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Bakery im Lido

Bakery haben einen weltbekannten Übervater. Die Musik ist leider geil

Foto: Alexander Schneider

Die vorurteilsfreie Google-Suche des Musikers Noah Becker führt in die Abgründigkeit des Boulevards. Mit seinem Bad-Boy-Charme ziehe er Frauen an, erfahren wir bei „Gala“. Ein Blick auf „Promiflash“ lehrt uns, dass er am Busen einer Unbekannten geschmust habe, wo er sich doch vor Kurzem noch mit einem Nacktmodel „prächtig zu verstehen schien“, Augenzwinker. In welch grelle Blitzlichtwelt Noah Becker als Sohn des berühmten Boris hineingeboren wurde!
Seit neuestem aber tritt er als Bassist und Produzent eines Berliner Bandkollektivs in Erscheinung, das sich mehrdeutig „Bakery“ nennt. Der Name des Übervaters steckt drin. Zugleich klingt darin das englische „baked“ an, was auch „bekifft“ heißt. Sänger und Frontmann Temple, Schlagzeuger Anton und Bassist Noah wollen sich „langsam weiterentwickeln“, wie sie sagen – als offenes Kollektiv, das von Folk und Blues über Techno, Hip-Hop und Jazz bis hin zu klassischer Musik beeinflusst ist. Das im November 2016 erschienene Debüt „Lucy“ ist der erste Streich dieses Projekts: lässig wabernder Bass, atmosphärische Synthie-Soundflächen, Piano- und Gitarrenriffs – darüber psychedelischer Gesang. Einerseits erinnert der Bakery-Sound an Radiohead, andererseits an The Doors, Beatles – und auch deren LSD-Trips.

Lido Cuvrystr. 7, Kreuzberg, Do 12.10., 20 Uhr, VVK 18 €

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