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Volkspark Prenzlauer Berg: Berliner Wein und die Trümmer des Alex

Der größte Park des Prenzlauer Bergs ist umgeben von Häusern, die die meisten wohl eher nicht mit dem Viertel verbinden: Einfamilienhäuser, Plattenbauten und Kleingartenanlagen rahmen den Volkspark Prenzlauer Berg im Osten des Stadtteils ein. Pappeln, Eschen und Ahorn, Robinien und Weiden schmiegen sich an den Hügel im Park, über die Wege in Serpentinen den Berg hoch ziehen. Der ist übrigens noch jung und, so wie die meisten Erhebungen in Berlin, nicht natürlichen Ursprungs.

Der Eingang zum Volkspark Prenzlauer Berg ist massiv.
Der Eingang zum Volkspark Prenzlauer Berg ist massiv. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Die Oderbruchkippe wird zum Volkspark Prenzlauer Berg

Geschichte Der Volkspark Prenzlauer Berg ist noch jung. Im 19. Jahrhundert hatte sich die Stadt noch nicht bis auf die Äcker und Brachen ausgebreitet, die damals das Bild des Areals bestimmten. In den 1920er Jahren legte die Stadt Kleingärten, doch die meisten von ihnen blieben nicht lange – denn in den 1930ern kamen die Nazis an die Macht und stürzten Europa in den schrecklichen Zweiten Weltkrieg.

Mehr als zehn Jahre nach Kriegsende – ab den späten 1950ern – entstand aus den Trümmern des Alexanderplatz der Hügel, auf dessen Wegen heute die Menschen spazieren gehen und joggen. Obendrauf kam der Schutt abgerissener Häuser aus dem Mauerstreifen, zum Beispiel von der Bernauer Straße.

Es dauerte noch bis zum Ende der 1960er Jahre, bis winterharte, europäische Bäume auf den Trümmern gepflanzt wurden, Wege auf den alten Fahrtrassen für die Schutt-LKW entstanden und die sogenannte Oderbruchkippe zum Volkspark Prenzlauer Berg wurde. Namensgeber der Kippe war natürlich nicht der rund 70 Kilometer entfernte Oderbruch an der polnischen Grenze, sondern die Oderbruchstraße südlich vom Park. Heute umfasst der Park inklusive Trümmerberg 29 Hektar.

Im Winter guckt man vom Trümmerberg aus über den Park bis hin zu den Plattebauten. Foto: tipBerlin

Wein, Grillen, Lage: Was man über den Volkspark Prenzlauer Berg wissen muss

Besonderheiten Wein gedeiht in Deutschland allenfalls in Südwestdeutschland? Mitnichten! Oder habt ihr euch noch nie gefragt, woher der Weinbergspark in Mitte und die Weinmeisterstraße ihre Namen haben? Bereits im 12. Jahrhundert begannen die Menschen in der Mark Brandenburg Wein herzustellen und im 19. Jahrhundert gründete sich der Ostdeutsche Weinbauverein in Berlin. Die letzten Rebstöcke am Weinbergspark allerdings mussten wenig später, im Jahr 1912, weichen.

Seit 1999 aber wachsen in Berlin wieder Weinreben – und zwar im Volkspark Prenzlauer Berg. Vier Jahre später wurde der erste Berliner Riesling in 0,5-Liter-Flaschen gefüllt, gefördert vom Bezirksamt Pankow. Seitdem ist jedes Jahr Weinlese am Fuß des Trümmerberges. Wenn es gut läuft, geben die 500 Weinstöcke Trauben für etwa 500 Liter Weißwein.

Weinlese im Volkspark Prenzlauer Berg: Auch Berlin kann Wein.
Weinlese im Volkspark Prenzlauer Berg: Auch Berlin kann Wein. Foto: Imago/Pemax

Sportangebote Sportanlagen gibt es im Volkspark Prenzlauer Berg nicht. Dafür ist das Joggen und Spazieren dank des Berges und die vielen verschiedenen Wege, die sich um ihn herum- und hinaufschlängeln, umso abwechslungsreicher.

Fun Fact Das Eingangstor sieht ein bisschen aus, als wäre ein Teil von Stonehenge durch Raum und Zeit gereist und am Fuße des Trümmerberges gelandet. Außerdem begegnen einem im Park an unerwarteten Stellen Kunstobjekte.

Grillen Grillen ist nicht erlaubt. Auf diesen Grillplätzen in Berlin dagegen dürft ihr den Grill anwerfen.

Öffnungszeiten Der Park ist rund um die Uhr zugänglich

Besuch mit Kindern Kinder können sich im Volkspark Prenzlauer Berg auf dem Abenteuerspielplatz austoben. Bei Schnee führt eine Rodelbahn den Trümmerberg hinunter.

Einer der wenigen Orte, wo man in Berlin rodeln kann, ist der Trümmerberg im Volkspark Prenzlauer Berg. Foto: Imago/Matthias Koch

Besuch mit Hund Der Park eignet sich gut für entspannte Spaziergänge mit dem Hund, ein Hundeauslaufgebiet, wo der Leinenzwang nicht gilt, gibt es allerdings nicht. Stattdessen können sich eure Vierbeiner auf diesen Hundewiesen in Berlin ohne Leine austoben.

Anfahrt Am Besten erreicht man den Park mit den Tramlinien M5 und M6 und steigt an der Haltestelle Judith-Auer-Straße aus. Die nächste S-Bahn-Station ist die Ringbahnstation Landsberger Allee, von dort läuft man etwa 15 Minuten zum Park.

  • Volkspark Prenzlauer Berg Angrenzende Straßen: Hohenschönhauser Straße, Maiglöckchenstraße, Schneeglöckchenstraße, Sigridstraße

Mehr Berlin erleben

Berlin ist eine grüne Stadt, aber nicht auf jeden Park stößt man von selbst. Schöne Parks in jedem Stadtteil findet ihr bei uns. Manchmal muss man richtig aus der Stadt raus, um den Alltagsstress zu vertreiben, in die Weite Brandenburgs, um abzuschalten. Wir haben Tipps zum Wandern in Brandenburg, rund um klare Seen und über wilde Pfade. Oder man sehnt sich nicht nur nach dem Rauschen von Bäumen, sondern den Geräuschen eines ganzen Walds. Für diese 12 Waldspaziergänge müsst ihr Berlin nicht verlassen, seid aber trotzdem in der Natur.