Musik & Party in Berlin

„Berlin, Beats & Boats“ auf der Spree

Eine Bootstour als Club-Event: Die Electro-Labels der Hauptstadt bitten mitten auf der Spree zum Tanz.

Berlin, Beats and BoatsDie Idee, eine Party auf einem Schiff zu feiern, ist sicherlich nicht neu. Aber gleich die gesamte Berliner Clubszene im wahrsten Sinne des Wortes mit ins Boot zu holen, das hat die Hauptstadt zum ersten Mal 2009 erlebt. Dieses Jahr läuft die Flotte „Berlin, Beats & Boats“ erneut aus: Der seetaugliche Partygänger erwirbt dafür ein Ticket für ein Boot seiner Wahl, das jeweils von einem oder mehreren Berliner Labels beschallt wird, die das kreative Programm an Bord eigenverantwortlich gestalten. Die Route führt die Schiffe ab dem Mittag des 10. Juli durch Mitte, unter die Oberbaumbrücke und in den Müggelsee.
Organisiert wird das Event im Rahmen der Partyreihe „Stadt Strand Fluss“ von der Veranstaltungsagentur „Workisplay“. Das Konzept hat maßgeblich deren Geschäftsführer Bob Shahrestani (Foto unten) entwickelt: „Unsere Inspiration war durchaus der ‚Queensday‘ in Amsterdam. Dort geht wirklich jedes Schlauchboot aufs Wasser. Aber das ist in Berlin schlichtweg nicht zu realisieren. Wir dürfen dazu auch nicht aufrufen, das wäre für uns rechtlich nicht zu verantworten.“
Natürlich ist ein Event dieser Größenordnung eine logistische Herausforderung. „Wir rechnen mit insgesamt rund zweitausend Besuchern, verteilt auf zehn Boote. Damit sind wir bereits fast ausverkauft“, so der gebürtige Münchener. Trotzdem, ein gewisses finanzielles Risiko bleibt immer. „Richtig Geld verdient man mit dieser Party nicht, weil die Besucherzahl auf den Booten schon sehr begrenzt ist. Außerdem ist alles, was schwimmt, teuer – obwohl uns die Reedereien gute Preise bieten.“
Als Herausgeber des Magazins „Partysan“ ist Shahrestani schon lange eng verbunden mit dem Clubleben und weiß, worauf es ankommt. „Es hat sich schnell herumgesprochen, dass wir einen sauberen Job machen und die Boote in tadellosem Zustand zurückgeben. So haben wir Partner gewonnen, mit denen man langfristig zusammenarbeiten kann.“ Zum Beispiel eine bekannte Biermarke oder einen großen Zigarettenfabrikanten als Sponsoren. Doch auch bei den Behörden stieß das Projekt auf Gegenliebe. „Vom Senat sind wir insgesamt gut unterstützt worden, weil wir uns im letzten Jahr an alle Absprachen gehalten haben. Es wurde erkannt, dass unser Event auch für die Stadt eine wirtschaftliche Bedeutung hat“, erzählt Bob.  
Bob ShahrestaniDie Assoziation, dass es sich bei der Schiffsparty um eine Art „Love Parade auf der Spree“ handelt, liegt nahe – trifft es aber nicht. „Der entscheidende Unterschied ist, dass wir durch den gezielten Ticketverkauf kein Laufpublikum haben“, so der 40-Jährige, der sich ganz bewusst aus der Diskussion um die „Mediaspree“ heraushalten möchte. „Unsere Veranstaltung ist unpolitisch. Dass die ‚Megaspree‘-Organisatoren sich nach uns nun ausgerechnet auch den 10. Juli für ihre Demonstration ausgesucht haben, ist schon recht unglücklich. So war das von uns definitiv nicht geplant.“
Überhaupt nicht planen kann man hingegen das meteorologische Schicksal. „Sollte es wirklich regnen, wird eben unter Deck gefeiert. Aber wir haben den Sonnenschein gepachtet“, glaubt Veranstalter Bob Shahrestani. Und so heiß es auch sein mag: Seine Party wird wohl nicht baden gehen.

Text: Jan Schimmang

Berlin, Beats & Boats, Die Party-Bootstour findet am Samstag, den 10. Juli, auf der Spree statt. Das Ticket für ein Schiff kostet 25 Euro. Mit dabei sind DJs wie Sascha Funke, Oliver Koletzki oder Adam Port.

Am Ende des Tages findet die Tour ihren Ausklang beim „East Port Festival“ in der Arena Treptow mit u.a. Tobi Neumann, Andre Galluzzi, Woody oder Guido Schneider. Der Eintritt dort kostet 17 Euro.

Mehr Infos: www.stadtstrandfluss.de

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