• Ausflüge
  • Bootsführerschein in Berlin machen: So werdet ihr zum Skipper

Ab aufs Wasser

Bootsführerschein in Berlin machen: So werdet ihr zum Skipper

Wer einen Bootsführerschein machen möchte, findet in Berlin reichlich Gelegenheit dazu. An den vielen Gewässern gibt es Yachtschulen, die euch auf die Prüfung vorbereiten. Auch Online-Kurse helfen euch auf dem Weg zum Freizeitkapitän. Alles, was ihr zur blauen Pappe wissen müsst, erfahrt ihr hier.

Mit dem Sport­boot­führer­schein dürft ihr auf dem Wannsee segeln und den Motor anschmeißen. Foto: Imago/CHROMORANGE

Welche Bootsführerscheine gibt es?

In Deutschland gibt es verschiedene amtliche Befähigungsnachweise für das Führen von Freizeitbooten. Einige dienen als Beleg für grundlegende Kenntnisse, andere sind verpflichtend für bestimmte Bootstypen. Hobbyskipper starten ihre Kapitänskarriere eigentlich immer mit dem Sportbootführerschein (SBF) für Binnenschifffahrtsstraßen oder Seeschifffahrtsstraßen. Der blaue Schein ist international gültig und berechtigt zum Führen eines Bootes mit mehr als 15 PS und einer Länge von bis zu 20 Metern auf so ziemlich allen Binnengewässern (dazu zählen Bäche, Binnenseen, Flüsse, Kanäle und Teiche) beziehungsweise Meeren. Der SBF See gilt für Motorboote und Segelboote, während sich der SBF Binnen in „unter Motor“ und „unter Segel“ aufteilt.

Der Segelschein hingegen ist auf den meisten Wasserstraßen im deutschen Binnenland gar nicht vorgeschrieben. Wenn man jedoch mit einem Segel mit mehr als sechs Quadratmetern Segelfläche auf Gewässern unterwegs ist, die von der Berufsschifffahrt genutzt werden, oder ein Segelboot chartern möchte, kann der Schein verlangt werden. Viele Bootsschulen bieten Kombi-Prüfungen an, die gleich alles abdecken. Wenn dann noch Pyroschein und Funkschein dazukommen, seid ihr für jede Fahrt gerüstet.

Für größere Boote und bestimmte Gebiete gibt es auch größere Scheine. Für die meisten Freizeitkapitäne reicht jedoch der Sportbootführerschein.

Was kostet ein Bootsführerschein?

Beim Sportbootführerschein bewegen sich die Kosten meist zwischen 500 und 1.000 Euro. Wie teuer es tatsächlich wird, hängt von der Art des Scheins und der gewünschten Ausbildung ab. Günstige Präsenzkurse liegen bei etwa 200 Euro. Zusatzkosten müssen für das ärztliche Attest und Lernmaterialien wie Bücher, Navigationsbesteck oder Seile zum Üben der Seemannsknoten eingeplant werden.

Wer mehrere Bootsführerscheine gleichzeitig machen möchte, spart Geld und Zeit durch Kombi-Angebote. Viele Bootsfahrschulen bieten die Kombinationen der beiden SBF-Binnen-Varianten, also für Segel und Motorboote, oder von SBF See und SBF Binnen unter Motor an.

Wenn ihr den Bootsführer­schein machen wollt, müsst ihr mindestens 16 Jahre alt sein und einen KFZ-Führer­schein haben. Alternativ könnt ihr auch ein polizei­liches Führungs­zeugnis vorlegen und einen Sehtest sowie einen einfachen Gesund­heits­check bestehen. Letztere werden oft von den Boots­fahr­schulen im Rahmen des Kurses organisiert.

Anders als beim KFZ-Führerschein sind die Theorie- und Praxisstunden beim SBF nicht verpflichtend. Trotzdem werden zwei bis vier Fahrstunden empfohlen. Diese kosten je nach Schule jeweils zwischen 50 und 100 Euro. In der praktischen Ausbildung lernt ihr Manöver wie Anlegen und Ablegen, Mann über Bord, Auf­stoppen und Wenden auf engem Raum. Das Anlegen einer Rettungs­weste, die Kenntnis von Schall­signalen und Knoten­kunde werden ebenfalls unterrichtet.

Wer über die nötigen Kenntnisse verfügt, muss nicht zwangsläufig einen Kurs absolvieren, sondern kann sich direkt für die Prüfung anmelden. Die Kosten hierfür setzen sich aus Zulassungsgebühren, Prüfgebühren und Kosten für die Ausstellung des Scheins zusammen. Beim SBF Binnen unter Segel kann man mit rund 125 Euro rechnen, bei der Kombi-Prüfung SBF See und Binnen unter Motor fallen rund 180 Euro an.

Mit dem Boot über die Havel. Einige Boote können ohne Führerschein gefahren werden, für andere braucht ihr den SBF. Foto: Imago/Frank Sorge

Wo kann man den Bootsführerschein machen?

In Berlin gibt es viele Gewässer und daher auch so einige Orte, an denen ihr den Bootsführerschein machen könnt. Besonders am Stadtrand, am Wannsee oder Tegeler See, aber auch an der Spree, bieten Yachtschulen Theorie- und Praxiskurse an. Die Prüfung für den Sportbootführerschein könnt ihr in Berlin bei verschiedenen Prüfungsausschüssen ablegen, die von Segelschulen und Wassersportvereinen organisiert werden. Für den SBF See müsst ihr übrigens nicht an die Ostsee fahren, sondern könnt euch eine Abnehmestelle in Berlin aussuchen. In der Prüfung müsst ihr die wichtigsten Manöver spätestens beim zweiten Versuch erfolg­reich ausführen. Von den neun wichtigsten Knoten müsst ihr sechs vorführen können.

In der Theorieprüfung müsst ihr von sieben Basisfragen und 23 spezifischen Fragen mindestens fünf beziehungs­weise 18 richtig beantworten. Thematisch geht es um allgemeine Verkehrs­vorschriften, Vorfahrtsregeln, Schallsignale, Lichter­führung und Sicht­zeichen, Betonnung und Tafel­zeichen und Bootskunde. Beim Sportbootführerschein See kommen noch Kollisionsverhütungsregeln, Navigation anhand einer Seekarte und Gezeitenkunde dazu. Außerdem müsst ihr in der Navigationsaufgabe sieben von neun Punkten erreichen. Der praktische Teil ist, bis auf das Steuern nach Kompass und das Peilen, identisch mit dem Binnenschein.

Sowohl die praktische als auch die theoretische Prüfung dürfen beliebig oft wiederholt werden. Allerdings fallen dann jedes Mal neue Prüfungskosten an. Doch keine Sorge: Laut offiziellen Angaben liegt die Durchfallquote beim Sportbootführerschein bundesweit nur zwischen 5 und 20 Prozent.

Einige Yachtschulen oder Online-Lernplattformen bieten All-Inclusive-Angebote und zahlen Geld zurück, wenn die Prüfung nicht bestanden wird. Insgesamt ist die Prüfungsvorbereitung mit Online-Diensten eine gute Alternative, wenn ihr lieber in eurem eigenen Tempo lernen wollt.

Die meisten Komplett-Angebote gibt es ab 400 Euro, darin sind oftmals auch Praxisstunden und Zusatzmaterial enthalten. Die Prüfungskosten müsst ihr jedoch extra bezahlen. Je nach Kurs und Zeitaufwand haltet ihr schon nach wenigen Tagen den Bootsführerschein in der Hand. Oder ihr lasst euch so lange Zeit, wie ihr eben braucht.


Für welche Boote braucht ihr keinen Bootsführerschein?

Nur weil es euch aufs Wasser zieht, müsst ihr nicht gleich einen Bootsführerschein machen. Wer über 16 Jahre alt ist, darf auf deutschen Gewässern Motorboote mit einer Nutzleistung bis 15 PS und einer Länge unter 15 Metern auch ohne Führerschein fahren. Dazu zählen auch die meisten Hausboote und Flöße, die ihr an vielen Orten mieten könnt. Schlauchboote ohne Turbomotor, Ruder- und Paddelboote oder kleine Segelboote könnt ihr ebenfalls ohne Schein fahren. Ausnahmen gelten für internationale Gewässer wie Rhein, Donau und Bodensee. Am besten informiert ihr euch vorher beim zuständigen Amt für Wasserstraßen und Schifffahrt über die geltenden Befahrensregeln.

Übrigens: Wenn ihr zusammen mit einem Bootsführer unterwegs seid, der den Führerschein hat und die Verantwortung für das Boot trifft, dürft ihr auch stark motorisierte Boote fahren. Probiert es doch am besten einfach mal aus. Vielleicht seid ihr ja bald schon Skipper.


Mehr zum Thema

Lieber Beinarbeit statt Motor? Hier könnt ihr in Berlin Tretboote leihen. Von Restaurants bis Strandbad findet ihr hier alles, was ihr braucht, um Berlin im, am und auf dem Wasser zu erleben. Schönes Wetter? Das schreit nach einem dieser Ausflüge ins Berliner Umland. Oder ins Freibad? Berlins beste Freibäder. Sommer, Sonne und nichts machen: Liegewiesen in Berlin haben wir hier für euch. Für starke Arme: Hier könnt ihr in Berlin paddeln. Gleich die ganze Nacht verbringt ihr in Hausbooten. Die Infos zum Mieten hier. Immer neue Tipps geben wir euch in unserer Rubrik zu Ausflügen in Berlin.

Tip Berlin - Support your local Stadtmagazin