Die wichtigsten Eröffnungen und Aufführungen im Mai

Fujiko Nakayas Nebelskulptur im Garten der Neuen Nationalgalerie

Sie war im Sommer 2025 ein Publikumsliebling: die Nebelinstallation der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya im Garten der Neuen Nationalgalerie. Zu festen Uhrzeiten hüllte sie Skulpturen, Bäume und Besucher:innen in feine Tröpfchen. Nun gibt es ein Revival: ab 30. April sprühen die Düsen wieder fotogen. Von der Terrasse am schönsten und ohne Eintritt.
Neue Nationalgalerie Potsdamer Str. 50, Tiergarten, Di–Mi 10–18, Do 10–20, Fr–So 10–18 Uhr, 16/ 8 €, bis 18 J + TLE frei, 30.4.–25.10.
„Berlin-Karussel. Die Akademie als lebendige künstlerische Praxis“ am Hanseatenweg
Da hat er sich wieder etwas ausgedacht: Der Berliner Künstler und Komponist Arnold Dreyblatt lädt Besuchende dazu ein, in der Halle der Akademie der Künste zuzusehen (und gegebenenfalls mitzuwirken), wenn Akademiemitglieder und Gäste an ihren Werken arbeiten. Rund 40 Kulturschaffende, Initiativen und Institutionen wirken bei dem „Berlin-Karussel“ mit, von der Künstlerin Nanne Meyer bis zum Lyrikverein Versatorium. Ab 14 Uhr wird geschaffen, an Abenden wie dem des 10. Mai das Entstandene aufgeführt.
Akademie der Künste Hanseatenweg 10, Tiergarten, 14–19 Uhr, auch 25.5. geöffnet, Eintritt frei, Abendprogramm: adk.de, ab 19 Uhr: 7,50 / 5 €, 1.5.-7.6., Eröffnung: 30.4., 19 Uhr
Som Supaparinyas Premiere in Berlin

Som Supaparinya dreht fantastische Aufnahmen. 2025 zeigte die thailändische Künstlerin in Hannover Filmporträts von Flüssen zwischen Myanmar und Bangkok, die von Flüchtenden, Hafenarbeitern, Tourist:innen und Umweltschützer:innen erzählen. Nun feiert die Ex-Stipendiatin des DAAD-Künstlerprogramms in Berlin eine Premiere: Ihre Videoinstallation „Melted Stars“ verfolgt Routen zwischen Thailand und Indien, die die japanische Armee im Zweiten Weltkrieg einschlug.
DAAD-Galerie Oranienstr. 161, Kreuzberg, Di–So 12–19 Uhr, bis 7.6., Talk mit Screening: 2.5., 18 Uhr
„Cruising the Countryside“ im Schwulen Museum
Kunst und historische Dokumente bieten im Schwulen Museum Anschauungsmaterial und Reflexionen zu 100 Jahren queerem Leben in Dörfern und Landwirtschaft. Fotoporträts von Pancho Assoluto, Gemälde von Harry Hachmeister und alte Aufnahmen aus dem Kunsthof Lietzen führen in Etappen queerer Emanzipation jenseits der Großstädte.
Schwules Museum Lützowstr. 73, Tiergarten, Mo, Mi, Fr 12–18, Do 12–20, Sa 14–19, So 14–18 Uhr, 10/ 5 €, bis 18 J. frei, 1.5 –2.11., Eröffnung: 30.4., 19 Uhr
Artspring Berlin bläst in drei Stadtteilen zur Schnitzeljagd auf Kunst

Das zehnte Artspring Kunstfestival führt in Pankower Ateliers und Werkstätten von rund 300 teilnehmenden Künstler:innen. Und macht erlebbar, dass sich nach 1990 zwischen Prenzlauer Berg und Weißensee viele internationale Künstlerinnen niedergelassen haben, doch auch vor 1989 hier viel Kunst entstand. Der Auftakt findet in der Festivalzentrale, dem Atelierhaus Milchhof statt, das sein 35-jähriges Jubiläum feiert.
Milchhof Schwedter Str. 232, Prenzlauer Berg, alle Orte: artspring.berlin, Offene Ateliers: 30.+31.5., Festival: 1.–31.5., Eröffnung: 30.4., 18 Uhr
400.000 Holzklötze: Lina Lapelytė lädt im Hamburger Bahnhof zum Bauen ein

© Lina Lapelytė. VG Bild-Kunst, Bonn 2026. Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / art/beats, Florian Mag
Auf der Venedig-Biennale 2017 begeisterte Lina Lapelytė mit ihren Mitstreitenden Publikum und Jury mit der Darbietung im Pavillon von Littauen: eine Strandszenerie, in der die Sonnenbadenden von einem nahenden Untergang sangen. Jetzt hat die Künstlerin den Hamburger Bahnhof in einen duftenden Bauhof verwandelt: 400.000 Klötze aus Fichten- und Kiefernholz laden Besuchenden ein, unendlich viele Möglichkeiten zu bauen.
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart Invalidenstr. 50, Mitte, Di, Mi, Fr 10–18, Do 10–20, Sa+So 11–18 Uhr, 16/8 €, bis 18 J. + TLE frei, So Familien 10 €, bis 10.1.2027, Eröffnung: 30.4., 19 Uhr
Gallery Weekend 2026 mit neuen Teilnehmenden
Das Gallery Weekend ist Barometer für Stimmung und Qualität des Berliner Kunstmarkts. Seine 22. Ausgabe ab 1. Mai besticht trotz Weltkrisen mit Spitzenware und Neuerungen. So zählen zu den neu teilnehmenden Galerien in der Sektion Perspektives Max Goelitz, Haverkampf Leistenschneider, Anton Janizewski, Mountains, Persons Projects, Walter Storms und Shahin Zarinbal. Unsere Empfehlungen fürs Gallery Weekend findet ihr hier. Und was die Spitzenkunst zur Spitzenzeit ausmacht, lest ihr hier.
Verschiedene Orte 1.–3.5., Eröffnungen: 1.5., 18–21 Uhr, Öffnungzeiten: 2. + 3.5., 11–18 Uhr
So tickt die Kunst in Berlin: das Sellerie Weekend

Schuhe aus Gemüse, Kunst am Pool Die Monate Mai und Juni werden ein Paradies für Projekträume und Publikum: Das Sellerie Weekend führt parallel zum Gallery Weekend an rund 100 experimentelle Kunstorte. Ein riesiger Überblick über das, was in Berlin jenseits von Museen und Galerien möglich ist, und doch manchmal auch dorthin gelangt. Mehr übers Sellerie Weekend lest ihr hier.
Sellerie Weekend rund verschiedene 100 Orte, 1.–3.5.
Spoiler Birkenstr. 1., Moabit, Anlaufstelle und Startpunkt der Fahrradtour
Alle Orte und Termine: hier
Bildjournalismus und Dokumentarfotografie: World Press Photo Ausstellung
Fotos, die die über Kontinente verteilten Jurys der World Press Photos Awards auswählen, geben intime Einblicke in das jüngste Weltgeschehen. Die Themen reichen vom Protest gegen ICE in den USA bis zu den jungen Frauen in Marokko, die auf ihren Pferden an den Tbourida-Reitfesten – einem immateriellen Weltkulturerbe – teilnehmen. Chantal Pinzi aus Berlin hat sie fotografiert. Weltklasse.
Willy-Brandt-Haus Stresemannstr. 28, Kreuzberg, Di–So 12–18 Uhr, Ausweis erforderlich, 8.–31.5., Eröffnung: 7.5., 19 Uhr
Jubiläum des Frauenmuseums: On Her Way

Runden Geburtstag hat ein Verein mit dem irreführenden Namen Frauenmuseum: Das Bündnis von Künstlerinnen gegen Gender Pay und Gender Show Gap wird 30. Rund 30 Mitglieder stellen nun im Kunstquartier Bethanien aus, unter ihnen Harriet Groß, Beate Spitzmüller und Christine Falk. Im Zentrum der Schau mit Gegenwartsanalysen und Zukunftsentwürfen steht ein Tisch mit kleinen Kunstobjekten aller Teilnehmerinnen, der als Ausgangspunkt für Gespräche dienen soll. Kuratiert wird die Schau von Almut Hüfler, deren feine Ausstellungskonzepte unter anderem aus dem Verein Frontviews im Projektraum Haunt bekannt sind.
Kunstquartier Bethanien Projektraum, Mariannenplatz 2, Kreuzberg, Mo–So 12–18 Uhr 8.–16.5., Eröffnung: 7.5., 18 Uhr
Anton Corbijn eröffnet im Fotografiska Berlin

© © Anton Corbijn
Größen aus Musik, Film und Kunst hat der 70-jährige Fotograf Anton Corbijn porträtiert. Seine Post-Punk-Jugend im niederländischen Protestantismus spricht noch immer aus vielen seiner Schwarz-Weiß-Fotos. Rund 150 Abzüge verschiedenen Formats zeigt das Fotografiska ab 9. Mai. Zeitgleich laufen die Ausstellungen von Phillip Toledano, der mit KI-manipulierten Fotografien irritiert, von Bruce Gilden, der Porträtierten auf der Straße hart ins Gesicht blitzt, und von der Fotokünstlerin Anja Ehrenstein, die in Recherchenetzwerken zu digitaler Wirtschaft arbeitet.
Fotografiska Berlin Oranienburger Str. 54, Mitte, Mo–So 10–23 Uhr, Eintritt 15/ 10 €, bis 12 J. frei. Toledano: bis 31.5., Ehrenstein: bis 12.6., Gilden: bis 23.8., Corbijn: 9.5.–20.9.
Collagen haben Konjunktur: die Berlinage #3
Ginger Sedlarova, Phyllis Schwartz und weitere Künstler:innen haben sich in Berlin getroffen, um gemeinsam Collagen zum Thema Stadt schaffen. Nun stellen sie aus und bieten Workshops für Laii:nnen an. Denn die Collage hat auch bei Amateur:innen ein großes Revival erfahren: Multiperspektivisch, zersplittert und verfremdet entspricht sie der Wahrnehmung unserer Gegenwart.
GlogauAir Art Space Glogauer Str. 16, Kreuzberg, Workshops: berlinage.berlin, 14.5. –16.5., Eröffnung: 13.5., 18 Uhr
Eine kritische Würdigung von 30 Jahren Karneval der Kulturen

Der Karneval der Kulturen, der am 24. Mai über die Frankfurter Allee zieht, ist Ausdruck internationaler Communities in der Stadt und zugleich Projektionsfläche für exotische Fremdbilder. So lautet die These der Ausstellung „Vom Sehen und Gesehenwerden“ mit Arbeiten von 13 dem Karneval verbundenen Künstler:innen, die das von ihnen beobachtete Paradox thematisieren, unter ihnen Guillermo Gómez-Peña & Coco Fusco sowie Su-Ran Sichling. Die Ausstellung mit Performances findet zum 30. Geburtstag des Umzugs statt.
Kunstquartier Bethanien Studio 1, Mariannenplatz 2, Kreuzberg, Mo–Fr 14–20 Uhr (geschl. 18.5.), Sa–So 12–20 Uhr, 13.–26.5.
Hinter den Kulissen: „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“
Ohne den Verleger und Kunsthändler Paul Cassirer hätten weder der deutsche noch der französische Impressionismus noch Literatur von Heinrich Mann und Else Lasker-Schüler in Berlin solche Erfolge gefeiert. Anlässlich ihres 150. Geburtstags würdigt ihn die Alte Nationalgalerie mit einer Präsentation von 120 Werken des Impressionismus und der Klassischen Moderne, die Einblicke in die Sammlung des Hauses und seine Verbindung zu dem Kunsthändler geben. Paul Cassirer starb vor 100 Jahren, wenige Tage, nachdem er im Büro seines Scheidungsanwalts auf sich geschossen hatte.
Alte Nationalgalerie Bodestr. 1–3, Mitte, Di–So 10–18 Uhr, 14/7 €, bis 18 J. + TLE frei, 22.5.–27.9., Eröffnung: 21.5., 19 Uhr
Politische Botanik: „Osage Orange“ im Gutshaus Steglitz

Lang schon recherchiert die Berliner Künstlerin Antje Majewski zu Pflanzen und Landraub in den USA, zuletzt zum Osagedorn, einem Baum mit apfelsinengroßen nichtessbaren Früchten. Indigene nutzten sein Holz für die Herstellung von Jagdwaffen, weiße Siedler:innen dagegen pflanzten den Baum rund um ihre Weiden auf ehemaligem Bisonland. Für ihre neue Ausstellung kooperiert Majewski mit der Künstlerin Jen Tiger, einer Angehörigen der Osage Nation, die unter anderem mit Schmuck arbeitet.
Gutshaus Steglitz Schloßstr. 48, Steglitz, Mi–Mo 10–18 Uhr, 29.5.–18.10., Eröffnung: 28.5., 18.30, mit Künstlerinnengespräch
Ausstellung, Oper, konzertante Aufführung: Petrit Halilajs „Syrigana“
Dem Künstler Petrit Halilaj hat seine Oper „Syrigana“ aus dem Kosovo 2025 in eine erfolgreiche Berliner Ausstellung verwandelt: Zwischen Kostümen und Kulissen hört das Publikum des Hamburger Bahnhofs einer modernisierten Fabel über Versöhnung und queere Liebe zu. Am Schluss der Schau nun führt die Kosovo Philharmonie „Syrigana“ hier in einer Konzertfassung auf.
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart Invalidenstr. 50/ 51, Tiergarten, Ticketverkauf ab 1.5. www.smb.museum, 25/15 €, 29.5. + 30.5., jeweils 18.30, 20.30 Uhr, Ausstellung bis 31.5.
Noch mehr Projekträume: das Project Space Festival 2026

Während das Sellerie Weekend der Berliner Projekträume Anfang Mai an drei Tagen ein Feuerwerk zündete, lässt sich das ältere Project Space Festival mehr Zeit: Jeden Tag findet eine Eröffnund oder Veranstaltung in einem anderen Kunstort statt. Es nehmen teil in alphabetischer, nicht chronologischer Reihenfolge: Acud Galerie, affair, Barazani.berlin, Beton Berlin, Cittipunkt, Co-Making Matters, die raum, diffrakt, Errant Sound, gr_und, Guts, Hildegard, Kleine Humboldt Galerie, makām, Make-up, Mehringplatz 20, Neun Kelche, panke.gallery, Passage, Pickle Bar, Raum für drastische Maßnahmen, Sap Space, Satellit, Scherben, Solaris, stay hungry, Spoiler Aktionsraum, super bien!, The Watch und Tropez.
Verschiedene Orte 30.5–28.6., Adressen und Termine im Laufe des Mai auf: projectspacefestival.berlin
Mai 2026 in Berlin
Feiertag: 1. Mai 2026 in Berlin – die wichtigsten Veranstaltungen
Bühne:Die wichtigsten Theaterpremieren im Mai
Musik: Konzert-Highlights im Mai 2026 in Berlin
Film: Neu im Kino – Filmstarts im Mai 2026
Familie: Monatsvorschau mit Familien-Tipps im Mai
Literatur: Lesungen und Bücherfeste – Literatur-Tipps im Mai
Stadtleben: Die Vorschau für den Mai
Sparsam: Gratis im Mai 2026 in Berlin