Berlin ART

VERSCHOBEN:
„Living the City“
in der ehemaligen Abfertigungshalle des Flughafen Tempelhofs –
Führung mit dem Kurator Lukas Feireiss

Foto: Renou Schnepp

Die Stadt der Zukunft. Die Ausstellung Living the City soll Visionen
für das Leben in der Stadt aufzeigen.

In einer begehbaren narrativen Stadtcollage begegnen Besucherinnen zahlreichen Geschichten von Menschen und Projekten, die sich aktiv für Stadt und Stadtgesellschaft einsetzen. Diese Geschichten stellen Fragen zu ganz grundlegenden Tätigkeiten wie Lieben, Leben, Bewegen, Teilnehmen, Lernen, Spielen, Machen und Träumen in der Stadt.. Die Ausstellung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik – eine Initiative des Bundesinnenministeriums, der Länder, des Deutschen Städtetages und des Deutschen Städte- und Gemeinbundes – zeigt Prozesse und Handlungsmöglichkeiten in Städten in ganz Europa. Für drei Monate verwandelt sich der ehemalige Flughafen Tempelhof in einen Schauplatz städtischen Lebens. Durch Living the City verwandelt sich die Abfertigungshalle, sie wird erstmals für eine Ausstellung verwendet, in einen Stadtraum mit über 50 Projekten aus Architektur, Kunst und Stadtplanung. Der Kurator Lukas Feireiss selbst führt einmalig zwölf Neugierige durch die Ausstellung über Städte, Menschen und Geschichten. Gemeinsam diskutieren sie über die Geschichten und Visionen hinter den Projekten, die bewegen und berühren, die mitfühlen und mitdenken lassen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmerinnen einen Ausstellungskatalog,
bevor abschließend die Gelegenheit besteht, bei Kaffee und Gebäck sich über das Erlebte auszutauschen.

Text: Mariella Doblhofer

Samstag, 14.11. um 12 Uhr, Treffpunkt: 11.45 Uhr, ehemalige Abfertigungshalle des Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 5, Tempelhof

Preis: 24 € (inklusive Ausstellungskatalog, Kaffee und Gebäck)

Wichtiger Hinweis: Aufgrund der neuen Corona-Verordnungen muss die Veranstaltung im November leider verlegt werden! Der Nachholtermin wird noch bekannt gegeben. Bereits gekaufte Tickets behalten Ihre Gültigkeit.

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ABGESAGT:
„Tomorrow Never Knows“
in der Galerie Köppe Contemporary – Führung mit Julia Benz und Jim Avignon

Foto: „Tomorrow Never Knows“ / Julia Benz, Jim Avignon

Keiner weiß, was morgen ist, sang John Lennon im Jahr 1966, sein Song „Tomorrow Never Knows“ landete auf dem Beatles-Album „Revolver“. Die lässige Unbekümmertheit ist dem Leben im Hier und Jetzt verpflichtet, was die Zukunft bringt, wird man schon sehen. Lennon bezog seine Inspiration aus dem „Tibetanischen Totenbuch“ und bewusstseinserweiternden Erfahrungen mit LSD. Das Lied markiert den Beginn der Sixties-Revolution, als die Hippies Anlauf nahmen, um die Welt radikal zu verändern. 54 Jahre später übernehmen der Berliner Künstler Jim Avignon und die Malerin Julia Benz den Titel für eine gemeinsame Ausstellung in der Galerie Köppe Contemporary. Die Ungewissheit des Titels entspricht neben den kulturellen Verweisen auch dem isolierten Corona-Lebensgefühl des Duos. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe tipBerlin ART werden beide Künstler persönlich durch die Schau führen.

Dass sich Avignon auf die Flower-Power-Ära bezieht, erscheint erst einmal ungewöhnlich, denn die Wurzeln des umtriebigen Universalkünstlers liegen eher in den Anfängen der Techno-Kultur. In den späten 1980er-Jahren begann er, als bildender Künstler der aufkeimenden elektronischen Tanzmusik einen visuellen Ausdruck zu geben. Avignon gestaltete Flyer und Plakate für Partys, später auch Clubs und Wagen, die bei der Loveparade mitfuhren. Schaut man genauer hin, erschließt sich jedoch die Verbindung von den Blumenkindern zu den Ravern der ersten Stunde. Liebe, Hedonismus, bunte Muster und psychedelische Drogen spielten in beiden Szenen eine wichtige Rolle.

Avignons Bilder auf diese fröhlichen und lebensbejahenden, aber doch naiven Vorstellungen zu reduzieren, funktioniert trotzdem nicht. Seine Kunst ist stets kritisch, kontrovers, satirisch. Die meisten Motive haben eine Doppelbödigkeit, die globale wie lokale Probleme und Krisen kommentieren. Ob Gentrifizierung, Klimaveränderung oder Einsamkeit und die Anonymität der Großstadt. Er ist ein Berlin-Chronist, der unentwegt malt und unermüdlich unterwegs ist, in kleinen Hinterhofgalerien und Clubs ausstellt, ebenso wie in anerkannten Galerien. Der neben der Kunst auch mit seinem Musikprojekt Neoangin reüssiert und selbst Ausstellungen und Konzerte organisiert. Avignon registriert die Spannungen und Entwicklungen dieser Stadt wie ein Seismograph und bannt sie – in schrillen Farben und dem unnachahmlichen expressiven Stil, der von Pop Art über Comic-Kunst bis zum Expressionismus reicht – blitzschnell auf Pappe, Leinwand, Holz, Karton und was ihm sonst noch so vor den Pinsel kommt. Seinen figürlichen Darstellungen des fantastisch-abgründigen Lebens in der Metropole stehen Julia Benzs abstrakte Arbeiten gegenüber, die die Künstlerin, teilweise in gewaltigen Formaten, mit Acrylfarbe, Tusche oder Spraydose produziert. So hat sie zuletzt ein riesiges Werk für die renommierte Fotogalerie C/O Berlin verwirklicht. Benz will den „Betrachter mit abstrakten Andeutungen zu eigenen Assoziationen anregen“.

Die unterschiedlichen Herangehensweisen von Benz und Avignon korrespondieren in der Ausstellung und lassen den Betrachter im Hier und Jetzt die Welt reflektieren, ohne eine Antwort darauf zu geben, was morgen sein wird. Darauf muss man schon selbst kommen.

Text: Jacek Slaski

Donnerstag, 1.12., 18 Uhr, Gallerie Köppe Contemporary, Knausstr. 19, Grunewald

Preis: 19 € (inkl. Poster und Buch Trouble „With The Aardvark“)

Wichtiger Hinweis: Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnungen musste die Veranstaltung leider abgesagt werden!

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