Kommentar

„BER-Bierbike-Ballermann“ von Erik Heier

Es ist vorbei. Der BER wird niemals fertig werden. Es macht keinen Sinn mehr, ihn noch weiterzubauen

Jörg Sancho Pernas, Wikimedia Commons, CC 3.0

Die Entrauchungsanlage nennen sie dort schließlich nicht Monster, weil die so ein knuffiges Pixar-Disney-Wolldings ist. Der TÜV-Bericht, den der „Tagesspiegel“ jetzt aufgetan hat, ist deutlich. Bei meinem alten Auto kannte der TÜV doch auch kein Erbarmen. Warum sollte das in Schönefeld anders sein? Mag der Flughafenchef am 15. Dezember auch einen Eröffnungstermin nennen. 2020 oder 2021. Er wird egal sein. Wie alle sechs Eröffnungstermine davor egal waren. Verlorene Jahre, verlorene sechseinhalb Milliarden Euro!
Was hätten wir damit alles anstellen können? Eine Wohnungsbaugesellschaft zurückkaufen zum Beispiel. Wowereit und Sarrazin haben vor 13 Jahren die GSW für 405 Millionen Euro verschenkt. Die Deutsche Wohnen reichte 2013 dafür 1,8 Milliarden herüber. Immer noch nicht mal die Hälfte der BER-Kosten! Nein, es ist vorbei. Die Arbeiter am BER können jetzt nach Hause gehen. Dann wird der BER verfallen. Ruine werden. Nicht so schön wie ein aztekischer Tempel, sicher. Aber wir haben ja keine 650 Jahre Verfallzeit. Ramona Pop will Touristen in die Außenbezirke ­lotsen. Mehr „Außen“ als am BER geht gar nicht. Dort sollten die Bierbikes, die die Wirtschaftssenatorin verbieten will, weiterrollen dürfen. Ein Kracher für Sauftouristen. Immer die Start- und Landebahnen rauf und runter. Zur Großdisko-Deppentechno-Beschallung. BER-Bierbike-Ballermann. Ein Dreiklang aus der Hölle. Aber besser als alles, was jetzt ist.

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