Sehenswürdigkeiten

Der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde: Seine Geschichte – und Besucherinfos

Der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde ist der größte Landschaftspark Europas. Auf einer Fläche von 160 Hektar leben hier rund 10.000 Tiere aus aller Welt. Die weitläufige Parklandschaft nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch die Kontinente und bietet einen faszinierenden Einblick in das Reich der Tiere. Wir haben alle wichtigen Infos für euren Besuch.

Ein Tierpark für Ostberlin

Der Eingangsbereich vom Tierpark Berlin-Friedrichsfelde. Foto: imago images/POP-EYE/Christian Behring

Geschichte Der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde entstand aufgrund der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Zoologische Garten Berlin lag im Britischen Sektor und damit in der westlichen Besatzungszone. In Ostberlin fehlte also eine tiergärtnerische Einrichtung. Kurzerhand beschloss man, einen neuen Tierpark zu errichten.

Die Flächenwahl für den Bau fiel auf den Schlosspark Friedrichsfelde, der seit der Enteignung der Eigentümer nicht mehr gepflegt wurde. Am 30. November 1954 erfolgte die symbolische Grundsteinlegung und bereits in den Frühlingsmonaten Jahres 1955 startete die Herrichtung des Parks.

Tiger aus Moskau und Wisente aus München: Der Berliner Tierpark eröffnet

Zwei Wisente im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde. Foto: imago images/Hohlfeld

1955, also noch im selben Jahr, wurde der Tierpark durch den Ost-Berliner Oberbürgermeister Friedrich Ebert und den damaligen Präsidenten der DDR, Willhem Pieck, feierlich eröffnet. Damals befanden sich 400 Tiere von 120 Arten in der Einrichtung. Die Leitung übernahm der deutsche Zoologe Dr. Heinrich Dathe, der dieses Amt bis 1990 inne behielt. Der anfängliche Tierbestand wurde aus Spenden der Bevölkerung und von Betrieben der DDR finanziert.

Präsident Wilhelm Pieck bei der symbolischen Eröffnung des Tierparks, mit Oberbürgermeister Friedrich Ebert (rechts) und dem Direktor des Tierparks, Dr. Heinrich Dathe (im Hintergrund, Mitte). Foto: Bundesarchiv, Bild 183-31492-0004/CC BY-SA 3.0

Zudem erhielt der Ostberliner Zoo Tierspenden aus beiden Teilen Deutschlands und dem Ausland. Zu sehen gab es also Tiger aus Moskau, Wisente aus München, Maralhirsche aus Leningrad und sogar zwei asiatische Elefanten. In den Folgejahren wurde der Park kontinuierlich von 60 auf inzwischen 160 Hektar erweitert. In der Anfangszeit kamen fast jährlich neue Tieranlagen dazu und der Tierpark erreichte in seiner Geschichte einen Tierbestand von bis zu 10.000 Tieren von 1.000 verschiedenen Arten.

Das Schloss Friedrichsfelde: Von der Stallanlage zum Veranstaltungsort

Den historischen Teil der Tierparks bildet das Schloss Friedrichsfelde mit der großzügigen Gartenanlage. Foto: imago images/imagebroker

Das Schloss Friedrichsfelde mit seiner weitläufigen Gartenanlage bestimmt den historischen Teil des Tierparks. Bereits im Jahr 1695 wurde der Bau in Auftrag gegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Schloss leer und fand erst mit der Erschließung des Tierparks eine neue Verwendung, als Stallanlage. Durch die langjährige Vernachlässigung war das Schloss allerdings in einem überaus maroden Zustand und sollte abgerissen werden.

Die Verantwortlichen entschieden sich jedoch 1970 für eine Grundsannierung. Elf Jahre später wurde das Schloss erstmals wieder für Besucher geöffnet und dient seither immer wieder als Veranstaltungsort für Konzerte und andere Events.

Ausbau, Umbau und eine Debatte zur Schließung des Berliner Tierparks

Der Tierpark Berlin ist der einzige deutsche Zoo mit einer afrikanischen und einer asiatischen Elefanten-Zuchtgruppe. Foto: imago images/Olaf Wagner

Mit dem Ausbau des Wirtschaftshofes des Tierparks im Jahr 1958 und dem Bau des Alfred-Brehm-Raubtierhauses im Jahr 1963 war der Lageplan des Parks für die nächsten Jahre erst einmal festgelegt. 1976 wurde der Eingang am Schlosspark zum neuen Haupteingang umgebaut. Erst mit dem Bau eines Elefantenhauses und der Erweiterung der Tierparkfläche im Jahr 1989 sollte die Typografie des Parks grundlegend überarbeitet werden.

Nach dem Fall der Mauer gab es einen neuen Einrichtungsvertrag, der keine Übernahme von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes zuließ, die mehr als 60 Jahre alt waren. Der inzwischen 80-jährige Heinrich Dahte musste im Zuge dessen die Leitung des Tierparks abgeben. Es entstand eine Diskussion über die Notwendigkeit von zwei Zoologischen Gärten in Berlin und eine eventuelle Schließung der Einrichtung stand im Raum.

1990 bis Heute: Leitungswechsel und Zukunftspläne im Tierpark Berlin

Mit der Berufung des Zoologen Bernd Blaszkiewitz zum neuen Zoodirektor im Jahr 1991 kam die Diskussion zur Schließung allerdings wieder zum Erliegen. 2007 erhielt Blaszkiewitz in Personalunion zusätzlich das Amt des Direktors des Zoologischen Gartens Berlin, wodurch die Kooperation der beiden Einrichtungen weiter intensiviert wurde. Ab Mitte der 1990er Jahre erfolgte eine Erweiterung der Tieranlagen und ein Ausbau der Infrastruktur des Berliner Tierparks.

Im Jahr 2020 eröffnet das umgebaute Alfred-Brehm-Haus im Tierpark Berlin. Hier sind auch die Sumatra-Tiger sehen. Foto: imago images/Hohlfeld

Seit April 2014 ist Andreas Knieriem Direktor des Tierparks Berlin- Friedrichsfelde und auch des Zoologischen Gartens Berlin. Bereits 2015 wurden Pläne zur Umgestaltung des Parks vorgestellt, welche eine Aufteilung des Parks in einzelne Kontinente beinhaltet. Im Juli 2020 erfolgte als erster Schritt die Wiedereröffnung des umgebauten Alfred-Brehm-Hauses in Form eines Regenwald-Großkatzendomizils.

Eine Baupause gönnt sich der Tierpark aber nicht. Das nächste Mammutprojekt richtet sich auf das Dickhäuterhaus, welches zum Herzstück der großzügigen Afrikalandschaft werden soll. Das Gebäude aus dem Jahr 1989 erfüllt bislang nicht die Anforderungen an eine möglichst tierfreundliche Unterbringung.

Sehenswertes für Groß und Klein im Tierpark Berlin

Spielzeit bei den Eisbären im Tierpark Berlin. Mutter Tonja und Jungtier Hertha spielen im Wasser. Foto: imago images/Olaf Wagner

Als größter Landschaftspark Europas hat der Berliner Tierpark natürlich einiges zu bieten. Die einzelnen Bereiche des Zoos zeigen den Artenreichtum der Kontinente. Besonders sehenswert ist das Regenwaldhaus (Alfred-Brehm-Haus), das die Tierwelt Südostasiens zeigt. Hier können die Besucher neben Tigern und Leoparden auch Krokodile, Flughunde und Baumkängurus beobachten.

Beliebt sind auch die drei großen Bärenanlagen, hier gibt es Brillenbären, Amerikanischen Schwarzbären und sogar Eisbären zu beobachten. Ein besonderer Zuschauermagnet ist dabei Eisbärdame Hertha, die im Tierpark geboren und nach dem Berliner Bundesligisten benannt wurde – der andere Zoo im Westen hat auch viele berühmte Tiere.

Der Berliner Tierpark ist zudem der einzige Zoo in Deutschland, der sowohl eine afrikanische als auch eine asiatische Elefanten-Zuchtgruppe besitzt. Sie befinden sich im Dickhäuterhaus, gemeinsam mit Rotschildnashörnern und Seekühen.

Streichelzoo, Elektrobahn und Panda-Prestige im Berliner Tierpark

Natürlich gibt es im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde auch Giraffen zu sehen. Foto: imago images/Hohlfeld

Besonders Kinder freuen sich über das Streichelgehege und den Tierkinderzoo. An heißen Tagen sorgt der Wasserspielplatz für eine Abkühlung und wer bei der Tour über das beachtliche Gelände fußmüde wird, hat die Möglichkeit kostenlos mit der Elektrobahn von Station zu Station zu fahren.

Fun Fact Im Mai 1958 wurde das Pandaweibchen Chi Chi von seinem Standort in Moskau an den Ost-Berliner Tierpark ausgeliehen. Der Aufenthalt dauerte zwar nur wenige Wochen, dafür feierte der erst wenige Jahre zuvor gegründete Tierpark mit diesem Besuch einen bedeutsamen Prestige-Erfolg gegenüber dem Berliner Zoo im Westen der Stadt.

Wichtige Infos für den Besuch im Tierpark Berlin

Öffnungszeiten Der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde hat das ganze Jahr über geöffnet, schließt aber je nach Saison früher oder später zu folgenden Zeiten:

  • 1.1.-23.2.: 9-16.30 Uhr
  • 24.2.-29.3.: 9-18 Uhr
  • 30.3.-27.9.: 9-18.30 Uhr
  • 28.9.-25.10.: 9-18 Uhr
  • 26.10-31.12.: 9-16 Uhr

Preise Ein Tagesticket zum Zoo kostet für Erwachsene 14,50€, ermäßigt 9,50€ und für Kinder von vier bis einschließlich 15 Jahren 7€. Außerdem bietet der Tierpark verschiedenste Führungen für Erwachsene, Kinder, Schulklassen und sehbehinderte Menschen an. Außerdem gibt es die Möglichkeit, an Rallyes teilzunehmen, Kindergeburtstage zu feiern oder einen etwas anderen Biologieunterricht zu erleben. Kombitickets für Tierpark mit dem Zoologischen Garten Berlin und dem Aquarium kosten wenige Euro mehr.

Eine Winkelkopfagame im Alfred-Brehm-Haus. Foto: imago images/Hohlfeld

Anfahrt Den Tierpark Berlin-Friedrichsfelde erreicht man sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. IMit der U5 erreicht man die U-Bahn-Station Tierpark, aber auch die Tram-Linien M17, 27 und 37 und die Bus-Linien 296 und 396 bringen einen zum Ziel. Wer mit dem Auto kommt, kann direkt auf dem Parkplatz Am Tierpark 51 parken. Von hier aus braucht man nur eine Minute zum Eingang am Schloss.


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