckerem zu essen? Wir listen 12 Berliner Traditionsrestaurants: Vom Einstein bis zur Weltlaterne. Lust auf richtig Sport, aber draußen? Hier sind 12 Möglichkeiten für Wintersport in Berlin und im Umland, von Eisangeln bis Skilaufen.

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