Nahverkehr

29-Euro-Ticket: Berlin führt Nachfolge-Abo für das 9-Euro-Ticket ein

Drei Monate lang war der öffentliche Nahverkehr in Deutschland dank 9-Euro-Ticket bezahlbar. So mobil waren die Menschen noch nie. Mittlerweile ist damit Schluss, teure Monatstickets werden wieder fällig. Wenngleich es ein Nachfolgeticket geben soll, so preiswert wie das Nahverkehrs-Sommer-Ticket wird es sehr wahrscheinlich nicht werden. Berlin bietet zur Überbrückung von Oktober bis Dezember eine eigene vergünstigte Karte: das 29-Euro-Ticket. Die Infos zum Abo.

Das 9-Euro-Ticket ist Geschichte. Berlin bietet nun von Oktober bis Dezember ein eigenes Ticket für 29 Euro pro Monat. Foto: Imago/imagebroker

Nachfolge fürs 9-Euro-Ticket in Berlin beschlossen

Das 9-Euro-Ticket war ein stark verbilligtes ÖPNV-Ticket, das neun Euro pro Kalendermonat kostete – von Juni bis August 2022. Das Ticket war Teil des sogenannten Energiekosten-Entlastungspakets, mit dem die Bundesregierung die durch Inflation und Ukraine-Krieg stark gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreise sozial abfedern wollte. Man konnte richtig schön durch Deutschland fahren, weil die Fahrkarte überall im Nahverkehr galt.

Entsprechend erfolgreich war das Angebot, insgesamt 52 Millionen Tickets wurden im Sommer verkauft. Für diesen Preis ist das Ticket nun Geschichte, aber die Debatten gehen weiter. In Zukunft soll es kostengünstigen und vor allem einheitlichen öffentlichen Nahverkehr in Deutschland geben. Der Tarif-Flickenteppich dürfte damit bald Geschichte sein. Details zu diesem Abo sind noch nicht beschlossen – aber in Berlin wird bis Jahresende ein Überbrückungs-Angebot eingeführt.

29-Euro-Ticket: Berlin bietet Abo bis Jahresende

Berlin plant ein 29-Euro-Ticket. Foto: Imago/Beautiful Sports/KJPeters

In Berlin geht es also weiter, wenn auch nicht nahtlos. Die Landesregierung hat ein 29-Euro-Ticket beschlossen. Es wird für alle öffentlichen Nahverkehrsmittel im Tarifbereich AB gelten. Das Ticket wird ausschließlich als Abo angeboten und gilt vom 1. Oktober bis 31. Dezember. Jedoch konkretisierte Franziska Giffey das Angebot im Gespräch mit dem rbb. Kauft ihr euch das Ticket er im November, zahlt ihr auch nur für zwei Monate.

Wer das Abo nutzt, erhält nach Auslaufen des Angebots ein Sonderkündigungsrecht. Abonnent:innen können dann entscheiden, ob sie ihr Abo beenden möchten, in den regulären Tarif zu den dann geltenden Bedingungen wechseln wollen, in ein Abo für einen anderen Tarifbereich wechseln möchten oder das voraussichtlich ab 1. Januar gültige Nachfolgeangebot für das bundesweite 9-Euro-Ticket erhalten möchten. Wie das aussehen soll, ist noch offen. Angedacht ist ein Monatsticket zwischen 49 und 69 Euro. Der Bund will dafür 1,5 Milliarden Euro ausgeben, die Länder sollen mindestens den gleichen Betrag zur Verfügung stellen. Entschieden ist das aber noch nicht. Verkehrsminister von Bund und Ländern haben sich diesbezüglich noch nicht geeinigt. Eine Arbeitsgruppe soll einen Kompromiss erarbeiten. Ergebnisse wird sie am 12. Oktober vorlegen.

„Das 29-Euro-Ticket setzt ein deutliches Zeichen für Klimaschutz, moderne Mobilität und soziale Teilhabe in der Hauptstadt“, so Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Das 29-Euro-Ticket wird vom Land Berlin finanziert, es ist Teil des Entlastungspaketes und wird rund 105 Millionen Euro kosten. Details zum Kauf des 29-Euro-Tickets stehen noch aus.

Was hat es mit dem 9-Euro-Fonds für Schwarzfahrende auf sich?

Der „9-Euro-Fonds“ ist eine Kampagne, bei der Öffi-Fahrer:innen für neun Euro eine Art Ticketversicherung abschließen. Sollten sie anschließend ohne gültigen Fahrschein erwischt werden, kümmern sich die Initiator:innen um die Rechnung. Natürlich soll das nicht zum Schwarzfahren anstiften, schließlich wäre das rechtlich problematisch. Da es sich aber manchmal nicht vermeiden lässt, etwa weil das nötige Geld fehlt, ist der „9-Euro-Fonds“ praktisch – hier ist die Website.

Ich will unbedingt umsonst Bahn fahren ohne Risiko. Was nun?

Nach Spanien reisen. Dort ist die Nutzung des öffentlichen Zugnetzes des spanischen Eisenbahnunternehmens „Renfe“ von September bis Dezember kostenlos. Wie viele Antifa-Menschen sich dafür wohl eingesetzt haben? Die Antwort darauf kennt wohl nur Christian Lindner.

Danke für all die Infos, jetzt hätte ich gern einen nervigen Ohrwurm zum Thema

Hier, richtiger Ballermann-Schrott und längst outdated. Das 9-Euro-Ticket ist Geschichte, aber der Ohrwurm bleibt.


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