Brandenburg

Burgen in Brandenburg: Auf zu Rittern und historischen Relikten

Burgen in Brandenburg sind spannende Relikte der Geschichte. Sie erzählen von vergangenen Zeiten, bieten Einblicke ins Leben im Mittelalter oder in die Zeit der Renaissance. Die alten Mauern zeugen von Schlachten und Eroberungen, von Kriegen und Konflikten, aber bieten noch viel mehr: nicht zuletzt Kunst und rustikale Küche. Burgen in Brandenburg, die sich als Ausflugsziele lohnen, zeigen wir euch hier.


Geheimgänge entdecken in der Renaissanceanlage Festung Senftenberg

Die Festungsanlage Senftenberg beeindruckt durch ihre historische Architektur und die umfangreiche Kunstsammlung. Foto: Imago/Shotshop

Errichtet wurde die Renaissanceanlage Senftenberg im 16. Jahrhundert auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Burg. Um die Festung entstand ein mächtiger Erdwall, der, genau wie das Bauwerk selbst, zur Sicherung der sächsischen Grenze dienen sollte. Höhepunkte während eines Rundgangs durch die Festung sind der Pulverturm, in dem Munition zur Verteidigung gelagert wurde, sowie die zahlreichen, verwinkelten Geheimgänge, die erahnen lassen, wie schwer die Festung für Feinde einzunehmen war. Wer sich für Kunst interessiert, wird doppelt Freude an einem Besuch der Burg haben: Die Festung Senftenberg beherbergt auch die Kunstsammlung Lausitz, die mehr als 2.500 Werke von 130 zeitgenössischen Künstler:innen zeigt, sowie wechselnde Ausstellungen zu Kultur und Geschichte der Region.

  • Festung Senftenberg Schloßstraße, Senftenberg, von April bis Oktober täglich 10.30-17.30 Uhr, Eintritt 6 Euro, erm. 4,50 Euro, Tel. 03573/870 24 00, online

Burg Storkow ist eine der ältesten Burgen Brandenburgs

Mehrfach zerstört durch Krieg und Feuer: Heute erstrahlt die Burg Storkow wieder in ihrem ursprünglichen Glanz. Foto: imago/Hohlfeld

Die Burg Storkow wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg schwer verwüstet. Außerdem musste die mittelalterliche Anlage 1978 einem Brand trotzen. Um die Jahrtausendwende begann man jedoch damit, die Anlage, die früher noch von einem Burggraben umgeben war, nach und nach wieder aufzubauen und zu renovieren. Heute beherbergt sie ein touristisches Kulturzentrum mit Bibliothek, Freilichtbühne, Museum und der Erlebnisausstellung „Mensch und Natur – Eine Zeitreise“. Wer nach einer Erkundungstour hungrig ist, kann sich im Burgstübchen mit Kaffee und Kuchen stärken.

  • Burg Storkow Schloßstraße 6, Storkow, von April bis Oktober tgl. 10-17 Uhr, Burgstübchen tgl. 10-17 Uhr, Eintritt 4,50 Euro, erm. 2-3 Euro, Tel. 033678/731 08, online

Burg Beeskow bietet Kultur – und Einblicke in dunkle Zeiten

Die Geschichte der Burg Beeskow reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert zurück. Foto: Imago/Joachim Schulz

1316 wurde die Burg Beeskow erstmals urkundlich erwähnt. Gemeinsam mit weiteren Burgen bildete sie in der Mittelmark ein Netz von Verteidigungsanlagen. Geschichtsinteressierte können sich freuen, denn der trocken gelegte Burggraben, Teile der Burgmauer, des Bergfrieds und des 30 Meter hohen Aussichtsturms sind gut erhalten. Der Salzkeller rekonstruiert die grausamen Foltermethoden, wie sie bis zu den Rechtsreformen des 18. Jahrhunderts angewandt wurden.

Seit Mai 2018 steht das umfänglich sanierte Alte Amtshaus mit Konzert- und Balkensaal im Erdgeschoss für Theater, Konzerte und Lesungen offen. Im Obergeschoss befindet sich das Museum mechanischer Musikinstrumente. Zudem ist seit Dezember 2020 das neue Museum Oder-Spree geöffnet, das Infos zur spannenden Regionalgeschichte von Beeskow bereithält.

  • Burg Beeskow Frankfurter Straße 23, Beeskow, April bis September Di-So 10-18 Uhr, Tageskarte 8 Euro, erm. 6 Euro, Eintritt Museum 3,50 Euro, Tel. 03366/352702, Anmeldung für Burg- oder Museumsführungen unter Tel. 03366/35 27 27, online

Bad Belzig überblicken vom Butterturm der Burg Eisenhardt

Die Burg Eisenhardt war einst eine stolze Festung, als das Gebiet noch zu Sachsen gehörte und stark umkämpft war. Foto: Imago/Agefotostock/Hubertus Blume

Hoch über der Stadt Bad Belzig thront die Burg Eisenhardt. Dieser Teil Brandenburgs gehörte einst zu Sachsen und war ein stark umkämpftes Gebiet, weshalb die Burg mehrfach erobert, zerstört und wieder ausgebaut wurde. Immerhin überstand sie alle politischen Umbrüche und wurde nach 1990 schrittweise wieder restauriert. Heute beherbergt sie ein Burgmuseum und den sogenannten Butterturm, der einen hübschen Blick auf die Altstadt bietet. Zum burgeigenen Hofladen gehört auch eine Chocolaterie, die frische Pralinen und mehr verkauft. Gut zu wissen für alle, die einen Tagesausflug nach Bad Belzig planen: In der Nähe befindet sich auch die Steintherme von Bad Belzig, die gesunde Solebecken, einen Außenpool und eine Saunalandschaft bietet.

  • Burg Eisenhardt Wittenberger Straße 14, Bad Belzig, Heimatmuseum im Torhaus: Mi–Fr 13–17 Uhr, Sa, So, Feiertage 11–16 Uhr, Eintritt Turm (ohne Museum): 1 Euro, Museum und Turm 2,50 Euro, erm. 1,50 Euro, Tel. 033841/949 00, online

Im Mittelalter bewohnten Ritter die Burg Friedland

Die Burg Friedland gehört zu den am besten erhaltenen Burgen in Brandenburg. Foto: Clemensfranz-Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Die Burg Friedland existiert schon seit dem 13. Jahrhundert. Sie gehört zu den am besten erhaltenen Burgen Brandenburgs und war einst im Besitz der Ritter von Strele. Bis zum Erwerb durch die Stadt im Jahr 1875 diente die Burg 350 Jahre lang den Rittern des Johanniterordens als Wohnstätte. Nach einer zusätzlichen Generalsanierung der Fassade glänzt die Anlage heute wieder wie zu ihrer Blütezeit im Mittelalter. In der Burg Friedland werden kostenlose Führungen angeboten. Auch finden Veranstaltungen und Konzerte statt. In der urgemütlichen Burgschänke kann man gutbürgerlich essen. Und der historische Rittersaal lässt sich auch für private Veranstaltungen mieten.

  • Streleburg Friedland Pestalozzistraße 3, Friedland, von April bis Oktober Di–So 10-16 Uhr, Eintritt 4 Euro, erm. 2–2,50 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei, auch für Veranstaltungen, gut 1,5 Stunden Autofahrt vom Berliner Zentrum, Tel. 033676/459 78, online

Die Burg Rabenstein bietet Führungen und mittelalterliches Essen

Am vierten Septemberwochenende eines jeden Jahres erwacht die Burg Rabenstein zum Leben: Das Ritterfest “Rabensteiner Herbst” entführt Interessierte dann in eine längst vergangene Zeit. Foto: Imago/ Schöning

Schon die Anfahrt zur Burg Rabenstein ist etwas Besonderes: Die Burg ragt hoch über das kleine Dorf Raben, das gerade einmal 150 Einwohner:innen zählt. Mehr als 750 Jahre alt ist das sehenswerte Gemäuer, das eine Folterkammer, eine Kapelle und einen Rittersaal umfasst. Vom 30 Meter hohen Bergfried kann man einen wunderschönen Blick auf die unberührte Landschaft erhaschen, die die Burgmauern umgibt.

Zur Burg gehört eine zweckmäßig ausgestattete Herberge, in der heute Gruppen und Schulklassen übernachten können. Im Burghof kann man im Sommer außerdem in einem schönen Biergarten sitzen und im Wirtshaus der Burg gut essen. Während der “lebendigen Burgführungen” auf Burg Rabenstein erwacht das alte Gemäuer zum Leben. Die authentischen Touren sind allerdings nicht für Kinder unter sechs Jahren geeignet. Auch ein Highlight auf Burg Rabenstein: das sommerliche Ritteressen im Rittersaal, das ein rustikales Menü und zünftig-mittelalterliche Unterhaltung bietet. Und immer am vierten Septemberwochenende findet mit dem “Rabensteiner Herbst” ein spektakuläres Festival statt.

  • Burg Rabenstein Zur Burg 49, Rabenstein/Fläming, Lebendige Burgführung Preis 13 Euro, erm. 6 Euro, Tel. 0162/776 73 41, weitere Führungen, Veranstaltungen und Attraktionen online

Burgruine und Schloss Freyenstein

Wer ein bisschen mehr Zeit mitbringt nach Freyenstein, kann neben dem Alten Schloss gleich auch den archäologischen Park besichtigen. Foto: Imago/Agefotostock/Novarc Images /Hans P Szyszka

Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt “Vrigenstene” planmäßig als Grenzfeste zu Mecklenburg errichtet. Kriegerische Auseinandersetzungen und Machtkämpfe führten jedoch dazu, dass sie wieder zerstört wurde. Wenige Hundert Meter entfernt entstand die heutige Stadt Freyenstein, die mit ihren historischen Gebäuden wahre Schätze präsentiert. Die untergegangene Stadt ist im archäologischen Park durch Originalfunde, Visualisierungen und Installationen erlebbar. Eine Burg- und Schlossanlage in Freyenstein wurde erstmals 1332 bekundet. Ob es sich bei dem damaligen “Raubritternest” um die heutige Burg handelt, ist jedoch unklar. Von der Burg sind heute noch Teile des Treppenturms sowie des Westflügels erhalten. Zudem können Besucher:innen die Terrakotten bewundern, die die Fassade zieren. Es sind auch Audioguide-Führungen buchbar.

  • Burg und Schloss Freyenstein Marktstraße 48, Wittstock/Dosse, Archäologischer Park und Burg Di-Fr 11-17 Uhr, Sa+So 13-17 Uhr, Eintritt Park inkl. Audioguide 5,50 Euro, erm. 3-4 Euro, Eintritt Burg inkl. Audioguide 3,50 Euro, erm. 2,50 Euro, Tel. 033967/600 57, online

Die Burg Ziesar diente als Bischofsresidenz

Die Burg Ziesar wurde erstmals vor mehr als 1000 Jahren erwähnt, blickt also auf eine lebhafte Geschichte zurück. Das Burgmuseum und der gut erhaltene Bergfried liefern noch heute authentische Einblicke. Foto: Imago/Shotshop

Auf der Burg Ziesar wird das Mittelalter lebendig. Vor mehr als 1000 Jahren das erste Mal erwähnt, wurde sie im 15. Jahrhundert von den Bischöfen herrschaftlich ausgebaut, sogar eine Fußbodenheizung haben sie installiert. Die Dauerausstellung im Burgmuseum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters erzählt Geschichten aus dieser Zeit. Der Bergfried mit Turmaufsatz kann ebenfalls bestiegen werden.

  • Burg Ziesar Mühlentor 15a, Ziesar, Mai–September Di-So 10-17 Uhr, Eintritt 5 Euro, erm. 4 Euro, Kinder ab 10 Jahre 2 Euro, unter 10 Jahre frei, Bergfried ohne Museum 1 Euro, Kinder 0,50 Euro, Tel. 033830/127 35, online

Preußische Bastion Fort Gorgast

Beeindruckende Wehranlage: Im Fort Gorgast fühlt man sich wie in einer Burg. Foto: Imago/Steinach

Sechs Kilometer westlich von Kostrzyn nad Odrą fällt in der flachen Gegend ein bewaldetes Hügelchen auf: Dort ragt Fort Gorgast empor. Die Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und diente zur Verteidigung der einstigen preußischen Festung Küstrin. Beim Betreten der Anlage fühlt man sich wie in einer mittelalterlichen Burg. Interessant zu erkunden sind die steinernen Gewölbe, die Pulverkammern und Wallanlagen. Führungen durch das bunkerartige Bauwerk sind nach Voranmeldung möglich.

  • Fort Gorgast Küstriner Vorland, Besichtigung 3 Euro, erm. 1,50-2,50 Euro, Führung 4 Euro, erm. 2,50-3,50 Euro, Tel. 033472/51632, Öffnungstermine und weitere Veranstaltungen online

Die Mumie des Ritters von Kahlbuz birgt noch immer ungelöste Geheimnisse

Um die gut erhaltene Mumie des Ritters Christian Friedrich von Kahlbuz ranken sich zahlreiche Legenden. Foto: Imago/Horstmann

Die Gruft Kalebuz besucht man weniger wegen ihrer beeindruckenden Bauweise als wegen des historischen Schatzes, den sie birgt. Im Gruftanbau der mehr als 700 Jahre alten Wehrkirche liegt aufgebahrt die Mumie des berühmten Ritters Christian Friedrich von Kahlbuz. Der märkische Edelmann erlangte vor allem nach seinem Tod Bekanntheit: Seine Leiche ist ausgesprochen gut erhalten, ohne dass ein künstliches Mumifizierungsverfahren angewendet wurde. Abschließend geklärt sind die Ursachen dafür nicht, auch wenn es viele Theorien gibt, die das Phänomen erklären können. Dass sich um die Mumie zahlreiche Legenden ranken, sollte da aber nicht verwundern. Wer in der Nähe von Kampehl unterwegs ist, kann sich in der Gruft einfach selbst ein Bild machen.

  • Gruft Kalebuz Kampehl 29c, Neustadt (Dosse) Fr-So11-16 Uhr, Eintritt 3 Euro, erm. 1 Euro, Tel. 033970/13265, online

Die Slawenburg Raddusch bietet Familienprogramm

Burgen in Brandenburg sehen nicht immer aus wie im Märchen. Die Slawenburg Raddusch ist archäologisch interessant und bietet viel Programm für Neugierige. Foto: Imago/Rainer Weisflog

Im frühen Mittelalter war die Niederlausitz von einem dichten Netz kleiner ringwallförmiger Burganlagen überzogen, die als Flucht- und Speicherburgen dienten. Eine davon ist die Slawenburg Raddusch. In den Sommer- und Herbstferien bietet die Burg Erkundungstouren zur Pflanzenwelt, Aktionen wie Bogenschießen und Speerwurf mit der Speerschleuder und Familienführungen. Außerdem können Familien mit Kindern slawische Gefäße mit Knochenkämmen verzieren, Getreide an der Reibe- und Drehmühle mahlen und am Gewichtswebstuhl weben. Das großzügige Außengelände lädt zum Verweilen, Toben und Entspannen ein.

  • Slawenburg Raddusch Zur Slawenburg 1, Vetschau, täglich 10-18 Uhr, Kombiticket für Ausstellung und Außengelände 10 Euro, erm. 7-8 Euro, Tel. 035433/592 20, online

Die Plattenburg, um 1150 gegründet, ist leider verschlossen

Blick auf die Plattenburg und den umliegenden Schlosspark. Foto: Imago/Eckel

Die Plattenburg im Landkreis Prignitz, zu der ein wunderschöner, verwunschener Schlosspark gehört, ist die älteste noch erhaltene Wasserburg im Norden Deutschlands. Sie wurde in Folge des Wendenkreuzzuges Albrechts des Bären um 1150 gegründet und diente später als bischöflicher Sommersitz. Der Rittersaal zählt der zu den authentischsten Zeugnissen der Innenausstattung der Spätrenaissance. Der Pachtvertrag ist jedoch gekündigt, das Burgkellerrestaurant und die Burg selbst können nicht mehr von innen besichtigt werden. Imposant ist die Anlage natürlich weiterhin.

  • Plattenburg Auf der Burg 1, Plattenburg, online

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