Sehenswürdigkeit

Die Museumsinsel: Berlins Kunstschätze umspült von der Spree

Die Museumsinsel gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der deutschen Hauptstadt und den bedeutendsten Museumskomplexen Europas. Nicht nur Touristen verbringen viele Stunden in dem Bauensemble aus fünf Museen, auch Berlinerinnen und Berliner strömen in die geschichtsträchtigen Gebäude, um sich von den Kunstsammlungen in eine andere Zeit versetzen zu lassen.

Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte.
Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte. Foto: Imago/ Volker Hohlfeld

Geschichte Wo heute die prächtigsten und wohl künstlerischsten Gebäude der Hauptstadt stehen, befand sich im Mittelalter noch eine sumpfige Flussaue. Die Spreeinsel wurde seit der Gründung der Stadt für viele verschiedene Zwecke genutzt. Zunächst eine Orangerie für Südfrüchte und exotische Pflanzen, baute der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. die wirtschaftliche Nutzung des Geländes aus. 1748 wurden die Überreste des Orangerie-Haus zu einem Packhof umgewandelt, in dem Güter und Waren gelagert wurden. König Friedrich Wilhelm II. griff 1797 den Vorschlag des Archäologen und Kunstprofessors Aloys Hirt auf, ein Museum für die Ausstellung antiker und zeitlicher Kunstschätze zu errichten. Im Jahr 1830 eröffnete das Alte Museum, dessen Pläne Preußens bedeutendster Baumeister Karl Friedrich Schinkel lieferte. Die historischen Sammlungen wurde erstmals auch dem Bürgertum öffentlich zugänglich gemacht. In den folgenden 100 Jahren entstanden auf der Spreeinsel vier weitere Museen. Fast 15 Jahre später eröffnet das königlich-preußische Museum, das heutige Neue Museum. 1876 eröffnete die Nationalgalerie. Es dauerte bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, das Ensemble zu vervollständigen. 1904 eröffnet das Kaiser-Friedrich-Museum, besser bekannt als Bode-Museum, und 1930 das Pergamonmuseum. Ende der 1870er Jahre bekam die Museumsinsel ihren heutigen Namen.

Der Zweite Weltkrieg verhinderte den Umbau der Museumsinsel

Die Nationalsozialisten planten einen riesigen Umbau, doch die Umsetzung der Neugestaltungspläne der Architekten Albert Sperr und Wilhelm Kreis wurden durch den Krieg verhindert. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Museumsinsel eine Ruinenlandschaft, vor allem das Neue Museum wurde fast vollständig zerstört. Zu DDR-Zeiten begann der Wiederaufbau, doch das Neue Museum blieb als Ruine bestehen. Nach der deutschen Wiedervereinigung begannen Ende der 1990er Jahre umfassende Sanierungen. Heute wird der Erhalt und die Weiterentwicklung der Museumsinsel durch den Masterplan Museumsinsel gesichert. Dieser wurde von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren Staatlichen Museen zu Berlin beschlossen.

An der Spitze der Museumsinsel steht das Bode-Museum, rechts schließt das Pergamonmuseum an
An der Spitze der Museumsinsel steht das Bode-Museum, rechts schließt das Pergamonmuseum an. Foto: Imago/ Christian Spicker

Besonderheiten Auf der 8,6 Hektar großen Museumsinsel stehen insgesamt fünf Museen: das Pergamonmuseum (Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst), das Bode-Museum (Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst, sowie das Münzkabinett), das Neues Museum (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung), die Alte Nationalgalerie (Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts) und das Alte Museum (Antikensammlung und einen Teil des Münzkabinetts). 

Neben dem Neuen Museum steht das neue Besucherzentrum, die James-Simon-Galerie.
Die James-Simon-Galerie ist nach dem Vorbild der Akropolis gebaut worden und dient der Museumsinsel als Besucherzentrum. Foto: Imago/ Winfried Rothermel

Fun Fact Das neue Besucherzentrum, die James-Simon-Galerie, eröffnete am 12. Juli 2019. Es befindet sich an der Stelle des abgerissenen Packhofs von Karl Friedrich Schinkel. Als Vorlage für das Gebäude diente dem britischen Star-Architekten David Chipperfield die Akropolis. Der Namensgeber der Galerie war ein jüdischer Bürger Berlins und begeisterter Kunstsammler. Er war der bedeutendste Mäzen der Museumsinsel und übereignete unter anderem dem Neuen Museum die Büste der Nofretete.

Alles Wissenswertes über die Museen

Lage, Öffnungszeiten Die Museumsinsel liegt Am Lustgarten, Mitte. Die S-Bahn bis zum Hackeschen Markt oder die Buslinie 245 bis Lustgarten führt Sie zur Museumsinsel. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt der Staatlichen Museen Berlin generell frei. Die Museumsinsel ist Mo. geschlossen, Di+Mi, Fr-So. 10 – 18 Uhr, Do. 10-20 Uhr. Das Pergamonmuseum sowie das Neue Museum haben montags von 10 – 18  Uhr geöffnet.


Mehr Berliner Kultur:

Museen gibt es in Berlin genug – diese sind immer einen Besuch wert. Wer Lust auf mehr Sightseeing hat, kommt um ein paar Sehenswürdigkeiten nicht drumrum. Die Berliner Kunstszene präsentiert sich jährlich auf der Berlin Art Week. Dieses Jahr folgt die im Anschluss das Gallery Weekend und der Europäische Monat der Fotografie (EMOP) hintereinander. Dieses Wochenende noch nichts vor? Dann hätten wir für euch 12 Tipps: von Rundfunk-Sinfonieorchester bis Rave. Und bald beginnt ja auch die Boros-Ausstellung im Berghain. Hier ist unser Ausblick auf das Ereignis.

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