Berlin entdecken

Berlin mit Apps erkunden: Von Geschichte bis Street Art

Für alles gibt es Apps, sogar zum Wiegen. Bevor ihr aber auf euren Bildschirm springt, könnt ihr euer Smartphone nutzen, um Berlin zu erkunden. Schont das Display und den Geldbeutel – und da es in der Hauptstadt gelegentlich schwer ist, sich bei dem vielseitigen Angebot zu verlieren, wohl auch die Nerven. Aber wer Berlin erkunden will, findet Apps für jeden Bereich. Bei unzähligen Kunstwerken, Denkmälern, Restaurants und Bars braucht es ohnehin Hilfsmittel, ob man nun Touri ist oder hier lebt. Wir geben euch einen Überblick: Mit diesen Apps könnt ihr Berlin erkunden.


berlinHistory: Berlin erkunden mit Geschichtsuntericht

In der berlinHistory-App gibt es sogar eine Tour zu den berühmtesten Orgeln in Mitte. Natürlich ist auch die im Berliner Dom vertreten. Berlin erkunden mal anders. Foto: Imago/Raimund Müller

Jede Stadt ist ein Museum, in Berlin ballt sich Geschichte allerdings besonders. Mauerreste, verlassene Fabrikanlagen, das Brandenburger Tor, die Stasi-Zentrale, um einen Bruchteil zu erwähnen. Auch Skulpturen erzählen ihre Geschichten, mal mythische wie der Kentaur und die Nymphe auf der Museumsinsel, mal sozialistische wie der Bauarbeiter in der Karl-Liebknecht-Straße. Mit der App berlinHistory, benannt nach dem gleichnamigen Verein, könnt ihr einige der historischen Attraktionen der Hauptstadt schnell aufspüren.

Sie umfasst eine Karte mit vielen Markern, die allesamt mit Texten versehen sind. Zusätzlich gibt es vorgefertigte Routen mit Audioguide, zum Beispiel entlang der ehemaligen Stalinallee (heute bekannt als Karl-Marx-Allee). Zwei Nachteile: Die App erscheint mitunter überladen, was an den vielen Markern liegt. Dadurch wirkt die Karte ein wenig pockenkrank. Es braucht ein bisschen, um sich zurechtzufinden. Außerdem ist der Speckgürtel so gut wie leer. Vielleicht wird ein wenig ergänzt, wäre doch nett. Immerhin könnt ihr auch außerhalb des Zentrums Berlin erkunden.

  • berlinHistory Android/iOS, kostenlos

Erinnerungsorte: Für Aufklärung

Foto: Imago/blickwinkel

Ergänzend zu berlinHistory gibt es noch die Erinnerungsorte-App von der Bundeszentrale für politische Bildung. Deutschlandweit zeigt sie Denkmäler für die Opfer der NS-Zeit, von denen es auch in Berlin viele gibt. Wie von der Behörde gewohnt, gibt es auch hier viele lehrreiche Inhalte. Stolpersteine sind leider nicht vermerkt. Dafür gab es zwar in der Vergangenheit eine eigene Anwendung von einem anderen Anbieter, doch den Dienst haben die Verantwortlichen eingestellt. Dennoch: Gerade in Berlin gibt es viele Orte des Gedenkens. Schön, wenn diese mitsamt ihren Hintergründen aufgelistet sind.

  • Erinnerungsorte Android/iOS, kostenlos

Berlin Food: Mhmmmm

Thai-Restaurants Berlin Like Thai Vegan in Friedrichshain
Wo ihr das bekommt, erfahrt ihr in der Food-App. Kleiner Tipp: Ist thailändisch und vegan. Foto: Aida Baghernejad

Zugegeben, es ist schräg, eigene Produkte in einem journalistischen Beitrag zu bewerben. Ungefähr so, als würde tipBerlin etwas über Berliner Medien schreiben und sein Hausmagazin hervorheben, „besonders spannend ist tipBerlin, erscheint im Zweiwochentakt, ist supi!“. Hier sei angemerkt, dass Apps mit Gastro- und Berlinfokus bisher nicht verfügbar sind. Es gibt Allrounder wie Going Local Berlin oder Trip Advisor, aber eben keine reine Foodapp mitsamt Kritiken für die Hauptstadt. Berlin Food beinhaltet das.

Auch hier gibt es eine Karte mit Markern und kleinen Texten. Je nach Standort könnt ihr etwas picken und speisen. Bars werden auch zuhauf erwähnt, trinken ist also drin. Gestärkt und beschwipst lässt sich Berlin doch am besten erkunden. Allerdings setzt die volle Nutzung ein Abo voraus. 99 Cent für den Monat, 1,99 Euro fürs Quartal, 49,99 Euro fürs Leben. Wie lange ihr auch auf dem Planeten weilt, die App wäre dabei und hilft, Berlin zu erkunden. Hier bekommt ihr ein paar zusätzliche Infos zur Food App.

  • Berlin Food Android/iOS, eingeschränkt kostenlos, für mehr braucht’s ein Abo

Berlin Murals: Keine Schmiererei, sondern Kunst

Der Trabi an der East Side Gallery ist immer einen Blick wert. Dank Berlin Murals spüren ihn selbst Ahnungslose auf. Foto: Imago/imagebroker

In der ganzen Stadt zieren gewaltige Kunstwerke die Häuserfassaden. Gelegentlich mit schwierigem Hintergrund, etwa das von Boateng-Mural in Wedding, ein „Alle können es packen“-Märchen, gestiftet von Nike. Häufig sind sie aber aufklärerisch, man denke an den Trabi, der durch die Mauer bricht, an der East Side Gallery. Schön sind sie alle, nur häufig versteckt. Kleine Blumen in Betonwäldern. Sie aufzuspüren braucht Zeit, Geduld, häufig auch Glück. Berlin Murals drückt euch eine Karte mit vielen der Wandgemälde in die Hand. So lassen sie sich deutlich leichter aufspüren, danke GPS! Die App selbst ist spartanisch gehalten, die Marker sind zunächst gebündelt. Bei Berührung ploppen sie auseinander. Macht das Ganze übersichtlicher. Tja, wer braucht schon den Louvre? Wollt ihr im Voraus ein paar Eindrücke bekommen, könnt ihr euch unseren Überblick zu Street Art in Berlin anschauen.

  • Berlin Murals Android/iOS, kostenlos

Actionbound: Geocaching in cool

Mit der richtigen App kann Geocaching Spaß machen. Foto: Imago/Michael Eichhammer

Geocaching, die Funktionsjacke unter den Freizeitaktivitäten. Ihr wandert, sucht via GPS kleine Schätze in der Natur, hinterlasst Nachrichten a la „ich war auch hier, ich hab’s gefunden, gezeichnet Guido“. Aber es ist natürlich kein schlechtes Hobby, ihr lernt Stock und Stein kennen, vielleicht sogar fremde Gärten (keine Aufforderung, wäre strafbar). Auch für Geocaching gibt es Apps. Actionbound funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, ist dabei aber etwas lehrreicher. Die App schickt euch auf Schatzsuche durch Berlin (und andere Städte), auf historischen Routen mit Textuntermalung. Rätsel gibt es ebenfalls. Für manche dürfte das abwechslungsreicher sein als in Laub nach Brotdosen mit kleinen Nachrichten zu wühlen.

  • Actionbound Android/iOS, kostenlos

Berlin on Film: Hier saß Christoph Waltz!

Im Café Einstein Stammhaus entstanden Szenen zu Inglorious Basterds. Berlin on Film liefert noch weitere Drehorte, die ihr besuchen könnt. Foto: Fridolin Freudenfett/CC BY-SA 3.0

„Lola rennt“, „Inglourious Basterds“ und „Operation Walküre“ haben eines gemeinsam: Sie wurden ganz oder teilweise in Berlin gedreht. Die Kulissen liegen praktisch auf der Straße, ihr müsst sie nur aufspüren. Hierbei hilft euch Berlin on Film. Wie bei allen vorgestellten Berlin-Apps gibt es auch hier eine Karte mit vielen, vielen Markern, die euch zeigen, wo Kameras Schauspieler:innen bei ihrer Arbeit festhielten. Vielleicht findet ihr im Stadtbad Neukölln ein Haar von Tom Cruise oder im Café Einstein Stammhaus Strudelkrümel aus Christoph Waltz’ Mundwinkel, schließlich waren diese Orte Kulissen für Hollywoodstreifen. Grundsätzlich ist Sightseeing mit Filmschwerpunkt eine schöne Idee. Zudem dürfte es einige Überraschungen geben, welche Szenen in Berlin entstanden sind. Und das sind einige: In unserem Text zu Drehorten in Berlin bekommt ihr einen kleinen Überblick.

  • Berlin on Film iOS, kostenlos

Digital Concert Hall: Moderne Klassik

Dirigent Kirill Petrenko könnt ihr via Smartphone bei der Arbeit zusehen. Die Digital Concert Hall ermöglicht das. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Zuletzt ein kleines Schmankerl, dank dem ihr nicht das Haus verlassen müsst, aber die Berliner Philharmoniker kennenlernt. In ihrem Namen entstand eine App, mit der ihr Konzerte streamen könnt. Zusätzliche Interviews mit namhaften Akteur:innen der Philharmoniker, etwa Dirigent Kirill Petrenko, und Filme zu Größen wie Felix Mendelssohn Bartholdy, das Berliner Wunderkind, helfen auch Außenstehenden die Klassik kennenzulernen. Denn so schön die Musik auch ist, der Einstieg ist steinig.

  • Digital Concert Hall Android/iOS, 14,99 € monatlich

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Ihr sucht noch mehr Apps? Diese helfen euch, in Berlin Freund:innen zu finden. Natürlich könnt ihr auch einfach ein wenig zocken. Hier erfahrt ihr etwas zu Handyspielen aus Berlin. Wollt ihr hingegen etwas Sport treiben, könnt ihr ein paar Bahnen schwimmen. Immer neues über Berlin lest ihr in unserer Stadtleben-Rubrik.

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