Sehenswürdigkeiten

Hackesche Höfe: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos

Die Hackeschen Höfen sind bekannt wegen ihrer Kultureinrichtungen, Kinos, Cafés, Restaurants, Geschäfte und Wohnungen. Unvorstellbar, dass ein heute so angesehenes Viertel einst außerhalb der Berliner Stadtmauern lag, im Zweiten Weltkriegs zerstört und während der deutschen Teilung nahezu vergessen wurde. Heute aber pulsiert hier wieder das Leben. Hier sind die wichtigsten Fakten und Wissenswertes zu den Hackeschen Höfen.

In den Hackeschen Höfen tobt das Leben. Die Geschäfte, Kultureinrichtungen, Restaurants und Bars sind nicht nur unter den Berlinerinnen und Berlinern beliebt, viele internationale Künstler, Designer, Unternehmen und Touristen wollen Teil des urbanen Lebens in den Hackeschen Hinterhöfen sein. Foto: Hackesche Höfe Archiv/ Claudia Hechtenberg
Blick in die Hackeschen Höfe. Im Hintergrund ragt der Fernsehturm auf. Foto: Hackesche Höfe Archiv/ Claudia Hechtenberg

Hackesche Höfe – Im Hinterhof des Kulturkosmus

Geschichte Im Jahr 1672 befahl der Kurfürst die Heu- und Strohspeicher vor die Stadtmauer zu verlagern – die Brandgefahr innerhalb der Stadtgrenzen war der Grund. Daraufhin entwickelte sich allmählich ein neues Stadtviertel, das sogenannte Scheunenviertel.

Zwischen 1700 und 1731 siedelten sich so viele Menschen vor den Berliner Stadtmauern an, dass daraus die Spandauer Vorstadt entstand. Als Folge ließ König Friedrich Wilhelm I die Stadtmauern erweitern und durch seinen Stadtkommandanten Hans Christoph Graf von Hacke die Freiflächen des neuen Stadtviertels bebauen.

Die Hackeschen Höfe sind nach dem Stadtkommandanten benannt

Dabei entstand auch der nach dem Grafen benannte Marktplatz, der heutige Hackesche Markt. Ein bürgerliches, vorwiegend jüdisches Milieu siedelte sich in diesem Bereich an. Das Zentrum des Berliner Jüdischen Gemeinde wurde die 1866 eingeweihte Neue Synagoge und der jüdische Friedhof in der Großen Hamburger Straße.

Die bunten Fassaden der Hackeschen Höfe gestaltete der Berliner Architekt und Designer August Endell im Jugendstil.
Die bunten Jugendstil-Fassaden der Hackeschen Höfe gestaltete der Berliner Architekt August Endell. Foto: Hackesche Höfe Archiv/ Wolfgang Siesing

Am 23. September 1906 eröffneten die von dem Architekten Kurt Berndt geplanten und gebauten Hackeschen Höfe. Der Berliner Architekt und Kunsttheoretiker August Endell verlieh dem Gebäudekomplex seine Jugendstil-Fassade.

Das Viertel erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Konfektionsindustrie, die sich in den Höfen niederließ. Acht Höfe zwischen der Rosenthaler und der Sophienstraße boten auf 27.000 Quadratmeter Raum für 40 Gewerbeunternehmen. Neben den Textilunternehmen eröffneten zusätzlich Kultureinrichtungen.

Die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten den Gebäudekomplex nur teilweise. Doch während der deutschen Teilung zerfielen die Fassaden der in Volkseigentum übergegangenen Bauten immer weiter. Erst nach der Wiedervereinigung rückte das Ensemble wieder in den Fokus.

Thomas Taubert, der damals Hausmeister war, sagte über seinen ersten Arbeitstag in den Hackeschen Höfen: „Im November 1993 kam ich in eine offenbar vergessene Welt mit grauen Mauern“. Im selben Jahr begannen die aufwendigen Restaurierungen der Hackeschen Höfe, die 1997 die Wiedereröffnung feierten. 

Hackesche Höfe: Einst vergessen, jetzt Kulturstätte 

Die umfangreiche Sanierung der Hackeschen Höfe kostete Berlin im Jahr 1995 etwa 80 Millionen DM. Foto: Hackesche Höfe Bild Archiv/ Sanierung 1995

Das ehemals vernachlässigte Viertel hat sich nach der etwa 80 Millionen DM teuren Sanierung gewandelt. Die Hackeschen Höfe sind eine der teuersten und bekanntesten Immobilien Berlins.

Das vielfältige künstlerische und gastronomische Angebot beeinflusst auch die Umgebung der Hackeschen Höfe. Die Geschichte hinterlässt Spuren im gesamten Viertel. Und seit der Neugestaltung pulsiert auch das Nachtleben wieder, die Hackeschen Höfe sind abends eine urbane Idylle.

Fun Fact In den Höfen war lange Zeit eine der bekanntesten DDR-Diskos ansäßig. Auch nach dem Mauerfall zog der 1984 eröffnete Sophienclub jede Menge tanzwütiges Publikum an, stand als Relikt vergangener Zeiten mit Kultcharakter in jedem Reiseführer für Berlin. Leider musste die Diskothek 2016 schließen – bleibt aber bis heute vielen Berliner*innen als entspannter Party-Club in Mitte im Gedächtnis.

Die Hackeschen Höfe bei Nacht. Foto: Imago Images/Imagebroker
Die Hackeschen Höfe bei Nacht. Foto: Imago Images/Imagebroker

Wichtige Infos für den Besuch der Hackeschen Höfe

Öffnungszeiten Die Hackeschen Höfe selbst sind frei zugänglich. Hier befinden sich verschiedene Bars, Restaurants, Geschäfte, Galerien und Theater mit eigenen Öffnungszeiten. 

Anfahrt Vom Alexanderplatz aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zu den Hackeschen Höfen. Aber ihr könnt auch direkt anreisen: Die S-Bahn-Linien S3, S5, S7 und S9 halten direkt an der Station Hackescher Markt. Dort halten auch Trams der Linien M1, M4, M5 und M6.

In der Nähe Die Hackeschen Höfe liegen schon fast im Schatten vom Fernsehturm. Auch die Museumsinsel und der Berliner Dom am Lustgarten befinden sich ganz in der Nähe und sind von den Hackeschen Höfen gut zu Fuß zu erreichen.

  • Hackesche Höfe, Mitte
  • Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Str. 40/41, Mitte, Tel. 030/283 46 03
  • Haus Schwarzenberg, Rosenthaler Str. 39, Mitte, Raum für Streetart und Veranstaltungen, www.haus-schwarzenberg.org
  • Galerie Neurotitan, Rosenthaler Str. 39, Mitte, Ausstellungsraum für unkonventionelle Kunst, www.neurotitan.de
  • Anne Frank Zentrum, Rosenthaler Str. 39, Ausstellungen über Anne Frank, Partnerinstitution des Anne Frank Hauses in Amsterdam, www.annefrank.de
  • Chamäleon Theater, Rosenthaler Str. 40/41, Mitte, Theater für zeitgenössische Artistik, www.chamaeleonberlin.com

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