Ungewöhnlich

Bei der Nudelmesse

Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ ist eine satirische Religionsgemeinschaft mit weltweiter Anhängerschaft. Autorin Meret Eikenroth war bei einer Messe dabei

Foto: Michael Brett

Davor Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ – irgendwie hatte ich davon schon mal gehört. Dass ihre Mitglieder allerdings regelmäßig Nudelmessen veranstalten, wusste ich nicht. Zusammen mit meinem Freund mache ich mich an einem Samstagabend auf ins Restaurant Knofel in Prenzlauer Berg, wo an diesem Tag eine Messe stattfinden soll.  

Währenddessen Mit 20 Menschen sitzen wir an ­einer langen Tafel. Viele hier sind ­alteingesessene „Pastafari“; sie tragen Namen wie Farfalle, Sosus
Tomatus oder Elli Spirelli. Ein paar Neue sind auch dabei. Neben mir sitzt eine Frau, an deren Ohren ­selbstgebastelte Nudelohrringe baumeln. Sie sei schon oft auf einer der wöchentlichen Messen in Templin gewesen, erzählt sie. Nach einem gemeinsamen Mahl erheben sich alle und ­bilden einen Kreis. Bruder Spaghettus, mit Rauschebart und wallendem Gewand, verliest die „Gebete“ von einem Nudelholz. Dann präsentiert seine Frau die ­„Reliquien“: eine auf magische Weise auch nach mehreren Treffen unberührte Flasche Schnaps, eine Piratenflagge. Am Ende erhält jede*r noch eine geweihte Nudel (anstelle des Leib Christi) und einen Schluck Bier aus einem silbernen Kelch (statt des Blutes) – denn diese Messe ist vegan.

Danach Die Nudelmesse war wirklich eine tolle Erfahrung. Wir wurden herzlich aufgenommen und haben viel gelacht. Aber auch ernste Kritik an Religionen und der Institution Kirche kam nicht zu kurz. Na dann: Ramen.

Regelmäßig stattfindende Heilige Nudelmesse „Papst Al Zarkawi I. Gedächtniskirche“, Schulzenfelde 9, 17268 Templin, jeden Freitag 10 Uhr, www.pastafari.eu

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