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Ausflüge

Raus aus dem Winterschlaf: Frühlingsspaziergänge in Berlin

Endlich wieder ohne dicke Jacke aus dem Haus: Auf Frühlingsspaziergängen entdecken wir die Stadt, die aus dem Winterschlaf erwacht. Wir stellen euch die schönsten Routen zu Fuß vor, die Frühlingsgefühle bei euch auflösen – am Wasser, im Grünen oder direkt in der Stadt
Text: Rosanna Tadic
Veröffentlicht am: 06.03.2025
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Foto: Imago/dts Nachrichtenagentur
Der Landwehrkanal an einem der ersten frühlingshaften Tage 2026. Foto: Imago/dts Nachrichtenagentur 

Vom Maybachufer zum Schlesi: Sonnenschein und Schlendern entlang des Landwehrkanals

Einer unserer liebsten Frühlingsspaziergänge durch Berlin startet auf dem Wochenmarkt am Maybachufer. Der Markt gehört für uns zu den schönsten Wochenmärkten Berlins und findet dienstags und freitags statt. An sonnigen Tagen verwandelt sich der Uferbereich zwischen Kottbusser und Hobrechtbrücke in den Place-to-be. Wir nehmen uns eine frische Falafel mit und spazieren im Schatten von Weiden, Ulmen und Robinien Richtung Dreiländereck. Bei Sonnenschein ist man hier besonders gern. An der breiten Stelle des Landwehrkanals, wo die Bezirke Kreuzberg, Neukölln und Treptow aufeinandertreffen, schimmert das Wasser besonders schön. Ein perfekter Ort zum Vitamin-D-Tanken.

Weiter geht es auf dem überwucherten Weg entlang des Kanals, der parallel zur Lohmühlenstraße verläuft. Ihm folgen wir bis in den Schlesischen Busch. In der kleinen Grünanlage gibt es drei Tischtennisplatten. Wer Kelle und Bälle dabei hat und nicht alleine spaziert, sollte also hier für eine Runde Pingpong Halt machen. Am Ende des Parks biegen wir links auf die Schlesische Straße ab und folgen ihr bis zur Falckensteinstraße. Im kleinen, gemütlichen Biergarten Banja Luka lassen wir den Spaziergang mit einem erfrischenden Getränk ausklingen.


Frühlingsgefühle in Kreuzberg 61: Vom Bergmannkiez zum Golgatha

Für den Wasserfall lohnt sich ein Abstecher in den Kreuzberger Viktoriapark immer. Foto: Imago/Schöning

Auf einem urbanen, aber grünen Spaziergang zwischen Südstern und Viktoriapark kann man in Kreuzberg 61 wunderbar den Frühling begrüßen. Auf der Höhe der Bergmannstraße befindet sich ein Eingang zum schönen Friedrichswerderschen Friedhof II. Wir spazieren für einige Minuten über den schönen Friedhof, lassen uns vom Rauschen der Bäume beruhigen und machen vielleicht auch einen Abstecher zum gemütlichen Friedhofscafé. Wir verlassen den Friedhof etwa auf Höhe der Marheineke-Markthalle und schlendern die gesamte Bergmannstraße hinunter, bis diese den Mehringdamm kreuzt und zur Kreuzbergstraße wird. Gute Tipps für die Bergmannstraße haben wir übrigens auch.

Etwa auf Höhe der Großbeerenstraße, einige Gehminuten weiter, biegen wir nach links in den Viktoriapark ein. Wir durchqueren die Grünfläche einmal querfeldein, und wenn der gemütliche Biergarten Golgatha (Saisonstart üblicherweise Anfang April) geöffnet ist, lassen wir uns dort nieder, mit einem kühlen Getränk und einem Snack.


Villenschau in Steglitz: Vom Rathaus zur Königlichen Gartenakademie

Die Schwartzsche Villa ist ein vielseitiges Kulturhaus und ein schöner Ort für einen Zwischenstopp aufn einem Frühlingsspaziergang. Foto: Imago/Schöning

Im Süden Berlins führt ein schöner, knapp drei Kilometer langer Spaziergang vom Rathaus Steglitz am Botanischen Garten entlang bis zur gemütlichen Königlichen Gartenakademie, einem Institut für Pflanzenpflege und Gartenkunst, das auch zu unseren liebsten Gartencentern in Berlin gehört. Wir lassen die laute Kreuzung am Rathaus Steglitz hinter uns und überqueren die kleine umzäunte Grünfläche, die die wenigsten unter dem Namen Charkiw-Park kennen dürften. Für alle, die mit Nachwuchs unterwegs sind: Hier gibt es einen sehr schönen Spielplatz. Im Park befindet sich außerdem die Schwartzsche Villa, ein vielseitiges Kulturhaus, vor dem man bei schönem Wetter außerdem unter weißen Sonnenschirmen ausruhen und in Biergarten-Atmosphäre ein kühles Getränk, einen Salat oder Kuchen genießen kann. Wir spazieren weiter entlang der beschaulichen Rothenburgstraße und überlegen uns, in welcher der berühmten Villen in Berlin wir am liebsten wohnen würden. Weiter geht es „Am Fichtenberg“ nach rechts.

Minutenlang hören wir hier nichts als Vogelzwitschern, nur wenige Autos fahren hier vorbei. Auf der linken Seite kann man durch den hohen Zaun in den Botanischen Garten blicken. Wir durchqueren den lauschigen Ruth-Andreas-Friedrich-Park, nach ein paar Minuten wird der gepflasterte Gehweg zur sogenannten „Zeunerpromenade“, einem versteckten Pfad, der unter einem breiten Blätterdach auf einer Strecke von etwa einem halben Kilometer zur Königin-Luise-Straße führt. Einen Katzensprung entfernt von hier befindet sich übrigens der offizielle Eingang des Botanischen Gartens. Wir aber schlendern weiter, die grüne Altensteinstraße hinunter, bis wir die Königliche Gartenakademie erreichen. Dann ist es Zeit für einen Kaffee in der Sonne und eine Verschnaufpause.


Frühlingsspaziergang durch Mauerpark und Prenzlauer Berg

Die Schwedter Straße ist besonders zur Kirschblütenzeit schön. Foto: Imago/Krauthöfer

Es ist ein Berliner Klassiker: Im Frühling durch den Mauerpark flanieren, am besten noch sonntags, wenn die Sonne hochsteht und der Flohmarkt den Park in ein kunterbuntes Kuddelmuddel verwandelt. Darum wollen wir dem Mauerpark, Berlins grünem Wohnzimmer, auch einen Frühlingsspaziergang widmen. Unser Weg startet in der Gleimstraße, auf der Seite des Mauerparks, die weniger von Touristen überlaufen ist. Wir betreten die Grünfläche und genießen die rund viertelstündige Route, die uns einmal quer durch den Mauerpark führt. Auf der andern Seite des Parks laufen wir weiter auf der Schwedter Straße, die ab April in der Regel wunderschön aussieht, da sie blühende Kirschbäume jedes Jahr in ein romantisches rosa Licht tauchen. Am Ende der Schwedter Straße biegen wir nach links auf die Kastanienallee, bevor wir uns auf ein Getränk im Prater Garten niederlassen. Wer sich näher für ihre Vergangenheit interessiert: Wir erzählen die Geschichte der Kastanienallee in 12 Fotos.


Durch den Tiergarten: Vom HKW zum Café am Neuen See

Wunderschöner Tiergarten: Ein Spaziergang hier sorgt bei Sonnenschein für frühlingshafte Gefühle. Foto: Imago/A. Friedrichs

Dieser frühlingshafte Spaziergang führt durch den Großen Tiergarten und beginnt an der John-Foster-Dulles-Allee in Tiergarten. Bevor wir uns auf den Weg machen, sehen wir uns eine der interessanten Ausstellungen im HKW an und essen vielleicht noch eine Kleinigkeit in der Weltwirtschaft, dem Restaurant des Ausstellungshauses. Wir überqueren die John-Foster-Dulles-Allee und laufen durch den grünen Tiergarten auf der Kastanienallee. Vorbei an dichten Büschen, großen alten Bäumen und umgeben von Vogelgezwitscher führt unser Weg weiter. Parallel zu unserer Route verläuft die Bundesstraße, die dann zur Straße des 17. Junis wird.

Wir passieren diverse Tiergartengewässer, und vielleicht haben wir das Glück, auf dem Weg ein paar Graureiher oder Feldhasen zu beobachten. Am Großen Stern angelangt überqueren wir die Straße des 17. Juni und setzen unseren Spaziergang fort. Eine weitere Ampel führt uns über die Hofjägerallee, und wir folgen der Fasanerieallee, einem grünen Weg, bis zum Neuen See. Hier befindet sich das gleichnamige Café am Neuen See, ein Sehnsuchtsort für Berliner:innen aller Bezirke. Besonders im Frühling, wenn der Biergarten den Betrieb aufnimmt und die Boote am See wieder zum Paddeln bereitstehen, ist das Café am Neuen See ein wunderbarer Ort. Übrigens: Wir kennen noch andere Orte in Berlin, an denen ihr wilde Tiere beobachten könnt.


Von Berlin nach Potsdam bis zur Pfaueninsel

Zur malerischen Pfaueninsel gelangt ihr mit der Fähre. Foto: Imago/Zoonar.com/Stefan Laws

Ein schöner Frühlingsspaziergang führt entlang der Havel bis zur Pfaueninsel. Wir starten an der Glienicker Brücke, dem Bindeglied zwischen Berlin und Potsdam. Die Brücke hat eine bewegte Geschichte: Weil hier während des Kalten Kriegs Gefangenenaustausche von amerikanischen und sowjetischen Spionen stattfanden, bekam die Brücke den Spitznamen „Bridge of Spies“ – Steven Spielbergs gleichnamiger Geschichtsthriller wurde 2014 am Originalschauplatz gedreht. Bevor wir los spazieren, bietet sich noch ein kurzer Abstecher zum Schloss Glienicke an, das nur ein paar Gehminuten entfernt liegt. Es ist umgeben von einem malerischen Schlosspark, der ursprünglich 1823 von Prinz Carl von Preußen in Auftrag gegeben wurde – inspiriert von seiner ersten Italienreise. Das Schloss darf besichtigt werden, aber nur im Rahmen von Führungen.

Wir schlendern los, entlang des malerischen Havelufers, vorbei an alten Villen und viel Grün. Den Blick über das schimmernde Wasser schweifen zu lassen, spendet angenehme Ruhe. Nach rund 45 Minuten Fußmarsch erreichen wir die Pfaueninselchaussee. Hier legt die Fähre ab, die bis zu 150 Personen gleichzeitig in wenigen Minuten hinüber zur Pfaueninsel bringt. Tickets können an der Anlegestelle oder online im Voraus gekauft werden. Im Preis inbegriffen ist der Eintritt für die Pfaueninsel. Auf der großen Liegewiese der Pfaueninsel versorgen wir uns im Kaffeegarten mit Kuchen und kühlen Getränken und machen es uns auf unserer Decke bequem.


Vorbei am Hirschbrunnen zum Rathaus Schöneberg

Unser Lieblingsspaziergang durch Schöneberg führt vorbei am prächtigen Hirschbrunnen im Rudolph-Wilde-Park. Foto: Imago/Dreamstime

Warme Frühlingstage sind natürlich auch in Schöneberg eine Wucht. Wir starten am U-Bahnhof Innsbrucker Platz, überqueren die große Kreuzung und laufen die Innsbrucker Straße hoch. Hier spüren wir schon die typische Kiezgemütlichkeit, und der Verkehrslärm, der uns eben noch störte, verstummt fast. Wir folgen der Innsbrucker Straße für ein paar Gehminuten, biegen dann links in die Heylstraße ab und bewundern die stuckverzierten Fassaden der Mehrfamilienhäuser. Nach rechts führt uns unser Spaziergang weiter durch die Nymphenburger Straße. An dieser blühen im Frühling rosa Kirschblüten. Auf der kleinen Mittelinsel stehen links und rechts insgesamt 17 der Bäume, die dicht aneinander gereiht gepflanzt wurden. Hunderte Blüten bilden dann für kurze Zeit ein rosa Dach, durch das man einfach nur hindurch laufen möchte.

Am Ende des Kirschblütenmeers biegen wir rechts in die Fritz-Elsas-Straße ein und folgen ihr bis zum Eingang vom Rudolph-Wilde-Park. Der Park gehört für uns zu Berlins schönsten Grünanlagen. Wer will, durchquert ihn entlang der Carl-Zuckmayr-Brücke oder spaziert direkt über die charmante Überführung. Mit ihren kunstvollen, steinernen Verzierungen gehört die romantische Brücke für uns sogar zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Schöneberg. Auf der anderen Seite der Brücke laufen wir weiter durch den Park, vorbei am prächtigen Goldenen Hirsch samt Springbrunnen, und stehen vor dem Rathaus Schöneberg. Samstag und sonntags findet auf dem Platz vor dem Rathaus ein traditionsreicher Trödelmarkt statt. Hungrige und durstige Spaziergänger:innen können sich an einem der Imbissstände anstellen. Wer den schönen Frühlingsspaziergang deftig ausklingen lassen will, kann im lauschigen Platzhirsch Biergarten Platz nehmen, ein paar Kartoffelpuffer mit Räucherlachs bestellen und ein kühles Getränk trinken.


Entlang der Domäne mitten durch Dahlem

Einfach mal von der Großstadthektik entspannen: Geht besonders gut in der Domäne Dahlem. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Dahlem lockt mit seiner Ruhe und Natur besonders im Frühling. Unser Spaziergang beginnt am U-Bahnhof Dahlem-Dorf, der mit der U3 direkt an die Innenstadt angebunden ist. Von hier aus führt eine schöne Route mitten durch die Domäne Dahlem, ein ehemaliges Rittergut mit landwirtschaftlichen Flächen. Dieser Ort lässt einen beinahe vergessen, dass man sich noch in der Großstadt befindet.

Am Ende des Franz-Grothe-Wegs überqueren wir die Podbielskiallee und betreten einen idyllischen Park, auch Kaiser-Wilhelm-Platz genannt. Umgeben von Villen lädt die große Rasenfläche zum Ausruhen ein. Weiter geht es über die Schweinfurtstraße in den kleinen Park am Erlenbusch, der sich mit seinem alten Baumbestand und der friedlichen Atmosphäre behaglich anfühlt. Parallel zur gleichnamigen Straße führt der Weg weiter. Über die Englerallee und die Schorlemerallee erreichen wir schließlich den Breitenbachplatz. Die nahe gelegene Schlossstraße lädt zum Bummeln ein. Ein perfekter Abschluss für einen entspannten Frühlingsspaziergang. Noch nicht genug vom Stadtteil? Hier findet ihr 12 Gründe, jetzt nach Dahlem zu fahren.


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Egal zu welcher Jahreszeit: Diese schönen Spaziergänge durch Berlin zeigen euch die Stadt von ihrer besten Seite. Wir stellen euch weitere Orte in Berlin vor, wo ihr im Frühjahr die Kirschblüten bewundern könnt. Für einen ruhigen, freien Kopf nach einer langen, vollen Woche empfehlen wir euch diese schönen Waldspaziergänge in Berlin. Lohnt sich auch immer: ein Ausflug nach Spandau. Wir stellen euch einige schöne Spaziergänge durch Spandau vor – zwischen Wäldern, Parks und Hügeln. Und auch die Routen durch Berlins Osten, die wir euch hier empfehlen, reichen von Friedrichshain bis Köpenick, von Weißensee bis Mahlsdorf. Wenn ihr Inspiration für Tage an der frischen Luft oder neue Orte sucht, werft unbedingt einen Blick in unsere Rubrik „Ausflüge“.

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