Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 19. Februar

© Kahuuna Films GmbH / Sebastian Lempe, Mario Krause

303 (Generation 14plus) 

Sie reden und sie streiten sich, die beiden jungen Menschen in Hans Weingartners Roadmovie. Beide zur selben Zeit auf dem Weg in den Süden, sie unterwegs zum Vater ihres ungeborenen Kindes, unsicher, ob sie es denn überhaupt bekommen soll. Er unterwegs zu seinem leiblichen Vater, den er noch nie gesehen hat und von dessen Existenz er erst vor kurzem überhaupt erfahren hat. Da wird leidenschaftlich debattiert über Kinder und Darwin, über die Zukunft der Menschheit und die eigene Befindlichkeit. Das kann man enervierend finden; aber man kann sich auch darauf einlassen und sich an die Filme Eric Rohmers erinnert fühlen. Frank Arnold
19.2., 15:30 Uhr, Cubix 8

Quelle: Deutsche Kinemathek

Shadow of the Vampire (Hommage) 

Die Dreharbeiten von Friedrich Wilhelm Murnaus (gespielt von John Malkovich) Klassiker „Nosferatu“ imaginiert E. Elias Merhige in seinem originellen Film: Was wäre, wenn Hauptdarsteller Max Schreck (Willem Dafoe) kein Mensch, kein Schauspieler ist, sondern tatsächlich ein Vampir? Auf besonders intensive Weise greifen hier also Realität und Fiktion ineinander, man könnte es auch als besonders überzeugendes Method Acting verstehen. Für seine Darstellung war Willem Dafoe, der in diesem Jahr den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk erhält, für den Oscar nominiert. Michael Meyns
19.2., 19:30 Uhr, Zeughauskino

© Glory Film / Julian Krubasik

Die defekte Katze (Perspektive)  

Einer der schönsten Filme der diesjährigen Perspektive Deutsches Kino ist das Debüt von Susan Gordanshekan, einer im Iran geborenen Regisseurin, die aber seit langem in Deutschland lebt. Zwischen zwei Welten spielt auch ihr Film, der von Masoud erzählt, einem aus dem Iran stammenden Arzt, der in Deutschland lebt, aber auf traditionelle Weise eine Frau findet. Was heißt: Er heiratet Mina, ohne sie wirklich zu kennen, holt sie aus dem Iran zu sich in eine neue, unbekannte Welt, in der sich Mina allerdings von Masouds Erwartungen emanzipiert. Ein genau beobachtetes, feinfühliges Drama, in dem die Liebe erst kommt, als die Ehe schon fast gescheitert ist.  Michael Meyns
19.2., 12:30 Uhr, Colosseum

Achtung: Die Kinos haben jeweils noch ein Kartenkontingent an der Kinokasse. Wenn die Karten online ausverkauft sind, gibt es also noch die Möglichkeit, direkt vor den Vorführungen an Tickets zu kommen.

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