Sehenswürdigkeiten

Die Weltzeituhr: Geschichte, Wissenwertes und Besucherinfos

Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte dient schon seit ihrer Aufstellung Ende der 1960er Jahre als wichtiger Treffpunkt. Zugleich erfreut sie sich bei Berlinern wie auch Touristen großer Beliebtheit. Der Erfinder der unter Denkmalschutz gestellten Weltzeituhr Erich John wurde im März 2021 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Weltzeituhr in Berlin-Mitte.
Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz. Foto: Imago Images/epd

Urania-Säule diente als Inspirationsquelle für heutige Weltzeituhr

Geschichte Bei dem Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Ost-Berliner Innenstadt kam dem Alexanderplatz als großzügig ausgeweiteter Vorzeigeplatz der sozialistischen Moderne eine bedeutende Rolle zu. Bei Abrissarbeiten im Zuge der Neugestaltung des Platzes fanden Bauarbeiter 1966 eine Urania-Säule (eine Straßenuhr mit Wetterstation).

Sie diente sowohl als Inspirationsquelle als auch als Namensgeber für die von der Presse zunächst als „Urania-Säule mit der Weltzeituhr“ betitelte Sehenswürdigkeit. Die heute allgemein nur noch als „Weltzeituhr“ bekannte Uhrenanlage wurde kurz vor dem 20. Jahrestag der DDR, zu dem auch der Fernsehturm eröffnet wurde, eingeweiht.

Gestaltet wurde die ikonische und sich weltweit großer Popularität erfreuende Weltzeituhr nach Plänen des Designers und Hochschuldozenten Erich John, der 1982 den Designpreis der DDR erhielt. Im März 2021 verlieh Sebastian Scheel, Senator für Stadtentwicklung und Wohnen von Berlin, John das Verdienstkreuz am Bande und ehrte den Industrie-Formgestalter somit für das „weithin bekannte gestalterische Erbe“. Diese Anerkennung für John sei auch „eine Anerkennung ostdeutscher Lebensleistung, die ihren Platz im wiedervereinigten Deutschland haben müsse“, so Scheel bei der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes weiter. Kernstück der Uhr ist ein Zylinder mit 24 Ecken, die jeweils einer Hauptzeitzone der Welt entsprechen.

1997 wurde auf der Weltzeituhr aus Leningrad St. Petersburg

In das umliegende Aluminium sind Städtenamen eingefräst, die immer der jeweiligen, aktuell gültigen Zeitzone zugeordnet sind. Die insgesamt mehr als 140 Namen wurden zuletzt bei einer Renovierung 1997 aktualisiert und ergänzt. So wurde zum Beispiel aus dem russischen Leningrad Sankt Petersburg, während Tel Aviv gänzlich neu hinzugefügt wurde. Über der Weltzeituhr rotiert ein vereinfachtes Sonnensystem.

Die Weltzeituhr in Berlin-Mitte.
Auch bei Nacht schön: Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz. Foto: Iamgo Images/Emmanuele Contini

Die Weltzeituhr ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt, sondern war auch der Schauplatz von Protesten in der DDR. 1983 erregten fünf Bundesabgeordneten der Grünen, unter ihnen auch Petry Kelly, einige Aufregung, als sie an der Weltzeituhr ein Transparent mit der Aufschrift „Die Grünen – Schwerter zu Pflugscharen“ entrollten und damit für Abrüstung in Ost- und West warben. Nach einer kurzzeitigen Inhaftierung kamen die Friedensbewegten aber wieder frei und durften sogar einige DDR-Bürgerrechtler treffen.

Nach dem Besuch adressierte Honecker persönlich einen Brief an die „werte Frau Kelly“, in dem er ihr versicherte, dass die Regierung in Fragen der Abrüstung „voll und ganz mit Ihnen übereinstimmt.“ Während der friedlichen Revolution einige Jahre später war die Weltzeituhr Starpunkt oppositioneller Demos, die oftmals gewaltsam von Polizei und Stasi aufgelöst wurden.

Erasure drehen Musikvideo an und auf der Weltzeituhr

Fun Fact In dem Musikvideo zu „Run to the Sun“ des britischen Synthie-Pop-Duos Erasure bewegen sich Sänger und Tänzer elegant auf den einzelnen Planeten des rotierenden Sonnensystems über der Weltzeituhr zur Musik, während sie von Passanten bestaunt und fotografiert werden. Übrigens:  Für eine Umdrehung braucht das Sonnensystem eine Minute.

Wichtige Information für den Besuch der Weltzeituhr

Anfahrt Als Knotenpunkt des Öffentlichen Nahverkehrs konzipiert, erreicht ihr den Alexanderplatz, auf dem die Weltzeituhr steht, mit so ziemlich jedem Verkehrsmittel. Sogar Regionalzüge halten hier! Präferiert ihr die U-Bahn kommt ihr mit der U2, U5 und U8 zum „Alex“, aber auch mit der S-Bahn ist die Anfahrt kein Problem. Die Linien S3, S5, S7 und S9 bringen euch genauso wie die Tramlinien M2,M4,M5,M6 sowie zahlreiche Buslinien zum Alexanderplatz und der Weltzeituhr. Solltet ihr trotz des stressigen Innenstadtverkehrs und der schwierigen Parkplatzsituation mit dem eigenen PKW kommen, findet ihr an der Otto-Braun-Straße kostenpflichtige Parkmöglichkeiten und ein Parkhaus.

In der Nähe Zunächst wäre da der Alexanderplatz selbst. Es gibt zwar schönere Plätze in Berlin, aber sowohl historisch als auch architektonisch bietet er ziemlich viel. Und der auf ihm stehende Fernsehturm ist eines der größten Wahrzeichen Berlins! Ansonsten ist die Weltzeituhr ein idealer Ausgangspunkt für euere Berlin-Tour– Richtung Brandenburger Tor passiert ihr zum Beispiel den Berliner Dom, das Berliner Schloss, die Museumsinsel und viele weitere Sehenswürdigkeiten.

Souvenir Ihr wollt die Weltzeituhr am liebsten selbst bei euch tragen? Keine Sorge, es gibt das Berliner Wahrzeichen auch als Taschenformat. Ob als Schlüsselanhänger, Miniaturausgabe oder klassisch als Tasse – im offiziellen Online-Shop der Weltzeituhr* könnt ihr eure persönliche Uhrenanlage kaufen. Mit dem Rabattcode „tipBerlin“ erhaltet ihr 10% Rabatt auf euren Einkauf.

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