Kultur & Freizeit in Berlin

Badende in der Kunst

Seit dem 19. Jahrhundert gelten Strände als Orte des Amüsements und der Selbstinszenierung, auch Künstler wie Gauguin, Munch oder Gerhard Richter haben sich mit der Badekultur auseinandergesetzt, wie die Ausstellung "Wir gehen baden" zeigt

Wir gehen baden

Was gibt es Schöneres als Baden an einem heißen Sommertag? Spätestens mit Entwicklung der Seebäder im 19. Jahrhundert galten Strände als Orte des Amüsements, der Zerstreuung und der Selbstinszenierung. Das Kupferstichkabinett breitet das populäre Motiv epochenübergreifend aus. Auch die Erotik spielt dabei eine Rolle: Schamhaft und kokett blickt Rembrandts nackte Diana ihren Voyeur an. Paul Cйzanne und Max Pechstein führen das arkadische Miteinander von Mensch und Natur vor. Urkomisch rudert Daumiers Trockenschwimmer zu Übungszwecken in der Luft herum. Seit der Antike ist das Meeresufer auch als Ort der Erneuerung präsent. Auf Bildern von Gauguin, Munch oder Gerhard Richter fühlt sich der Betrachter zum Überdenken der eigenen Existenz animiert. Überraschend ein Plakatentwurf vom Swimmingpool-Fetischisten ?David Hockney für die Olympiade 1972 in München, auf dem er das ornamentale Kräuseln der Wellen beim Eintauchen einfängt. Auch für kühlere Tage sehr zu empfehlen.    

Text: Martina Jammers

Foto: Kupferstichkabinett, SMB / Dieter Asmus © VG Bild-Kunst, Bonn 2014 (Dieter Asmus: Mädchen am Meer, 1973. Farbsiebdruck, 55 x 75,7 cm.)

tip-Bewertung: Herausragend

Kupferstichkabinett Matthäikirchplatz, Tiergarten, ?Di–Fr 10–18 Uhr, Sa–So 11–18 Uhr, ?bis 26.10.

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