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Die Weltzeituhr: Geschichte, Wissenwertes und Besucherinfos

Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte erfreut sich seit ihrer Aufstellung Ende der 1960er Jahre bei Berlinern wie auch Touristen großer Beliebtheit. Das auffällige Werk diente schon immer als Treffpunkt: Zunächst für Jugendliche, später für DDR-Oppositionelle – und seit der Wende auch vermehrt für Taschendiebe.

Die Weltzeituhr in Berlin-Mitte.
Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz. Foto: Imago Images/epd

Die Idee zur „Urania-Säule mit der Weltzeituhr“ entsammte einem Zufallfund

Geschichte Bei dem Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Ost-Berliner Innenstadt kam dem Alexanderplatz als großzügig ausgeweiteter Vorzeigeplatz der sozialistischen Moderne eine bedeutende Rolle zu. Bei Abrissabreiten im Zuge der Neugestaltung des Platzes fanden Bauarbeiter 1966 eine Urania-Säule (eine Straßenuhr mit Wetterstation).

Sie diente sowohl Inspirationsquelle als auch Namensgeber für die von der Presse zunächst als „Urania-Säule mit der Weltzeituhr“ betitelte Sehenswürdigkeit. Die heute allgemein nur noch als „Weltzeituhr“ bekannte Uhrenanlage wurde kurz vor dem 20. Jahrestag der DDR, zu dem auch der Fernsehturm eröffnet wurde, eingeweiht.

Gestaltet wurde die ikonische und sich weltweit großer Popularität erfreuende Weltzeituhr nach Plänen des Designers und Hochschuldozenten Erich John, der 1982 den Designpreis der DDR erhielt. Kernstück der Uhr ist ein Zylinder mit 24 Ecken, die jeweils einer Hauptzeitzone der Welt entsprechen.

1997 wurde auf der Weltzeituhr aus Leningrad St. Petersburg

In das umliegende Aluminium sind Städtenamen eingefräst, die immer der jeweiligen, aktuell gültigen Zeitzone zugeordnet sind. Die insgesamt mehr als 140 Namen wurden zuletzt bei einer Renovierung 1997 aktualisiert und ergänzt. So wurde zum Beispiel aus dem russischen Leningrad Sankt Petersburg, während Tel Aviv gänzlich neu hinzugefügt wurde. Über der Weltzeituhr rotiert ein vereinfachtes Sonnensystem.

Die Weltzeituhr in Berlin-Mitte.
Auch bei Nacht schön: Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz. Foto: Iamgo Images/Emmanuele Contini

Die Weltzeituhr ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt, sondern war auch der Schauplatz von Protesten in der DDR. 1983 erregten fünf Bundesabgeordneten der Grünen, unter ihnen auch Petry Kelly, einige Aufregung, als sie an der Weltzeituhr ein Transparent mit der Aufschrift „Die Grünen – Schwerter zu Pflugscharen“ entrollten und damit für Abrüstung in Ost- und West warben. Nach einer kurzzeitigen Inhaftierung kamen die Friedensbewegten aber wieder frei und durften sogar einige DDR-Bürgerrechtler treffen.

Nach dem Besuch adressierte Honecker persönlich einen Brief an die „werte Frau Kelly“, in dem er ihr versicherte, dass die Regierung in Fragen der Abrüstung „voll und ganz mit Ihnen übereinstimmt.“ Während der friedlichen Revolution einige Jahre später war die Weltzeituhr Starpunkt oppositioneller Demos, die oftmals gewaltsam von Polizei und Stasi aufgelöst wurden.

Erasure drehen Musikvideo an und auf der Weltzeituhr

Fun Fact In dem Musikvideo zu „Run to the Sun“ des britischen Synthie-Pop-Duos Erasure bewegen sich Sänger und Tänzer elegant auf den einzelnen Planeten des rotierenden Sonnensystems über der Weltzeituhr zur Musik, während sie von Passanten bestaunt und fotografiert werden. Übrigens:  Für eine Umdrehung braucht das Sonnensystem eine Minute.

Wichtige Information für den Besuch der Weltzeituhr

Anfahrt Als Knotenpunkt des Öffentlichen Nahverkehrs konzipiert, erreicht ihr den Alexanderplatz, auf dem die Weltzeituhr steht, mit so ziemlich jedem Verkehrsmittel. Sogar Regionalzüge halten hier! Präferiert ihr die U-Bahn kommt ihr mit der U2, U5 und U8 zum „Alex“, aber auch mit der S-Bahn ist die Anfahrt kein Problem. Die Linien S3, S5, S7 und S9 bringen euch genauso wie die Tramlinien M2,M4,M5,M6 sowie zahlreiche Buslinien zum Alexanderplatz und der Weltzeituhr. Solltet ihr trotz des stressigen Innenstadtverkehrs und der schwierigen Parkplatzsituation mit dem eigenen PKW kommen, findet ihr an der Otto-Braun-Straße kostenpflichtige Parkmöglichkeiten und ein Parkhaus.

In der Nähe Zunächst wäre da der Alexanderplatz selbst. Es gibt zwar schönere Plätze in Berlin, aber sowohl historisch als auch architektonisch bietet er ziemlich viel. Und der auf ihm stehende Fernsehturm ist eines der größten Wahrzeichen Berlins! Ansonsten ist die Weltzeituhr ein idealer Ausgangspunkt für euere Berlin-Tour– Richtung Brandenburger Tor passiert ihr zum Beispiel den Berliner Dom, das Berliner Schloss, die Museumsinsel und viele weitere Sehenswürdigkeiten.


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Der im Stil der sozialistischen Moderne gestaltete Alexanderplatz architektonisch einiges zu bieten – genauso wie Berlin generell, mehr findet ihr in unserem Architektur-Guide. Ihr wollt Berlin erkunden? Das sind die 12 wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Neue Ideen und Infos findet ihr für euer Sightseeing auch immer hier. Wenn ihr eher auf der Suche nach Aktivitäten seid, werdet ihr bestimmt bei unseren Ausflugstipps fündig.

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