Fahrrad

200 Jahre Fahrrad: Vom Laufrad zum E-Bike

Ist Berlin eine Fahrradstadt? Noch nicht, doch immer mehr Berliner nutzen das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Berlin fördert das Radfahren durch den Ausbau der Radwege. Das Fahrrad in der Stadt zu nutzen, ist verkehrs- und umweltfreundlich. Außerdem ist das Radeln an der frischen Luft gesund. Besonders in diesem Jahr steht der Drahtesel in ganz Deutschland im Mittelpunkt, denn am 12. Juni 1817 wurde das erste Fahrrad erfunden. Dabei handelte es sich noch um eine Laufmaschine. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte des Fahrrads, das dieses Jahr einen runden Geburtstag feiert: Das Fahrrad wird heuer 200. Jahre alt!

Mit dem Fahrrad durch Berlin. Das ist bereits seit 200 Jahren möglich. Foto: pixabay.com © rycky21 (CCO Public Domain)

Die Laufmaschine aus dem Jahr 1817

Der Erfinder des Fahrrads ist Karl Freiherr von Drais, eigentlich Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn. Er machte sich in der Zeit des großen Leidens für Mensch und Tier im Jahr 1816 Gedanken um einen Ersatz für das Pferd. Als bevorzugtes Transportmittel litt auch dieses Tier unter den Folgen des Vulkanausbruchs 1815 im heutigen Indonesien. Der daraufhin auftretende Ascheregen führte zu Missernten in ganz Europa und elendiger Hunger folgte für Mensch und Tier.

Den Vorläufer des Fahrrads, die Laufmaschine oder Draisine, erfand Karl von Drais somit als neues Mittel zur Fortbewegung als Ersatz für ein Pferd. Dabei handelte es sich um ein Laufrad mit großen Rädern und ohne Pedale. Die Jungfernfahrt erfolgte von Mannheim aus in Richtung Süden nach Schwetzingen und zurück. Die Erfindung war revolutionär, wirtschaftlich interessant und veränderte die Mobilität der Menschen.

Ganz Deutschland feiert dieses Jahr den 200. Geburtstag des Fahrrades. Besonders im Geburtsort Mannheim finden einige Veranstaltungen und Festivals statt. Seit November ist ebenfalls die Ausstellung „2 Räder – 200 Jahre“ eröffnet und bietet Anschauungsmaterial sowie eine Tour durch die Geschichte des Fahrrads.

Wie sich jedoch alles mit der Zeit verändert, entwickelte sich auch das Fahrrad seit 1817 vom Laufrad bis zu dem neusten Modell der heutigen Zeit, dem E-Bike.

Dampffahrzeuge versuchen das Fahrrad zu verdrängen

Das Fahrrad fuhr zwar mit 15 km/h schneller als die üblicherweise verwendete Postkutsche, doch die Entwicklung der Dampffahrzeuge schritt parallel zur Erfindung des muskelbetriebenen Zweirades seit vielen Jahren voran. Dessen einziges, aber großes Problem war jedoch der Transport von Menschen oder kleinerer Lasten. Dieser gestaltete sich als sehr aufwendig und daher unflexibel.

Da sich die Hungerzustände der Bevölkerung und der Tiere mit der Zeit normalisierten, erlebte das Fahrrad einen Rückschlag. Dampffahrzeuge eroberten die Straßen und Schienen. Das Gehweg-Verbot für Fahrräder in Mannheim und den großen Städten Europas unterstützten diesen Verlauf.

Fahrrad fahren aus Spaß an der Bewegung

Doch das Fahrrad blieb nicht vergessen. Spaß an der Bewegung und der eingebaute Pedalantrieb förderten ab 1861 den Verkauf der Räder als Sport- und Spielfahrzeug. Das zunächst als Hochrad entwickelte Fahrrad mit sehr großen Reifen wurde weiterentwickelt. Die Unfallquote der ersten Räder war allerdings sehr hoch und der Komfort niedrig.

Das Hochrad: Je größer das Rad, desto größer die Entfernung, die zurückgelegt werden konnte. Foto: pixabay.com © Kai­_Vogel (CCO Public Domain)

Kleinere Reifen, modern, leicht und mehr Komfort durch Luftgummi- statt Vollgummireifen machten die Räder als Niederrad immer beliebter. Fahrradfahren hieß Freiheit und Mobilität für die Europäer, was sowohl Männer als auch Frauen ansprach. Doch besonders Frauen mussten zu Beginn für diese Freiheit kämpfen. Es galt als unschicklich für eine Dame sich männergleich aufs Rad zu setzen, von den Problemen mit langen Röcken und Unterkleidern ganz zu schweigen.

Heute radelt die ganze Gesellschaft und es gibt neben ca. 46 Millionen PKWs 73 Millionen Fahrräder in Deutschland. Die Fahrräder unterscheiden sich beispielsweise in der Größe der Räder oder des Rahmens, der Farbe, der Gangschaltung und des Gewichtes.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Motorrad entwickelt. Neben dem heutigen muskelbetriebenen Zweirad gibt es zudem seit einigen Jahren das Elektrorad, eine Kombination aus Muskel- und Maschinenantrieb, welches immer mehr Anklang findet. Hierbei werden – je nach maximaler Geschwindigkeit – das E-Bike und das Pedelec unterschieden. Der Begriff E-Bike wird oft missverständlich benutzt. Hier muss zwischen Pedelecs und S-Pedelecs unterschieden werden.

  • Pedelecs bieten eine Tretunterstützung bis 25 km/h.
  • S-Pedelecs bieten eine Tretunterstützung bis 45 km/h. Sie sind allerdings dann auch wie ein kleines motorisiertes Fahrzeug zu behandeln: So wird hierfür ein Führerschein benötigt und es besteht eine Versicherungspflicht. Das S-Pedelec braucht also ein Kennzeichen und muss zudem über einen Rückspiegel verfügen.

Fahrräder in Berlin

200 Jahre Fahrrad haben Spuren hinterlassen und die Entwicklung des Rades schreitet stets voran. Radler finden ihr Fahrrad in Berlin mit kompetenter Beratung beim RADhaus (8x in Berlin und Brandenburg). Online ist zu lesen, dass das Deutsche Institut für Service Qualität dem Unternehmen eine sehr gute Servicequalität bescheinigt. So können Kunden neben der kompetenten Beratung die Räder ausgiebig auf der Indoor-Teststrecke prüfen. Auf Verkaufsflächen bis zu 5000 qm bleibt kein Wunsch unerfüllt.

Auf der Straße sind unterschiedliche Fahrräder in den verschiedensten Farben und Varianten unterwegs. Die Deutschen und ebenso die Berliner erkennen die Vorteile des Fahrradfahrens. Es schont die Umwelt, hält fit, macht glücklich und ist vor allem in der Stadt ein idealer Ersatz für das Auto. Die lästige Suche nach einem Parkplatz fällt aus und ein Stau kann umfahren werden.

Heute ist das Fahrrad das am häufigsten gebaute und verkaufte Fortbewegungsmittel der Welt.
Foto: pixabay.com © flotty (CCO Public Domain)

Viele Städte bauen zur Unterstützung der Radler die Radwege aus und bieten Abstell- und Anschließmöglichkeiten an. Ebenso gibt es Verleihsysteme, die sich an Bürger und Touristen richten. Nutzer leihen sich ein Rad an einem bestimmten Ort und stellen dieses am Zielort wieder ab. Bike-Sharing spricht Gelegenheitsfahrer an, die sich nur ab und zu mit dem Rad fortbewegen wollen, ohne sich selbst eines anschaffen zu müssen.

 

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