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Draußen sein

Schöne Radtouren durch Brandenburg – Das Umland an der frischen Luft entdecken

Es lohnt sich, Berlin auf dem Sattel zu verlassen und eine Radtour durch Brandenburg zu genießen. Unzählige schöne und spannende Routen schlängeln sich durch das Umland – und solange die Sonne scheint, macht eine Radtour auch Spaß. Die Bewegung hält warm, die frische Luft tut einfach nur gut. Wir haben einige Empfehlungen für schöne Radtouren durch Brandenburg für euch.


Auf dem Fernradweg nach Erkner

Radtour Brandenburg Ein beliebter Fernradweg gen Osten führt vorbei am Plänterwald mit dem (noch) stillgelegten Spreepark.
Ein beliebter Fernradweg gen Osten führt vorbei am Plänterwald mit dem (noch) stillgelegten Spreepark. Foto: Tasmo/flickr/CC BY-SA 2.0

Raus aus Berlin. So schnell wie möglich. Aber auch so schön wie möglich. Radfahrer können hierfür mehrere Fernradwege nutzen, beispielsweise den Europaradweg 1, der nicht nur quer durch Europa, sondern auch mitten durch Berlin führt, an der Havel entlang ins Zentrum zum Alexanderplatz. Von dort geht es parallel zur Spree nach Erkner und damit wieder nach Brandenburg. Der Radweg gen Osten führt aber nicht nur am Wasser entlang, er überrascht auch mit seinen vielen grünen Momenten. Mehrere Waldgebiete liegen an der Strecke, angefangen beim Plänterwald, der Wuhlheide bis zu den Müggelspreewiesen.

Berlin zeigt also mal wieder, wieso die Stadt zu den grünsten Europas zählt. Ein weiterer Vorteil dieser Strecke: Sie wird nur selten von Querstraßen unterbrochen. Das macht das Fahren zum Flanieren, gibt Zeit zum Staunen über die vielen neuen Villen am Wasser, die luxuriösen Boote, aber auch die liebevoll gestalteten Kleinode, die Gärten und Datschen in Köpenick.

  • Start Alexanderplatz, Ziel Erkner, Distanz 35,4 km, Zeit 3,5 Std.

In den Wald nach Beelitz-Heilstätten

Radtour Brandenburg Der Baumwipfelpfad macht es möglich die Beelitz Heilstätten von oben zu entdecken.
Der Baumwipfelpfad macht es möglich die Beelitz Heilstätten von oben zu entdecken. Foto: imago images/Schober

Sie war einer der geheimnisvollsten und gruseligsten Orte Deutschlands. Dubiose Gestalten pilgerten in die verfallene Lungenheilanstalt von Beelitz-Heilstätten. Auch Fotografen lieben die morbiden Gemäuer, teils von Bäumen überwuchert. Für einen Familienausflug taugten die einsturzgefährdeten Ruinen allerdings nicht. Mit dem Baumwipfelpfad hat sich das geändert. In über zehn Metern Höhe laufen die Besucher nun auf einem sicheren Steg oberhalb der Baumkronen und der von der Wildnis eroberten Klinik.

Faszinierend, gerade für Kinder. Beelitz-Heilstätten hat einen Bahnhof, man kann aber auch sehr schön mit dem Rad von Potsdam aus hinfahren. Anfangs immer am westlichen Ufer des Templiner Sees entlang nach Geltow. Dort bietet die Baumgartenbrücke einen weitläufigen Ausblick über die Havel bis nach Werder. Der Radweg führt am Schwielowsee weiter, an Schloss Petzow vorbei bis kurz vor Ferch. Hier biegt der Europaradweg 1 nach Beelitz-Heilstätten ab. Gut sichtbar sind noch bei Fichtenwalde die Folgen des großen Waldbrandes vom Sommer 2018. Immerhin: Der Radweg half der Feuerwehr, das Feuer zu löschen. In wenigen Jahren wird auch hier die Natur alles zurückerobert haben, wie die Gemäuer von Beelitz-Heilstätten.

  • Start S-Bahnhof Potsdam, Ziel Bahnhof Beelitz-Heilstätten, Distanz 27,9 km, Zeit 4 Std.

Auf der Panke nach Bernau

Radtour Brandenburg Caspar David Friedrich lässt grüßen: Idylle vor den Toren der Stadt bei den Karower Teichen.
Caspar David Friedrich lässt grüßen: Idylle vor den Toren der Stadt bei den Karower Teichen. Foto: Forstamt Pankow/Detlef Schwarz

Bernau, das war mal eine mittelalterliche Stadt mit engen Gassen und stolzen Kirchen. Die engen Gassen gibt es noch, auch die Kirchen, aber viele historische Häuser wurden nach dem Zweiten Weltkrieg durch Plattenbauten ersetzt. Sehenswert ist Bernau mit seiner erhaltenen Stadtmauer dennoch und Ziel dieser Radtour durch Berlin und Brandenburg. Die Strecke verläuft ebenfalls auf einem Fernradweg: dem sehr beliebten Berlin-Usedom Radweg. Auf Berliner Boden folgt er der Panke, die anfangs kaum als Fluss erkennbar ist und später recht idyllisch anmutet.

Erstaunlicherweise wirkt sie neben der Autobahn besonders natürlich. Ein dichter Schilfgürtel säumt das Ufer, Frösche quaken im Wasser. Natürlich wirkt auch das Naherholungsgebiet Karower Teiche. Doch die Teiche sind künstlich und dienten zur Entsorgung von Abwasser. Wie schön, dass man davon nichts mehr sieht. Heute leben auf dem 130 Hektar großen Gelände seltene Vogelarten, Lurche und Kröten. Ein Biotop, überlebenswichtig für Mensch und Natur. In Bernau endet die Tour direkt am S-Bahnhof.

  • Start Alexanderplatz, Ziel Bernau, Distanz 28,4 km, Zeit 3 Std.

Kopenhagener Verhältnisse

Radtour Brandenburg Wer noch ein Stück weiterradelt, kommt am Ende des Lehnitzsees an die beeindruckende Schleuse Lehnitz.
Wer noch ein Stück weiterradelt, kommt am Ende des Lehnitzsees an die beeindruckende Schleuse Lehnitz. Foto: rey perezoso/flickr/CC BY-SA 2.0

Von Berlin nach Kopenhagen, das klingt nach einer kleinen Weltreise, nach Abenteuer. Diese Verbindung gibt es tatsächlich, in Berlin vorbildlich ausgebaut und beschildert. Den Dänen scheint die Verbindung zu Berlin übrigens nicht so wichtig zu sein. Ab Dänemark heißt der Radweg Nationalroute 9. In Berlin dagegen gehört der Fernradweg zu den am schönsten ausgebauten der Stadt. Das wird gleich zu Anfang deutlich, am Spandauer Schifffahrtskanal, der vom großen Gartenarchitekten Peter Lenné angelegt wurde.

Komfortabel rollt es Richtung Spandau zur Havel. Dort nutzt der Berlin-Kopenhagen-Radweg den Havel- und Mauerradweg. Stadt und Land verschwimmen zu einer Einheit. An manchen Bäumen nagt der Biber, an anderen sammelt sich der Müll von Jugendlichen. Neu gebaute Einfamilienhaussiedlungen zeugen davon, dass Berlin längst über seine Stadtgrenze hinaus gewachsen ist. Oranienburg konnte sich eine gewisse Unabhängigkeit bewahren. Das Schloss strahlt in neuem Glanz und bietet mit dem Restaurant „Lieschen und Louise“ eine vorzügliche Möglichkeit, stilvoll zu speisen.

  • Start Hauptbahnhof, Ziel S-Bahnhof Oranienburg, Distanz 47,5 km, Zeit 3 Std.

Notte, dann Rangsdorf

Radtour Berlin Die Sonnenuntergänge am Rangsdorfer See sind legendär.
Die Sonnenuntergänge am Rangsdorfer See sind legendär. Foto: K.H.Reichert/flickr/CC BY-NC 2.0

Von S-Bahn zu S-Bahn zu fahren hat gewisse Vorteile. Zum einen verlässt man damit nie den C-Bereich, was den Fahrschein günstig macht, zum anderen fahren die Züge häufiger. Man kann sich also Zeit lassen und muss nicht auf die Uhr schauen. Gemütlich beginnt die Radtour im Zentrum von Königs Wusterhausen. Die Notte, auch als Nottekanal bezeichnet, ist ein kanalisierter und mittlerweile wieder schiffbarer Fluss. Das Nottefließ war die erste längere, von Menschen schiffbar gemachte Wasserstraße der Mark Brandenburg. Der erste Ausbau mit Schleusen wird um 1568 datiert.

Der frühere Treidelpfad dient heute als Radweg. Bis Mittenwalde, dann führt der Weg weiter über Felder nach Rangsdorf. Rangsdorf stieg mit dem Bau einer Eisenbahn zum Seebad auf. Früher zog es tausende Berliner im Sommer an den Badesee. Aber der See hat einen rückläufigen Wasserstand und droht in den nächsten 150 Jahren vollständig zu verlanden. Seine maximale Tiefe beträgt gerade mal 2,5 Meter. Es lohnt sich, hier den schönen Sonnenuntergang anzuschauen. Und dann sind es nur noch wenige Kilometer bis zum S-Bahnhof Blankenfelde.

  • Start S-Bahnhof Königs-Wusterhausen, Ziel S-Bahnhof Blankenfelde, Distanz 30 km, Zeit 3 Std.

Mauerradweg und Havelkanal

Radtour Berlin Schöne Radtour: Auf dem Mauerradweg bis nach Henningsdorf.
Eine der schönsten Radtouren durch Brandenburg: Auf dem Mauerradweg bis nach Hennigsdorf. Foto: Norhei/Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0

Die Spekte war einst ein kleiner Bach, der vom Havelland nach Spandau plätscherte. Mit der Zeit versandete dieser, verschwand unter Asphalt und Abfall. Nach der Wende wollte Spandau die Spekte wiederbeleben und sanierte den Grüngürtel. Entstanden ist ein wunderbarer Rad- und Wanderweg nach Brandenburg, immer wieder am Wasser entlang. Ist Brandenburg erreicht, geht es den Mauerradweg nach Norden. Im Gegensatz zu anderen Gegenden Berlins ist er hier in einem guten, befahrbaren Zustand. Infostelen erzählen die Geschichte. In Schönwalde führt der Ausflug endgültig raus aus Berlin.

Grund: der Havelkanal. Von der DDR gebaut, um die Schiffe um Westberlin herumführen zu können. An der Wasserstraße entlang geht es zurück zum Mauerradweg und parallel zur Havel nach Hennigsdorf. Dort stellt Bombardier Züge für ganz Europa her, der Radweg führt quasi über das Werksgelände. Wer erschöpft ist, kann nach dieser Radtour durch Brandenburg von Hennigsdorf auch die S-Bahn zurück nach Berlin nehmen.

  • Start S-Bahnhof Griebnitzsee, Ziel S-Bahnhof Potsdam, Distanz 30 km, Zeit 3 Std.

Nach Philippstal zum Spitzenkoch

Radtouren durch Brandenburg In Brandenburg wurde in den letzten Jahren viel gebaut. Hier zu sehen ist der neue Landtag.
In Brandenburg wurde in den letzten Jahren viel gebaut. Hier zu sehen ist der neue Landtag. Foto: TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Diese Radtour führt in den Süden Potsdams. Vorbei an Schlossgärten, an Vorortsiedlung und Villen, bis das ländliche Brandenburg erreicht ist. Die Wechsel von Land zu Stadt sind faszinierend. Manchmal endet die Stadt wie mit dem Lineal gezogen. Kurz darauf geht es durch einen Wald, um dann durch ein Dorf zu fahren, das irgendwo am Rand der Republik liegen könnte. In Güterfelde überrascht ein imposantes Schloss. Es wurde 1803 bis 1804 nach Plänen von David Gilly erbaut. Heute beherbergt es mehrere Eigentumswohnungen.

Noch etwas ländlicher wird es in Schenkenhorst und Philippstal. Zurück geht die Radtour über Saarmund nach Potsdam. Hierfür muss der mittlerweile vierspurige Berliner Ring überquert werden. Anschließend geht es durch Bergholz-Rehbrücke und die Potsdamer Waldstadt zum Hauptbahnhof.

  • Start S-Bahnhof Griebnitzsee, Ziel S-Bahnhof Potsdam, Distanz 30 km, Zeit 3,5 Std.

Wo der Kaiser jagen ging

Radtour Brandenburg Die Naturtherme ist, nicht nur nach einer anstrengenden Radtour, eine echte Empfehlung.
Die Naturtherme ist eine echte Empfehlung, nicht nur nach einer anstrengenden Radtour durch Brandenburg. Foto: Beate Wätzel

Familienfreundlich ist diese Radtour durch Brandenburg in jedem Fall. Fast ausschließlich geht es auf autofreien Wegen durch den Wald, dabei angenehm abwechslungsreich ohne je eintönig zu werden. Eindrucksvoll ist bereits der Bahnhof in Joachimsthal, Kaiserbahnhof genannt. Kaiser Wilhelm II. fuhr hier zu seinem Jagdhaus Hubertusstock. Heute steht das Fachwerkhaus unter Denkmalschutz. Ab dort nutzen wir die Tour Brandenburg, einen insgesamt über 1.000 Kilometer langen Radrundweg um Berlin. Hier in der Uckermark dürfte einer der schönsten Abschnitte sein.

Auf dieser Radtour durch Brandenburg tauchen immer wieder tauchen idyllische Waldseen auf. Bei Ahlimbsmühle steht ein Feriencamp ans Wasser gebaut. Und in Templin ein ganzes Hotel mit über 400 Zimmern in einem Plattenbau. Übrigens: Die Naturtherme Templin ist eine echte Empfehlung.

  • Start Bahnhof Joachimstal, Ziel Bahnhof Templin, Distanz 30 km, Zeit 4 Std.

Rund um Berlins Ziegelrevier

Radtouren durch Brandenburg Es ist schön den Ziegeleipark in Zehdenick mit dem Rad zu durchqueren.
Es ist schön den Ziegeleipark in Zehdenick mit dem Rad zu durchqueren. Foto: imago images/Heinrich

Diese Radroute führt uns auf dem Fernradweg Berlin-Kopenhagen von Dannenwalde zum Großen Wentowsee. Eine kaum befahrene Fahrradstraße, die Kindern viel Spaß macht. Nur zwischen Marienthal und Burgwall, etwa zwei Kilometer lang, muss leider auf der Straße mit teilweise schnellen Autos gefahren werden.

Als erste Pause bietet sich Burgwall an, es ist aber auch nicht mehr weit bis zum Ziegeleipark. Bis Zehdenick bleibt die Strecke quasi autofrei und es ist möglich, gemütlich nebeneinander zu fahren.

  • Start Bahnhof Dannenwald, Ziel Bahnhof Zehdenick, Distanz 20 km, Zeit 3 Std.

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