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Berliner Parks auf Google: „Drogen, Pimmel, Scheiße“

Google-Bewertungen sind selten charmant, aber immer unterhaltsam. Auch über die Berliner Parks ließen sich einige aus. Manche kritisieren die Gerüche, andere die Besucher:innen und ganz andere wiederum die Polizei. Doch nicht alles ist schlecht, viele sind auch sehr zufrieden. Denn laut einigen Google-Bewertungen sind die Berliner Parks Anlaufstelle für Hedonismus, Techno, Freiheit und eine ganze Menge Weed. Wir haben die kuriosesten Bewertungen gesammelt. Viel Spaß!


Görlitzer Park: Google-Bewertung 3,9

Laut Google kommt man im Görlitzer Park einfach an guten Stoff. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Der Görlitzer Park liegt im Herzen Kreuzbergs, direkt zwischen Emmauskirche und Landwehrkanal. Seit 1980 ist der Park eine populäre Anlaufstelle der Berliner:innen zum Spazieren und Entspannen. Auf 14 Hektar bietet die Grünfläche mehrere Sport- und Spielplätze sowie einen Kinderbauernhof. Jedoch ist der Görli nicht nur ein beliebter Park – sondern auch Drogenumschlagplatz.

Dies wirkt sich aber positiv auf die Google-Bewertungen aus, denn die Görli-Kund:innen scheint das umfangreiche Angebot der Straßenhändler:innen zu überzeugen. Auch wird die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Görlitzer Park durch sein Impfangebot besonders ernst genommen.

Disclaimer: Kein Impfstoff, sondern Heroin.


Volkspark Hasenheide: Google Bewertung 4,2

Der Outdoor-Club Hasenheide lädt mit Live Musik zum Raven ein. Foto: Imago/Jürgen Held

Im Norden von Neukölln befindet sich der Volkspark Hasenheide. Den Namen hat der Volkspark Friedrich Wilhelm zu verdanken, der vor Ort 1678 ein Hasengehege anlegen ließ. Tierisch geht es auf der Hasenheide immer noch im Tierpark zu, wo ihr Ziegen und Vögel beobachten könnt. Oder ihr geht eine Runde joggen oder trefft euch mit Freunden zum Minigolfen auf der Grünanlage. Der Park schüttelt allmählich sein Schmuddel-Image ab. Denn dass das nicht immer so war, beweisen die Bewertungen auf Google.

Schließlich ist die Hasenheide eine beliebte Rave-Location im Sommer. Um den Outdoor-Club gab es Berichte, dass viele den Abschied von Corona mit Orgien im Gebüsch feierten. Gut zu wissen: Laut Google ist die Qualität der Straßenhändler:innen deutlich höher als die im Görli.


Lustgarten: Google-Bewertung 4,6

Im Lustgarten findet man leider nicht so viel Lust. Feuchtfröhlich geht es dort trotzdem zu. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Der Lustgarten wurde 1573 angelegt und verschönert seitdem die Museumsinsel in Mitte. Die zwei Hektar große Grünfläche ist für seine große Granitschale vor dem Alten Museum und für das Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm III bekannt.

Der Name des Parks ist leider etwas irreführend, besonders viel Lust ist dort nicht zu finden. Suchende sollten gegebenenfalls im Volkspark Humboldthain vorbeischauen. Im Lustgarten sind überwiegend „Pokémon Go“-Spieler:innen zu finden.


Mauerpark: Google-Bewertung 4,4

Der Mauerpark verwandelt sich sonntags zum Outdoor-Wohnzimmer. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Der Mauerpark war zu Zeiten der DDR ein Grenzstreifen zwischen Wedding und Prenzlauer Berg. Heutzutage erinnert nur noch eine kleine Mauer, die als legale Graffiti-Spray-Fläche genutzt wird, an diese Zeit. Insbesondere sonntags mutiert die 15 Hektar große Grünfläche zum Outdoor-Wohnzimmer. Dann versammeln sich Tausende von Menschen, um auf dem Flohmarkt zu flanieren, im Park zu grillen oder dem Karaoke im Amphitheater zu lauschen.

Leider ist der Name des Mauerparks genauso irreführend wie der des Lustgartens. Zwar befindet sich eine Mauer im Park, jedoch ist diese nicht besonders groß. Dieses Manko spiegelt sich auch in den Bewertungen auf Google wider. Dafür gibt es aber ein großes Angebot an Alkohol und anderen Rauschmitteln.


Körnerpark: Google-Bewertung 4,5

Im Körnerpark sind leider nur nackte Frauen und keine Körner zu finden. Schade! Foto: Imago/Jürgen Held

Neuköllns grünes Schmuckstück mit Orangerie und Fontänen ist der Körnerpark. Auf 2,4 Hektar finden sich Cafés, eine Galerie und mehrere Wasserspiele. Der Park liegt fünf bis sieben Meter unterhalb der Straßenebene. Einst war dort eine Kiesgrube. Wenn man runter zur grünen Wiese läuft, kommt man zur langen Treppe. Durch das anmutige Denkmal erscheint der Körnerpark wie ein prachtvoller Schlossgarten.

Die Grünfläche scheint aber auch nackte Frauen und schlecht gelaunte Polizist:innen anzuziehen. Wahrscheinlich haben sie sich zusammengeschlossen, um Körner zu suchen.


Treptower Park: Google Bewertung 4,6

Beim Entspannen im Treptower Park sollte man darauf achten, dass man sich nicht in Hundescheisse setzt. Foto: Imago/Jürgen Held

Direkt an der Spree gelegen liegt der Treptower Park. 84 Hektar groß und nah genug am Wasser, um einen kleinen Hafen zu beherbergen. Die Besucher:innen können mit Kajak und Co. an Hausbooten, Wohnsiedlungen und Natur vorbeirudern. Oder sie machen an der vier Kilometer langen Uferpromenade einen idyllischen Spaziergang. Ansonsten kann man sich einfach im Park die Füße zwischen Rosengarten und sowjetischer Gedenkstätte vertreten.

Ansonsten lockt der Treptower Park aber auch Geschlechtsteile, Hundescheisse und Dieb:innen an. Ziemlich vielseitig also. Für die Autofahrer:innen gibt es aber auch was Nettes: Parkplätze in Parknähe.


Tempelhofer Feld: Google Bewertung 4,5

Auf seinen Flieger wartet man auf dem Tempelhofer Feld vergeblich. Foto: Imago/Jürgen Held

Seit 2010 wird das Tempelhofer Feld als Park und Freizeitfläche genutzt. Davor war es unter anderem ein Paradeplatz der Berliner Garnison, später dann Ziel der Luftbrücke. Zudem war der Flughafen Berlin-Tempelhof einer der ersten Verkehrsflughäfen in Deutschland, bis 2008. Die Geschichte des Tempelhofer Feldes ist bewegt. Heute ist es ein beliebter Treffpunkt zum Abhängen.

Wie die Google-Rezensionen zeigen, wissen viele wohl nicht, dass der Flughafen geschlossen ist. Mit Rollkoffer und Fernweh bepackt ziehen sie los, um dort den nächsten Flieger zu erwischen. Schaulustige Sadist:innen hoffen hingegen, dass Menschen auf der ehemaligen Rollbahn überrollt werden. Vielleicht haben diese es auf die vielen nervigen Typen auf dem Tempelhofer Feld abgesehen.


Großer Tiergarten: Google Bewertung 4,6

Schildkröten sollten sich vor bösen Schubsen:innen und freilaufenden Bolognesern in Acht nehmen. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Der Große Tiergarten ist mit seinen 210 Hektar wahrhaftig Berlins Central Park. Mit Sehenswürdigkeiten wie der Siegessäule, dem Sowjetischen Denkmal und vielen Statuen von Dichtern und weiteren Prominenten ist er sowohl bei Tourist:innen als auch bei den Einheimischen beliebt. Obwohl der Park in Mitte gelegen ist, kommt es einem durch die abwechslungsreiche Landschafts so vor, als ob man sich im Wald befindet.

Doch leider tummeln sich auch böse Schildkröten-Schubser:innen und freilaufende Bologneser zwischen aggressiven Fahrradfahrer:innen. Vorsicht ist also im großen Tiergarten geboten.


Volkspark Friedrichshain: Google Bewertung 4,5

Der Volkspark Friedrichshain ist gerade für Hunde perfekt. Foto: Imago/PEMAX

Der 1846 angelegte Volkspark Friedrichshain ist Berlins älteste kommunale Grünanlage. Historisch hat der Park auch einiges zu bieten. Dort findet sich der Friedhof der Märzgefallenen, eine der schönsten Brunnenanlagen Berlins und zwei Bunkerberge. Doch er lädt auch mit seinen Freizeit- und Sportanlagen zum Verweilen an. Und im Sommer bietet der Volkspark auch immer wieder Freiluftkino und Konzerte an.

Und was sagen die Menschen in den Google-Bewertungen dazu? Zwischen ventilierenden Müttern und zu vielen Schwaben aus dem Prenzlauer Berg kann man im Volkspark Friedrichshain immerhin noch den ein oder anderen zufriedenen Hund bewundern.


Volkspark Humboldthain: Google Bewertung 4,4

Die vielen Büsche im Rosengarten des Volksparks Humboldthain laden Pärchen dazu ein auf Erkundungstour zu gehen. Foto: Imago/Schöning

Wer durch den Volkspark Humboldthain in Mitte spaziert, kann auf 29 Hektar durch den Wald spazieren, im Rosengarten an den Blumen schnuppern und im Wassergarten entspannen. Zudem befindet sich dort das Kriegsrelikt des Flakturms, von dem man einen fantastischen Blick über die Stadt bekommen kann.

Direkt neben dem Volkspark befindet sich der gleichnamige Club Humboldthain. In der Parkanlage findet man ausnahmsweise keine Drogen, dafür aber Pärchen, die nach dem Raven im Club noch ausgelassen in den Gebüschen aftern. Eventuell hat die nackte Frau aus dem Körnerpark diesen mit dem Volkspark Humboldthain verwechselt.


James-Simon-Park: Google Bewertung 4,5

Eine außergewöhnliche Duftnote könnt ihr im James-Simon-Park riechen. Vorsicht, nichts für empfindliche Nasen. Foto: Imago/Stefan Zeitz

Der James-Simon-Park liegt im Ortsteil Mitte und wurde nach dem berühmten Berliner Unternehmer James Simon anlässlich seines 75. Todestages im Jahre 2007 benannt. Die Parkanlage ist denkmalgeschützt und befindet sich in Nähe des beliebten Berliner Ausgeh- und Flanierviertels.

Wenn man sich im Park befindet, weht einem der süßliche Geruch einer grünen Pflanzenart gemischt mit Gülle in die Nase. Dieses Geruchsexperiment kann bei manchen Besucher:innen solche Aggressionen auslösen, dass sie diese in Messerstechereien austragen müssen, zumindest laut einer Google-Bewertung.


Invalidenpark: Google Bewertung 4,1

Der Invalidenpark steckt laut Google-Bewertungen voller Überraschungen. Foto: Imago/Olaf Schielke

In der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs befindet sich der Invalidenpark. Die kleine Grünanlage besonders als Treffpunkt für Streiks bekannt. Denn direkt daneben liegt das Regierungsviertel, durch das die Demonstrant:innen bei ihren Protestaktionen lautstark durchlaufen. Aber die Google-Rezensionen zeigen auch, dass der Invalidenpark für andere Dinge genutzt werden kann.

Mit seinen 2,5 Hektar ist der Invalidenpark nicht besonders groß, aber mit genug Alkohol im Blut kann man dies getrost vergessen. Selbst aller Alkohol der Welt kann einem nicht den Schmerz nehmen, den man täglich verspürt, wenn man sich zur Arbeit schleppen muss, wie eine Google-Bewertung zeigt.


Noch mehr Grünes in Berlin

Falls ihr nicht so gerne in Parks feiert, schaut doch in unserer Clubrubrik für coole Raves und Partys vorbei. Ihr geht gerne spazieren, habt aber nach alldem keine Lust auf Parks? Schöne Straßen in Berlin: Stadtspaziergänge zum Verlieben. Der Herbst ist die perfekte Jahreszeit um herauszukommen, hier spürst du die bunte Jahreszeit am besten. Mehr Ziele findet ihr in unserer Ausflüge-Rubrik.

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