Rezensionen

„Schandfleck“: So schneiden Berlins Sehenswürdigkeiten bei Google ab

Brandenburger Tor, Fernsehturm, Weltzeituhr: Berlin ist bekannt für seine vielen Sehenswürdigkeiten, die jedes Jahr Abertausende anlocken. Doch wenn die lang geplanten Ausflüge nicht den Vorstellungen entsprechen, haben auch die bestgelaunten und abenteuerlustigsten Touris irgendwann genug, müssen ihren angestauten Frust mit der Welt teilen – und schreiben Google-Bewertungen.

Keine Tiere im Zoo, zu wenig Toiletten, keine Snackautomaten und andere First-World-Problems – hier sind 12 Berliner Sehenswürdigkeiten und ihre nicht ganz so ernst zu nehmenden Google-Kritiken.


Berlin Alexanderplatz: Google-Bewertung 4,3

Wie schlimm sind die Sehenswürdigkeiten Berlins laut Google-Bewertungen? Berliner Alexanderplatz mit Blick in den Rathausstrasse mit den Rathaus Passagen, dem Roten Rathaus und dem Berolina-Haus auf der rechten Seite. Foto: Imagop/Snapshot

Der Alexanderplatz in Berlin-Mitte wurde bereits im 17. Jahrhundert als „Platz vor dem Königs Thor“ angelegt und erhielt 1805 seinen Namen zu Ehren des russischen Zaren Alexander I. Der Platz entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Erst Pferdeomnibusse und später die Eisenbahn, U-Bahn und Straßenbahnen liefen dort zusammen. Drum herum entstanden Manufakturen, Geschäftshäuser und Theater.

In den folgenden Jahren war der Platz vor allem Handels- und Kulturort, aber auch sozialer Brennpunkt und lange Zeit Symbol des Sozialismus. Am 4. November 1989 fand hier eine gewaltige Demonstration statt, die als einer der Höhepunkte der friedlichen Revolution in der DDR zählt. Nur fünf Tage später fiel die Berliner Mauer. Heute ist der Alexanderplatz der meistbesuchte Platz in Berlin und ein beliebtes Shoppingziel für Touris. Hier geht es zur Zeitreise zum Alexanderplatz, das turbulente Zentrum der Stadt.

Ansonsten ist der „Alex“ vor allem arschhässlich und sollte eigentlich aus Berlin ausgemeindet werden.


Brandenburger Tor: Google-Bewertung 4,7

Das Brandenburger Tor verspricht viel, ist am Ende aber doch nur ein billiger Fake aus Frankreich. Foto: Imago Images/Jochen Tack

Das Brandenburger Tor ist DAS Wahrzeichen von Berlin und wurde bereits im Jahr 1791 fertiggestellt. Die Entwürfe stammten von Carl Gotthard Langhans, einem der bedeutendsten Architekten Berlins. Das Besondere an dem zwölfsäuligen Tor ist die Quadriga: ein Vierergespann mit der Siegesgöttin Viktoria. Im Laufe der Zeit hat es viele historische Umbrüche überstanden und ist heute eines der beliebtesten Ausflugsziele für Berlin-Besucher*innen. Wieso Napoleon wegen des Tors versehentlich das Wort „Retourkutsche“ schuf und was ihr sonst zur Geschichte und dem Besuch des Brandenburger Tors wissen müsst, erfahrt ihr hier.

Ansonsten ist das Brandenburger Tor eigentlich nur ein Fake, klar von Frankreich abgekupfert und billig produziert in China. Es steht nicht mal in Brandenburg, wow!


Berliner Fernsehturm: Google-Bewertung 4,4

Der Berliner Fernsehturm ist zwar das höchste Gebäude Berlins, aber einfach zu viel Turm, zu wenig Fernseher und insgesamt viel zu rund. Foto: Imago Images/Westend61

Der Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Gebäude Deutschlands und die beliebteste Aussichtsplattform Berlins. 1968 ließ die DDR-Führung den Turm im damaligen Zentrum Ost-Berlins, dem Alexanderplatz, errichten. Bereits ein Jahr später wurde der Betrieb aufgenommen und läuft bis heute an. Jährlich über eine Million Besucher*innen besichtigen die futuristische Silberkugel und genießen den 360-Grad-Panorama-Blick über die Stadt.

Das Beste: In der Kuppel kann man nicht nur in luftiger höhe essen, sondern bekommt auch einen Rundumblick ohne dabei aufzustehen, denn das Restaurant dreht sich ein- bis zwei Mal in der Stunde um die eigene Achse. Mehr Infos zu eurem Besuch im Fernsehturm findet ihr hier.

Aber wenn wir ehrlich sind, ist die Kugel aber halt einfach viel zu rund, und Fernsehen kann man dort auch nicht. Schlimmer als die dreckigen Scheiben ist hier nur noch der Anblick der Zwiebelsuppe.


Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche: Google-Bewertung 4,6

Die Gedächtniskirche ist leider unfertig, dafür wurde dann halt eine neue daneben gebaut, aber die ist echt nicht schön. Foto: Imago Images/epd

Die Gedächtniskirche im Berliner Westen erinnert eindrücklich an die Zerstörungsgewalt des Zweiten Weltkrieges. Spuren der Vergangenheit wurden nicht beseitigt, sondern bestehen als Mahnmal gegen Gewalt und für Frieden.

Von dem einst prunkvollen Gotteshaus wurde nur der historische Turm erhalten und nach den Entwürfen des Architekten Egon Eiermann in ein modernes Kirchenensemble mit neuem Turm und achteckigem Kirchenschiff integriert. An der Kirche befindet sich zudem die Gedenkstelle für die Opfer des Anschlags auf dem Breitscheidplatz. Noch mehr Infos zum Besuch der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche findet ihr hier.

Insgesamt ist die neue Kirche aber echt „sau heslig“ und eigentlich auch nur ein Sakralbau für das neue Huawei. Naja, und die alte Kirche ist nicht mal fertig, come on!


Kaufhaus des Westens: Google-Bewertung 4,3

Das KaDeWe ist bekannt für sein großes Luxussortiment, hier herrschen Dekadenz und Füllerei. Foto: Imago Images/Schöning

Das KaDeWe ist mit 60.000 Quadratmetern nicht nur das größte Kaufhaus der Stadt, sondern auch eines der größten in Europa. 1905 betraute Kaufmann Adolf Jandorf den deutschen Architekten Johann Emil Schaudt mit dem Bau seines mittlerweile siebten Kaufhauses.

Damals noch der selbstständigen Stadt Charlottenburg angehörend, sollte es „die verwöhnten Ansprüche der oberen Zehntausend, der obersten Eintausend, der allerobersten Fünfhundert“ befriedigen, wie damals eine Zeitung schrieb. Noch mehr Wissenswertes und Infos für euren Besuch im Kaufhaus des Westens erhaltet ihr hier.

Heute ist es vor allem bekannt für sein großes Luxus-Sortiment, die Feinschmecker-Etage sowie für Dekadenz und „Füllerei“. Aber Achtung, esst lieber mit gutem Gewissen bei Nordsee, an der hiesigen Austernbar bekommt ihr nur Erbrechen und Durchfall. Einen Stern für das beste Kaufhaus Deutschlands. Ach und: Gute Besserung Wilhelm!


Olympiastadion Berlin: Google-Bewertung 4,5

Das Berliner Olympiastadion ist zwar historisch wertvoll und ein beliebter Veranstaltungsort, aber die Akustik ist mieserabel. Foto: Imago Images/BE&W

Mit der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 1936 nach Berlin erfolgte der Neubau eines Großstadions, auf dem Gelände des 1916 errichteten Deutschen Stadions. Die Entwürfe stammten vom deutschen Architekten Werner March. Heute strömen zu normalen Zeiten jährlich rund 300.000 Gäste aus aller Welt in das Berliner Olympiastadion, dass immer wieder Veranstaltungsort für Fußballspiele, Konzerte und sogar Festivals ist. Für seine Architektur erhielt es schon zahlreiche Auszeichnungen und wird seit 2004 bei der UEFA als Fünf-Sterne-Stadion geführt.

Mehr Details über den Auf- und Umbau des Stadions, die Zweckentfremdung im Zweiten Weltkrieg und alle wichtigen Infos für euren Besuch des Olympiastadions bekommt ihr hier. Aber mal ehrlich, die Akustik hier ist echt miserabel, da kann auch Edeka Sheeran nichts dran ändern. Zum Glück ist wenigstens die Limo lecker, denn der Curry-Wurst-Service ist auch nicht wie im Bistro.


Reichstagsgebäude: Google-Bewertung 4,6

Das Reichstagsgebäude ist eines der wichtigsten Wahrzeichen von Berlin, das Klopapier vor Ort lässt aber wirklich zu Wünschen übrig. Foto: Imago Images/STPP

Das Reichstagsgebäude ist ein imposanter Neorenaissancebau, der Ende des 19. Jahrhunderts nach den Plänen des deutschen Architekten und Hochschullehrers Paul Wallot errichtet wurde. Der Bau, der neben Brandenburger Tor und Fernsehturm zu den wichtigsten Wahrzeichen Berlins gehört, ist der Sitz des Deutschen Bundestages – hier wird Bundes- und Weltpolitik gemacht. Noch mehr Wissenswertes, sowie historische Fakten für euren Reichstag-Besuch findet ihr hier.

Übrigens ist der Reichstag das weltweit einzige Parlamentsgebäude mit öffentlichem Restaurant. Ob der Besucht ein Erfolg wird, ist aber leider davon abhängig, ob Host Seehofer wieder Leute schubst. Ansonsten, seid gewarnt vor Volksfahrrädern und dem Mann von Michaela Engelmeier – und passt bitte auf eure Bundestagsbeutel auf!


Rotes Rathaus: Google-Bewertung 4,4

Das Rote Rathaus ist der Sitz des amtierenden Bürgermeisters und des Berliner Senats, ein Besuch ist aber keine 110 Zlotys wert. Foto: Imago Images/Sattler

In auffällig roter Klinkerfassade steht das Rote Rathaus zwischen Fernsehturm und Spree. Erbaut wurde es in den 1860er-Jahren nach den Entwürfen vom Architekten Hermann Friedrich Waesemann. Vorbild für das vierflügelige Gebäude sollen Bauwerke der norditalienischen Hochrenaissance gewesen sein. Heute dient der Bau als Sitz des Regierenden Bürgermeisters und des Berliner Senats und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt. Mehr geschichtliche Fakten und alle Infos zum Besuch im Roten Rathaus gibt es hier.

Eigentlich sollte es aber Sandsteinfarbenes Rathaus heißen, denn rot wird es erst bei Sonnenuntergang, das Essen dort ist ziemlich scheiße und keine 110 Zlotys wert, aber sonst ist es sehr „impulsant“.


Schloss Charlottenburg: Google-Bewertung 4,5

Das Schloss Charlottenburg ist eine prächtige Sehenswürdigkeit mit der schlimmsten Anziehungskraft aller Zeiten. Foto: Imago Images/VWPics

Das Schloss Charlottenburg ist Berlins prächtigstes Stadtschloss und Zeugnis der Liebesgeschichte von Sophie Charlotte, der ersten Königin von Preußen, und ihrem Gemahl Friedrich III. Dieser ließ nach ihrem Tod nicht nur das Schloss, sondern gleich die ganze Siedlung „Charlottenburg“ nach seiner Liebsten benennen. Heute schlendern Berliner*innen und Gäste durch die Parkanlage und bestaunen neben dem Schloss und dem weitläufigen Garten auch die hübsche Orangerie. Noch mehr Infos zum Schloss Charlottenburg gibt es hier.

Insgesamt hat das Schloss aber wirklich die schlimmste Anziehungskraft aller Zeiten (Danke Google), schon deshalb, weil es keine Nachos gibt und die Wachmänner einem das Weed abziehen. Einfach Fruchtbar!


Siegessäule: Google-Bewertung 4,6

Die Siegessäule ist ein umstrittenes Denkmal und wäre sicher auch ein beliebter Aussichtspunkt, wenn Berlin mal mehr leuchten würde. Foto: Imago Images/imagebroker/Rolf Schulten

Schon von weitem sieht man die geflügelte römische Siegesgöttin Viktoria, auch liebevoll „Goldelse“ genannt, die auf der Spitze des Denkmals thront. 1873 wurde die Siegessäule auf dem ehemaligen Königsplatz erbaut, dem heutigen Platz der Republik. Mit der geplanten Umgestaltung Berlins zur Welthauptstadt Germania, in der Zeit des Nationalsozialismus, zog die Säule auf den Großen Stern um. Was eigentlich an die deutschen Siege gegen andere Nationen erinnern soll, hat heute längst eine andere Bedeutung: Hier erfahrt ihr noch mehr zur Geschichte des Denkmals und findet alle Infos für euren Besuch.

Man muss aber auch sagen, dass Berlin einfach nicht genug leuchtet und die Straße drum herum ist selbst für Leute mit fahrbarem Statussymbol zu holprig. Ansonsten gibt es Memories pur – ob an Mark Spoon, Begegnungen mit Fledermäusen oder unvergessliche Querdenkerdemos.


Weltzeituhr: Google-Bewertung 4,4

Die Weltzeituhr zeigt alle Hauptzeitzonen der Welt, ziemlich unspektakulär. Foto: Imago Images/Emmanuele Contini

Im Zuge der Neugestaltung des Alexanderplatzes fanden Bauarbeiter 1966 eine Straßenuhr mit Wetterstation, auch als Urania-Säule bezeichnet. Diese diente als Inspirationsquelle und Namensgeber der heutigen Weltzeituhr. Die Ausgestaltung der Uhrenanlage übernahm der deutsche Designer und Hochschuldozent Erich John. Dieser erhielt für sein Werk im März 2021 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Kernstück der Uhr ist ein Zylinder mit 24 Ecken, die jeweils einer Hauptzeitzone der Welt entsprechen. Seit ihrer Einweihung Ende der 1960er-Jahre ist die zehn Meter hohe Weltzeituhr ein beliebter Treffpunkt und Ausflugsziel für Berlin-Besucher*innen. Mehr Wissenswertes, historische Fakten und Besucherinfos zur Weltzeituhr findet ihr hier.

Genau genommen ist die Weltzeituhr aber nur eine Imbissbude, ziemlich unspektakulär, um nicht zu sagen völlig unnötig. Ein Stern für nostalgische Erinnerungen an die DDR-Zeit.

Ihr sucht noch nach einem passenden Souvenir oder wolltet die Weltzeituhr schon immer als Miniaturausgabe bei euch tragen? Dann schaut im offiziellen Online-Shop der Weltzeituhr* vorbei und sichert euch mit dem Code „tipBerlin“ 10% Rabatt auf euren Einkauf.

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Zoologischer Garten Berlin: Google-Bewertung 4,5

Der Zoologische Garten in Berlin ist einer der artenreichsten Zoos der Welt, Kühe sucht man hier trotzdem vergebens. Foto: Imago Images/Emmanuele Contini

Der Zoologische Garten in Berlin war der erste Zoo Deutschlands und wurde im August 1844 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und dessen Frau begründet. In der sogenannten Menagerie, dem Vorläufer des Zoos auf der Pfaueninsel im Wannsee, konnten Besucher*innen einheimische Tiere wie Hirsche und Schafe beobachten, später auch Exoten wie Affen und Kängurus.

Heute gehört der Berliner Zoo zu den artenreichsten der Welt. Vor allem die Pandakinder, aber auch die Elefanten und Erdmännchen, die Bonobos und Brillenpinguine haben es den Besucher*innen angetan. Das ganze Jahr über kann man im Herzen Berlins Tieren aus aller Welt nahe kommen. Mehr Wissenswertes und alle Besucherinfos zum Berliner Zoo gibt es hier.

Artenreich hin oder her, es gibt weder Löweln noch Kühe im Zoo und überhaupt zu wenige Toiletten und Snackautomaten. Hier findet man höchstens ein paar Pferde und arrogante Schwäne.


Noch mehr Berlin?

Wichtige Infos für Berlin-Besucher haben wir hier gesammelt. Hier ist die ultimative Touri-Checklist – die 12 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Berlin. Auch vor den Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs machen aufgebrachte Tourist:innen keinen Halt. Hier sind 12 Berliner Bahnhöfe und ihre nicht ganz so ernst zu nehmenden Google-Bewertungen. Und auch an diese Dinge müssen sich Zugezogene in Berlin erstmal gewöhnen. Für die bessere Eingewöhnung gibt es hier schon mal Berlinerisch to go: 12 Berliner Sprüche, die ihr kennen solltet. Und danach direkt 12 Dinge, die Zugezogene an Berlin sofort lieben.

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