Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 18. Februar

© Yugoslav Film Archive

Kad budem mrtav i beo (When I am Dead and Pale) (Forum)

Jugoslawien 1967: Ein junger Sänger geht auf Tournee, allerdings folgt er dabei nicht einem Programm von Konzertveranstaltern, sondern der wilden Logik des Lebens. Er folgt dem Zufall, singt mal hier, mal dort, wechselt die Frauen und die Milieus, und schließlich steht er in Belgrad auf der großen Bühne einer Casting-Show – man kann sich in etwa ausdenken, wie das ausgeht. Das jugoslawische Kino ging zu der Zeit, in der Zivojin Pavlovics raues Meisterwerk entstand, gerade durch eine Aufbruchsbewegung, vor deren Energien dieser Film fast birst – zugleich steckt in „When I am Dead and Pale“ aber auch ein neorealistisches Melodram. Ganz große Wiederentdeckung. Bert Rebhandl
18.2., 22 Uhr, Akademie der Künste

© Sabine Lancelin

Our Madness (Forum)      

Eine Frau in Mozambique verlässt eine psychiatrische Anstalt und sucht ihren Mann und ihren Sohn. Die Familie findet zwar wieder zusammen, allerdings in einem Zustand, den man vielleicht als posttraumatisch, auf jeden Fall aber als traumähnlich bezeichnen könnte. Joao Viana zeigt dem nachkolonialen afrikanischen Kino hier einen visionären Weg: In immer wieder atemberaubenden Bildkompositionen und mit einer grandiosen Tonlandschaft verbinden sich hier verschiedene Phasen der Geschichte der ehemaligen portugiesischen Kolonie zu einem Bildtonkunstwerk, das uns noch lange beschäftigen wird.  Bert Rebhandl
18.2., 12:30 Uhr, Arsenal 1

© Abdolreza Nikou

Hojoom (Invasion) (Panorama)   

Es ist ein kaum zu vermeidender Reflex, bei Filmen aus autokratischen Regimen wie dem Iran, zumal wenn sie auf westlichen Filmfestivals laufen, nach unterschwelligen politischen Botschaften zu suchen. Was bei Shahram Mokris ebenso faszinierendem wie enigmatischen Verwirrspiel nicht leicht fällt: In einer kontinuierlichen Einstellung, die in den verwinkelten Gängen und Räumen einer Turnhalle wechselnde Figuren verfolgt, beschreibt der Film die Versuche, einen Mord nachzustellen, um Spuren, um Antworten zu finden. Doch je mehr die Polizei und mit ihr der Zuschauer erfährt, desto stärker liegt ein Nebel über den Ereignissen, bis die Wahrheit kaum noch zu erkennen ist. Michael Meyns
18.2., 20:15 Uhr, Cinestar 3

Achtung: Die Kinos haben jeweils noch ein Kartenkontingent an der Kinokasse. Wenn die Karten online ausverkauft sind, gibt es also noch die Möglichkeit, direkt vor den Vorführungen an Tickets zu kommen.

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