Sehenswürdigkeiten

Der Zoo Berlin: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos

Der Zoo Berlin gehört zu den artenreichsten auf der ganzen Welt und blickt auf eine lange, auch wechselvolle Geschichte zurück. Er ist Magnet für Erwachsene und Kinder. Vor allem die Pandakinder, aber auch Elefanten und Erdmännchen, Bonobos und Brillenpinguine haben es den Besucher*innen angetan. Das ganze Jahr über können Menschen im Herzen Berlins Tieren aus aller Welt nahe kommen.

Zoo Berlin: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos
Zwei mächtige Elefanten empfangen die Zoobesucher*innen am Südeingang des Zoos. Foto: Zoo Berlin

Der Zoo Berlin war der erste Zoo in Deutschland

Geschichte Der Zoo Berlin hat mal ganz klein angefangen — dafür aber als erster Deutschlands und als einer der ersten weltweit. Begründer des Zoos waren König Friedrich Wilhelm der Dritte von Preußen und seine Frau. Die beiden legten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Menagerie — Menagerien waren so etwas wie die Vorläufer von Zoos — auf der Pfaueninsel an. Besucher*innen konnten auf der Insel im Wannsee einheimische Tiere wie Hirsche und Schafe beobachten, später auch Exoten wie Affen und Kängurus.

Die Anfänge des Zoos gestalteten sich trotz königlicher Förderung schwer: Wilhelms Sohn, König Wilhelm der Fünfte, hatte nichts für die Tiere übrig und ließ den königlichen Berater Martin Hinrich Lichtenstein seinen Traum verwirklichen: einen privaten Zoo. Zusammen mit Alexander von Humboldt und dem Landschaftsarchitekten Joseph Peter Lenné plante Lichtenstein einen Zoo mitten in Berlin. Der 1. August 1844 war Eröffnungstag. Doch der Erfolg des Zoos blieb aus.

Seehund Shiva mit Nachwuchs im August 2020. Foto: Imago Images/Olaf Wagner

Das änderte sich erst, als Heinrich Bodinus vom Kölner Zoo 25 Jahre später die Leitung übernahm. Bodinus modernisierte den Zoo, quartierte mehr Tiere aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt ein, ließ Musikpavillons, Restaurants, Häuser mit fremdländischer Architektur und Terrassen für die Besucher*innen errichten.

Der Effekt blieb nicht aus und die Besucherzahlen schossen in die Höhe, der Zoo wurde Ausflugsziel für gut betuchte Berliner*innen. Auch unter seinem Nachfolger, Ludwig Heck, florierte der Zoo. Immer mehr Tiere kamen nach Berlin: Schimpansen, Orang-Utans und Paviane, Flusspferde, Nashörner, Elefanten, Flamingos und Antilopen.

Zoo Berlin: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos
Wenn die Sonne scheint, leuchtet das Antilopenhaus savannengelb. Foto: Zoo Berlin

In der Geschichte des Zoos gibt es auch dunkle Kapitel

Allerdings muss der Zoo auch auf dunkle Kapitel in seiner Geschichte zurückblicken. Wie die meisten anderen Zoos veranstaltete der Zoo Berlin ab Ende des 19. Jahrhunderts sogenannte „Völkerschauen“, in denen die Besucher*innen Menschen aus anderen, fernen Kulturen begaffen konnten. Zwar war die Art der Haltung und Zurschaustellung von Tieren damals fast genauso fragwürdig. Doch die Praxis, Menschen, aus anderen Ländern wegen ihres anderen Aussehens und ihrer Kultur auszustellen unterstreicht, wie menschenverachtend und rassistisch der europäische Kolonialismus und Imperialismus war.

Bei der letzten Völkerschau im Jahr 1952 präsentierte der Zoo eine Gruppe von Lappländer*innen. Zwischen Beginn und Ende der Ära der Völkerschauen liegt der Nationalsozialismus. Keine Frage, dass die Praxis in dieser Zeit weitergeführt wurde: Die Nazis trieben mit ihrer Ideologie den Rassismus und den Gedanken der Überlegenheit der Weißen auf die Spitze.

Der Zoo Berlin hat mehrere Elefanten. Foto: Imago Images/Stefam Zeitz

Außerdem waren sowohl Zoodirektor Ludwig Heck, als auch sein Sohn und Nachfolger ab 1932, Lutz Heck, überzeugte Nazis. Bereits 1933 war Lutz Heck förderndes Mitglieder der SS, 1937 trat er in die NSDAP ein. Er drängte jüdische Mitglieder aus dem Aufsichtsrat und machte sich die Zwangslage jüdischer Aktionist*innen zunutze, um ihre Aktien unter Wert aufzukaufen und sie danach für das Zigfache zu verkaufen.

Der Zoo war zudem schnell dabei, Jüdinnen und Juden vom Zoobesuchen auszuschließen und diskutierte entsprechende Schilder, noch bevor der Berliner Polizeipräsident den jüdischen Bürger*innen den Aufenthalt an Vergnügungsstätten untersagte. Ab 1941 beutete der Zoo Zwangsarbeiter*innen aus.

Zoo Berlin: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos
Durchdringender Blick: Gorilla Sango. Foto: Zoo Berlin

Der Zoo ist tierfreundlicher geworden und sieht sich als Artenretter

Heute geht der Zoo offen mit den dunklen Kapiteln in seiner Geschichte um. Im historischen Antilopenhaus klärt eine Dauerausstellung über die Anfänge und Abwege des Zoos auf. Aber auch die Gehege der Tiere passt man immer mehr den Bedürfnissen der Tiere und weniger denen der Menschen an. Der Zoo hat versiegelte Flächen aufgebrochen, Gitter abgebaut und manche Arten abgegeben, damit die anderen mehr Platz haben. Inzwischen sehen sich die meisten Zoos, wie auch der Zoo Berlin, als eine Arche, auf der bedrohte Arten Rettung finden und von der aus sie vielleicht sogar wieder ausgewildert werden können.

Unter der Leitung von Zoodirektor Andreas Knieriem ist vieles neu entstanden: der Adlerfelsen, die neue Pandaanlage, gerade baut der Zoo an einem neuen Raubtierhaus. Die Tiere sollen es gut haben im Zoo Berlin. Auch wenn natürlich niemand genau wissen kann, was sie alles für ein erfülltes Leben brauchen.

Kudu Ozuri bekommt von einer Tierpflegerin Melone gereicht. Foto: Imago Images/Olaf Wagner

Besucher*innen können zu bestimmten Arten ins Gehege

Fun Fact Im Zoo Berlin wohnen einige Tiere, die bei den Besucher*innen besonders gut ankommen. Dazu gehören ohne Pandamutter Meng Meng und ihre Zwillinge Pit und Paule. Aber auch Okapis, Erdmännchen und Pinguine gehören zu den Lieblingen der Zoobesucher*innen. Die drei letzteren kann man, neben anderen Arten wie Elefanten und Tapiren, übrigens im Gehege besuchen und sie dabei hautnah erleben und füttern. Kostenpunkt: Zwischen 80 und 100 Euro. Neben den Pandas haben es von Pit und Paule über Knautschke bis zu Knut schon einige Berliner Zoo-Tiere zu teils weltweiter Bekanntheit gebracht.

Zoo Berlin: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos
Pandamutter Meng Meng und ihre beiden Kleinen gehören zu den Attraktionen des Zoos. Foto: Zoo Berlin

Wichtige Infos für den Besuch des Zoo Berlin

Öffnungszeiten Der Zoo Berlin hat das ganze Jahr über jeden Tag geöffnet – schließt aber je nach Saison früher oder später zu folgenden Öffnungszeiten:

  • 1.1.-23.2.: 9-15.30 Uhr
  • 24.2.-29.3.: 9-18 Uhr
  • 30.3.-27.9.: 9-18.30 Uhr
  • 28.9.-25.10.: 9-18 Uhr
  • 26.10-31.12.: 9-15.30 Uhr

Preise Ein Tagesticket zum Zoo kostet für Erwachsene 16€, ermäßigt 11 Eure und für Kinder von vier bis einschließlich 15 Jahren 8€. Außerdem bietet der verschiedenste Touren für Erwachsene, Kinder, Schulklassen und zum Beispiel auch Demenzkranke oder Blinde an. Außerdem gibt es die Möglichkeit, an einer Rallye für Kinder oder Erwachsene teilzunehmen oder im Zoo Kindergeburtstage zu feiern. Kombitickets für Zoo und Aquarium (gleicher Standort) kosten wenige Euro mehr.

Sorgen meistens für gute Stimmung: Erdmännchen. Foto: Zoo Berlin

Anfahrt Der Zoo Berlin liegt mitten in der City West und grenzt an den Großen Tiergarten. Der Haupteingang des Zoos (Löwentor) liegt direkt am Bahnhof Zoo. Dort halten die S-Bahnen der Linien S3, S5, S7, S9, die U-Bahnen der Linien U2 und U9, etwa 15 Buslinien und die Regionalbahn (RE1,RE2,RE7,IRE,RB14, RB21,RB22). Außerdem gibt es noch einen Eingang an der Budapester Straße 32 (Elefantentor). Wer mit dem Auto kommt, kann am Haupteingang am Hardenbergplatz und in der Kantstraße 10 (ungefähr fünf Minuten zu Fuß vom Haupteingang) im Parkhaus parken.

In der Nähe Vom Bahnhof Zoo aus ist es nicht weit zum Brandenburger Tor, zur Siegessäule und zum Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem die Gedächtniskirche und das alterwührdige Edel-Kaufhaus Kadewe.

Wichtige Adressen

  • Bikini Berlin Budapester Straße 38-50, Charlottenburg
  • C/O Berlin Hardenbergstraße 22-24, Charlottenburg, wechselnde Ausstellungen, Informationen online, Tel. 030/28 44 41 60


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