Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 20. Februar

© 6 Seasons Productions

Gurrumul (Special)    

Als Geoffrey Gurrumul Yunupingu im letzten Jahr starb, war das für die Musikwelt der Aboriginals ein schwerer Verlust. Mit seinem Tod verlor die Kultur der australischen Ureinwohner nicht nur ihre größte, sondern auch ihre bis heute weltbekannteste Stimme. Gurrumul, so sein Künstlername, ist pure Präsenz. Er war groß wie ein Bär, von Geburt an blind, aber gesegnet mit einer engelsgleichen Singstimme. Der Dokumentarfilm von Paul Williams lotet geschickt das Spannungsfeld zwischen der Spiritualität seiner traditionell inspirierten Musik im Gegensatz zum Mainstream der westlichen Popkultur aus. Andreas Döhler
20.2., 18 Uhr, Cubix 8

© INSTITUTE / Lauren Greenfield

Generation Wealth (Panorama) 

Seit 25 Jahren dokumentiert Lauren Greenfield in ihren Fotografien die pervertierten Auswüchse des American Dream: Geldgier, Konsumgeilheit, Schönheitswahn. „Generation Wealth“ zieht Bilanz und forscht zugleich Greenfields eigener Obsession nach, mit der sie rastlos, die Kamera immer im Anschlag, dem Siegeszug des Materialismus hinterher jagt. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer, erschreckender, polemischer und sentimentaler Absturz von der Welt der Schönen und Reichen in die der Armen und Hässlichen. Am Ende steht zwar nur die altbekannte These im Raum, dass Geld allein nicht glücklich macht, aber von dort aus lässt es sich auch alleine weiter denken. Alexandra Seitz
20.2., 12 Uhr, Cinestar 7

Quelle: Deutsche Kinemathek

Das Lied vom Leben (Retro)

Eisenstein lässt grüßen: Die Montagetechnik des russischen Revolutionskinos ist auch mehr als zehn Jahre später in diesem frühen deutschen Tonfilm das entscheidende Stilmittel. Großaufnahmen der Münder von kauenden, wohlsituierten Menschen verdichten das soziale Gefälle der Weimarer Republik. Eine junge Frau flieht von hier, will sich das Leben nehmen, findet aber neuen Lebensmut. Von da an wird der Film zu einer Hymne an das Leben, beschworen in Bildern des jungen Paares, von Tier- und Naturaufnahmen und vor allem auch mit den Liedern von Ernst Busch. Auch wenn sich am Ende ein höchst traditionelles Bild von Mann und Frau auftut: in seiner Dynamik eine schöne Ausgrabung. Frank Arnold
20.2., 15 Uhr, CinemaxX 8

Achtung: Die Kinos haben jeweils noch ein Kartenkontingent an der Kinokasse. Wenn die Karten online ausverkauft sind, gibt es also noch die Möglichkeit, direkt vor den Vorführungen an Tickets zu kommen.

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