Sehenswürdigkeiten

Der Pariser Platz: Geschichte, Wissenswertes und Besucherinfos

Der Pariser Platz entstand im Rahmen der zweiten barocken Stadterweiterung Alt-Berlins im Jahr 1734. Heute ist der Platz, auf dem das Brandenburger Tor steht, die touristische Hauptschlagader Berlins. Wir verraten euch geschichtliche Fakten und Wissenswertes zum Pariser Platz in Mitte.

Wunderschöner Anblick: Reges Treiben auf dem Pariser Platz nach Anbruch der Dunkelheit.
Wunderschöner Anblick: Reges Treiben auf dem Pariser Platz nach Anbruch der Dunkelheit. Foto: imago images/gezett

Der Pariser Platz hieß zuerst anders

Geschichte 1734 dehnte Alt-Berlin sich aus. Im Rahmen der zweiten barocken Stadterweiterung wurde auch der Pariser Platz angelegt. Seinen heutigen Namen erhielt er allerdings erst ein knappes Jahrhundert später. Der originäre Name lautete „Quarree“, französisch für Viereck. In seinen Anfängen war der Platz ausschließlich mit modernen Stadthäusern bebaut, die vom Adel bewohnt wurden.

Nachdem die französische Hauptstadt 1814 im Rahmen der Befreiungskriege durch preußische Truppen erobert wurde, benannte man den Platz in Pariser Platz um. 1850 trieb man seine architektonische Vereinheitlichung im klassizistischen Stil voran. 1880 erfolgte eine komplette Neugestaltung, der große Freiplatz entstand, Beete und die großen mit Blätterkronen verzierten Springbrunnen wurden angelegt.

60 Jahre später: Im Rahmen einer Kunstaktion wurde 2005 mit riesigen Fotografien auf dem Pariser Platz an das Schlachtfeld des Jahres 1945 erinnert. Foto: imago images/PEMAX

Ein gutes halbes Jahrhundert später, während der Schlacht um Berlin im April und Mai 1945, wurde der Platz dem Erdboden gleichgemacht. Was von den Gebäuden übrig war, ließ die DDR abreißen. 1993, nach der Wiedervereinigung, nahm der Wiederaufbau des Platzes an Fahrt auf. Vorgabe des Berliner Senats war, Tradition und Moderne miteinander verschmelzen zu lassen. Viel war nicht übrig – trotzdem sollte an die Goldenen Zeiten des Platzes angeknüpft werden.

Zwischen Max Liebermann, Botschaften und der Deutschen Bank

Besonderheiten für Besucher Herzstück und Blickfang des Pariser Platzes ist heute das Wahrzeichen Berlins, das Brandenburger Tor. Neben dem Berliner Fernsehturm steht das Monument in aller Welt für die charakteristische Skyline der deutschen Hauptstadt. Das Brandenburger Tor ist das einzig erhaltene von zuletzt 18 Berliner Stadttoren. Auch die Deutsche Bank hat einen Firmensitz hier, zudem die Akademie der Künste. Und das Max-Liebermann-Haus rechts von Brandenburger Tor ist ebenfalls ein besuchenswerter Ort. 1857 erwarb der Vater des Künstlers Max Liebermann das Haus am Pariser Platz Nr. 7. Dieser lebte dort dann 35 Jahre später mit seiner Frau Martha und Tochter Käthe. Heute finden hier Ausstellungen statt.

Das Brandenburger Tor wurde im Jahr 1793 fertiggestellt. Es ist das einzig erhaltene von zuletzt 18 Berliner Stadttoren. Foto: imago images/imagebroker

Auf dem Pariser Platz stehen zudem die französische Botschaft und die Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Besucher*innen dürfte aber insbesondere die glanzvolle Fassade des Hotels Adlon Kempinski auffallen.

Auch nicht Hotel-Gäste können die kulinarischen Vorzüge des berühmten Luxus-Hotels genießen. Exotische Früchte, Kaviar, Champagner – ein gemeinsames Frühstück im Adlon dürfte der perfekte Abschluss für einen gelungenen Berlin-Besuch sein. Wer einen Tag vor der Abreise reserviert, kann noch ein letztes Mal die Berliner Abenddämmerung und den Sonnenuntergang mit einem Cappuccino auf dem Pariser Platz genießen.

Das Adlon am Pariser Platz ist legendär

Fun Fact Das Hotel Adlon ist das Haus, in das Prominente und Politiker*innen aus aller Welt einchecken, wenn sie Berlin besuchen. Das 5-Sterne-Hotel hat nicht nur ein Zimmer für zum Beispiel den Dalai Lama hergerichtet, sondern diente auch als Kulisse für Hollywood-Blockbuster wie „Unknown Identity“. Und als Michael Jackson, der King of Pop höchstpersönlich, 2002 sein Neugeborenes aus dem Fenster seiner Suite im Adlon streckte, gingen die Bilder um die Welt.

Wichtige Infos für den Besuch des Pariser Platzes

Öffnungszeiten Das Platz im Bezirk Mitte am Rande des Bezirks Tiergarten. Es ist 24 Stunden am Tag zugänglich und der Besuch kostet natürlich keinen Eintritt.

Anfahrt Man erreicht den Pariser Platz am besten zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Entweder mit den S-Bahnen (Station Brandenburger Tor) der Linien: S1, S2, S25 oder mit der U-Bahn (Station Brandenburger Tor) der Linie U55. Sowie mit den Bussen 100 und M85 (Haltestelle Reichstag/Bundestag) und 147 und 200 (Haltestelle Brandenburger Tor/Glinkastr.) und TXL (Haltestelle Marschallbrücke). Wer mit dem eigenen PKW kommt sollte die schwierige Parkplatzsituation beachten.

Tipp Oft gibt es auf dem Pariser Platz Foto-Möglichkeiten mit Comic-Figuren oder anderen Gestalten. Die erwarten in aller Regel eine finanzielle Gegenleistungen. Kann zwar keiner zu gezwungen werden, kann aber unangenehm werden. Fast immer finden sich auf dem Platz Rikschas, mit denen sich Gäste durch Berlin gondeln lassen können

In der Nähe Natürlich das Brandenburger Tor, zudem das Denkmal für die ermordeten Juden, der Fernsehturm, das Berliner Dom und die Museumsinsel

  • Pariser Platz, Mitte
  • Liebermann-Haus, Pariser Platz 7, wechselnde Ausstellungen, Informationen online, 030/22 63 30 16
  • Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Ausstellungen und Veranstaltungen wechseln, online und telefonisch erreichbar, 030/200 570 1000
  • Hotel Adlon Kempinski, Unter den Linden 77, Mitte, Tel. 030/226 10


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