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Parks in Berlin

Der Mauerpark: Graffiti, Flohmarkt und Karaoke – alles zur Kult-Grünfläche

Der Mauerpark gehört zu den beliebtesten Parks in Berlin – aber auch zu denen, in die viele Berliner*innen keinen Fuß setzen wollen. Der Erholungswert ist sicher ein Streitpunkt, aber die 2020 eingeweihte Erweiterung hat die Anlage deutlich aufgewertet. Und ab 2022 soll die Anlage saniert werden.

Die Atmosphäre im Mauerpark ist einzigartig – aber auch nicht für alle. Denn an warmen Tagen ist die Kakophonie aus Laienmusikant*innen, besoffenen Tourist*innen und Karaoke schwer erträglich. Und trotzdem: In keinem anderen Berliner Park treffen sich so viele Menschen wie hier. Nirgendwo ist es an Sonnentagen und unter normalen Umständen voller. Berliner*innen verbindet eine Hassliebe mit dem Mauerpark, Besucher*innen finden hier die Stadt in Reinkultur.

Ein Sommerabend im Mauerpark vor der ikonischen Graffitimauer. Foto: Imago/Rolf Zöllner
Ein Sommerabend im Mauerpark vor der ikonischen Graffitimauer. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Karaoke im Amphitheater

Man kommt hierher, weil was los ist. Familien, die im großen Stil grillen (inklusive voller Tisch- und Stuhlmontur). Der wöchentliche Flohmarkt, der spätestens ab Vormittag Opfer seines Ruhms ist. Sonntags-Karaoke im Amphitheater. Neue Graffiti. Menschen verkaufen Essen und Getränke aus Boxen, die sie auf ihre Fahrräder geschnallt haben.

Wie der Name verrät, befindet sich der Mauerpark am ehemaligen Mauerstreifen zwischen den Stadtteilen Wedding und Prenzlauer Berg. Er ist schmal und lang gestreckt, am Gleimstraßen-Ende gibt es immerhin ein hübsches Birkchenwäldchen.

Kultauftritt: Ásdís María mit einem sehr eigenwilligen Cover von Miley Cyrus‘ Wrecking Ball.

Heute Mauerpark, früher Exerzierplatz und Fußballfeld

Geschichte Der östliche Teil des Parks wurde schon im 19. Jahrhundert genutzt – zunächst als Exerzierplatz des preußischen Militärs, später auch als Sportplatz. Der 1892 gegründete Fußballverein Hertha trug hier Spiele aus. Ab 1961 wandelte sich das Bild völlig: Das Gebiet wurde Teil des Grenzgebiets zwischen West- und Ost-Berlin. Wo heute der Mauerpark ist, war damals Sperrgebiet.

Nach der Wiedervereinigung entschied man sich, den Mauerstreifen zur öffentlichen Grünfläche zu machen. Die Allianz Umweltstiftung spendete 4,5 Millionen Mark zur Gestaltung des Parks, der 1994 eröffnet wurde.

Für die Grünfläche engagiert sich der Verein Freunde des Mauerparks seit 1999. Die Fläche der Anlage wurde stetig erweitert, zuletzt ist der Mauerpark 2020 gewachsen.

2020 war der Mauerpark bisweilen menschenleer – und wuchs an, neue Flächen kamen hinzu. Foto: Imago/Seeliger
2020 war der Mauerpark bisweilen menschenleer – und wuchs an, neue Flächen kamen hinzu. Foto: Imago/Seeliger

Um den Neubau von 600 Wohnungen, die unmittelbar an das Grün angrenzen, gab es lange heftigen Streit. Und auf den Mauerpark kommt bereits die nächste Veränderung zu: Ab 2022 soll das Gelände saniert und behutsam umgestaltet werden. 2026 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Neben neuen Wegen, mehr Rasenflächen und neu gepflanzten Bäumen könnte es zukünftig auch WLAN geben.

Besonderheiten Üblicherweise finden am 30. April Walpurgisnacht-Feierlichkeiten mit Lagerfeuern und künstlerischen Darbietungen statt. Das Ende des Winters wird im Mauerpark mit Trommeln, Rasseln und vielen anderen Instrumenten angestimmt, dazu finden Feuershows statt. 2019 fielen die Feierlichkeiten jedoch wegen Lärmbeschwerden aus, 2020 wegen Corona.

Grillen im Mauerpark ist auf ausgewiesenen Flächen möglich. Foto: Imago/Seliger
Grillen im Mauerpark ist auf ausgewiesenen Flächen möglich. Foto: Imago/Seliger

Hunde, Grillen, Lage: Was man über den Mauerpark wissen muss

Sportangebote: Der Mauerweg führt direkt durch den Park und ist ideal zum Joggen und Radfahren. Zusätzlich grenzen die Max-Schmeling-Halle und der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, wo verschiedenste Sportveranstaltungen stattfinden, direkt an das Parkgelände.

Grillen Das Grillen ist auf ausgewiesenen Flächen von 8 bis 20 Uhr, Juni bis August sogar bis 21 Uhr, erlaubt. Generell ist zu beachten, genügend Abstand zu Bäumen und Sträuchern zu halten. Des Weiteren darf der Grill nicht auf dem Boden oder in dessen Nähe betrieben werden. Für die abgebrannte Kohle gibt es dafür vorgesehene Aschecontainer. Und bitte lasst euren Müll nicht liegen!

Öffnungszeiten Der Mauerpark ist jederzeit geöffnet.

Alptraum für die einen, Kult für die anderen: Karaoke im Mauerpark war vor Corona ein Massenevent. Foto: Imago/Schöning
Alptraum für die einen, Kult für die anderen: Karaoke im Mauerpark war vor Corona ein Massenevent. Foto: Imago/Schöning

Besuch mit Hund Es gibt ein umzäuntes Hundeauslaufgebiet im südlichen Teil, in dem Hunde frei laufen dürfen. Im restlichen Park, müssen sie an der Leine geführt werden. Leider dürfen Hunde nicht auf Spielplätze mitgeführt werden.

Besuch mit Kindern Es ist fast immer viel los und daher gibt es auch viel zu beobachten: die Graffiti Künstler an der ‚Hinterlandmauer‘ oder die Hunde in ihrem Auslaufgebiet. Zusätzlich gibt es auch den Regenbogen Spielplatz im westlichen Teil des Parks. Er ist zwar eher klein, aber dennoch super für einen entspannten Nachmittag draußen. Er bietet Rutschen, Schaukeln sowie einen überdachten Sandkasten an. Weitere Schaukeln finden sich auch gleich neben dem Amphitheater.

Flohmarkt im Mauerpark Der Verkauf von Trödel und Street Food gehört zum festen Programm für viele Berlin-Besucher*innen, auch wenn das Gewusel nerven kann. Üblicherweise findet der Flohmarkt sonntags statt, aktuelle Informationen gibt es hier.

Fun Fact 2011 war der Mauerpark Namensgeber und Schauplatz eines Mordes für eine „Tatort“-Folge.

Immer was los: Auch im Winter findet gelegentlich mal ein Spontankonzert statt. Vom Riesen-Rave bis zum Ausdruckstanz hat es im Mauerpark schon alles gegeben. Foto: Imago/Zöllner.
Immer was los: Auch im Winter findet gelegentlich mal ein Spontankonzert statt. Vom Riesen-Rave bis zum Ausdruckstanz hat es im Mauerpark schon alles gegeben. Foto: Imago/Zöllner.

Anfahrt Den Mauerpark erreicht ihr gut mit der U-Bahn: Entweder mit der Linie U2 zur Eberswalder Straße oder mit der U8 zur Voltastraße oder Bernauer Straße. Auch mit der Tram kommt ihr gut hin: Mit der M10 (Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Wolliner Straße oder U Eberswalder Straße) oder mit M1 und 12: Schwedter Straße, U Eberswalder Straße. Mit der Buslinie 247 könnt ihr an der Wolliner Straße oder Demminer Straße aussteigen. Nachts fährt die Linie N2 am U-Bahnhof Eberswalder Straße.

  • Mauerpark Eberswalder Straße, Gleimstraße, Prenzlauer Berg

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