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Zecken in Berlin: Wo sie vorkommen – und wie ihr euch schützt

Warmes Wetter in Berlin wäre schön – wenn da nicht die Zecken wären. Nach dem langen, kalten Winter warten sie schon auf frische Beute, genauer Blut. Ihre Bisse schmerzen nicht, führen nicht einmal zu Pusteln wie Mückenstiche. Sie würden eigentlich kaum stören, wären sie nicht so eklig – und würden in seltenen Fällen Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung auslösen.

Da die Corona-Maßnahmen Freizeitbeschäftigungen derzeit noch auf ausgedehnte Spaziergänge und Essen-to-go reduzierten, wird es viele in den (endlich!) nahenden warmen Tagen in Parks, Wälder und an Gewässer ziehen. Orte, an denen Zecken vorzugsweise lauern. Damit ihr für die Blutsauger gewappnet seid, haben wir hier einen kleinen Ratgeber für euch.


Wann beginnt die Zeckensaison?

Zecken in Berlin sind leider keine Seltenheit. Was ihr zu den lästigen Tieren wissen müsst, erklären wir euch. Foto: Imago/Blickwinkel
Zecken in Berlin sind leider keine Seltenheit. Was ihr zu den lästigen Tieren wissen müsst, erklären wir euch. Foto: Imago/Blickwinkel

Genau genommen stecken wir mittendrin. Sobald die Temperaturen unter acht Grad Celsius liegen, fallen Zecken in eine Winter-Kältestarre. Wird es wärmer, erwachen sie. Von Frühling bis Herbst sind sie entsprechend aktiv. Das gilt allerdings auch für einen milden Winter, der hierzulande durchaus keine Seltenheit ist.


Warum sind Zecken gefährlich?

Würden sie nur Blut saugen, wären Zecken lediglich lästig. Leider übertragen sie eine Vielzahl an Krankheiten, darunter die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Sie kann zu grippeähnlich Symptomen (Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen) und im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung führen. Etwa jeder Dritte erkrankt nach dem Biss von einer FSME infizierten Zecke, heißt es hier auf einem Impfportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit ist die Lyme-Borreliose. Bei rund der Hälfte der Erkrankten macht sie sich bereits nach wenigen Tagen durch eine Hautrötung bemerkbar. Die ist meist kreisförmig und etwa handflächengroß. Weiteres, deutlich häufigeres Anzeichen sind wie bei FSME grippeähnliche Symptome, die treten in der Regel Wochen nach dem Zeckenbiss auf.

Wird sie nicht frühzeitig behandelt, kann die Infektion aufs Nervensystem oder auch Körperorgane wie das Herz übergreifen und zu Entzündungen führen. Auch Spätfolgen können auftreten, etwa Gelenkentzündungen. Greift die Borreliose aufs Nervensystem über, können sich Gehirn und Rückenmark entzünden. Das passiert jedoch sehr selten.


Wie hoch ist das Infektionsrisiko?

Natürlich gilt bei den Erkrankungen das Kann, nicht Muss. Im vergangenen Jahr wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) 704 FSME-Fälle in ganz Deutschland gemeldet. Bei Borreliose gibt es keine genauen Zahlen, aber Schätzungen. Zwischen zwei und fünf Prozent aller Zeckenbisse führen zu einer Infektion, schreibt das RKI.

Wichtig: Gegen FSME gibt es Impfungen, gegen Borreliose nicht. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Vielreiser:innen und Bewohner:innen von FSME-Risikogebieten eine Impfung. Bei Borreliose dauert es meist zwölf Stunden oder länger, bis der Erreger übertragen ist. Wer die Zecke schnell entfernt, kommt heil davon.

Noch wichtiger: Treten Symptome auf, solltet ihr sie ärztlich abklären.


Wo lauern Zecken in Berlin?

Es gibt keine Zeckenzählungen, dafür aber eine Übersichtskarte von Zecken.de basierend auf Zahlen des RKI, die ihr hier finden könnt. Die zeigt, wo innerhalb einer Fünfjahresperiode Menschen durch einen Zeckenbiss an FSME erkrankten. Keine Sorge, laut der Karte (Stand: 2020) gibt es in Berlin keine Hochrisikogebiete. Unter anderem in Steglitz, Marzahn und Lichtenberg wurden vereinzelt FSME-Infektionen gemeldet. Unabhängig davon können Zecken überall in der Natur lauern, sei es in Parks, Wäldern oder auch dem heimischen Garten.


Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Zuerst die schlechte Nachricht: Einen 100-prozentigen Schutz gegen Zeckenbisse gibt es nicht. Dennoch lässt sich das Risiko reduzieren. Der erste (und unkreative) Tipp ist, Unterholz sowie hohes Gras zu meiden. Wo nichts ist, kann auch nichts schiefgehen. Verschlägt es euch doch mal abseits der Waldwege, dann bestenfalls in geschlossener Kleidung, mit der Hose in den Socken und eingesprüht mit zeckenabweisenden Mitteln.

Helle Kleidung hilft zusätzlich, Zecken frühzeitig zu erkennen. Wo wir beim Thema sind: Nach Spaziergängen solltet ihr euren Körper absuchen und die Tiere, falls nötig, mit einer Zeckenzange oder Pinzette am Kopf entfernen, nicht mit den Händen – sonst quetscht ihr eventuell ihren Mageninhalt mitsamt Erregern in euren Körper.


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