Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 21. Februar

Quelle: Deutsche Kinemathek, © Heinrich Gärtner

Song. Die Liebe eines armen Menschenkindes (Retro)

Zu den absoluten Größen der deutschsprachigen Filmkunst gehört Richard Eichberg vielleicht nicht. Doch seit seinem Debüt als Regisseur im Jahr 1915 wusste er sein Publikum stets gut zu unterhalten: Eichberg filmte sich munter durch alle Genres und hatte dabei insbesondere das Abenteuerliche, Triviale und Exotische fest im Blick – er wusste genau, was ankam. In dem Melodram „Song“ (1928) spielt Hollywoods chinesischer Glamourstar Anna May Wong eine Tänzerin im Hafenmilieu, die sich unglücklich verliebt und schließlich ums Leben kommt. An ihrer Seite schafft sich Heinrich George so richtig hinein in Liebe, Leidenschaft und Eifersucht. Lars Penning
21.2., 21:30 Uhr, Zeughauskino

© Imperativ Film

Den‘ Pobedy (Victory Day) (Forum) 

Es braucht einen Film wie „Den’ Pobedy“ („Victory Day“), um einer Berliner Gedenkstätte wieder das zu geben, wofür es errichtet wurde: im Gedenken das Nachdenken anzustoßen. Das Sowjetische Ehrenmal wird alljährlich am 9. Mai, dem Tag des Sieges, zum Schauplatz eines großen Treffens von Menschen, die den Sieg der Roten Armee über das Naziregime feiern – Stalinverehrer und Patrioten in Uniform, Spinner, Nachdenkliche, Selbstdarsteller. Und es wird gefeiert, mit Musik, Tanz, Wodka. Der ukrainische, in Berlin lebende Filmregisseur Sergei Loznitsa hat das Geschehen von morgens bis abends chronologisch begleitet; dazwischen geschnitten sind die heroischen Kriegsszenen des Ehrenmalreliefs, von der Kamera abgetastet. Unmöglich, sich diesem Strom aus Feiern und Gedenken, Ideologien und Narzissmen, unterschiedlichsten Lebenslinien und Entwürfen und der Geschichte Berlins zu entziehen. Stefanie Dörre
21.2., 13:45 Uhr, Cinestar 8

© Ashley Connor

Madeline’s Madeline (Forum) 

Ob Madeline tatsächlich psychische Probleme hat oder nur ein Grenzen auslotender Teenager ist, bleibt offen. In jedem Fall ist sie wild und ungestüm und droht zwischen der erstickenden Überfürsorge ihrer Mutter und den mitunter fahrlässigen Herausforderungen durch die Leiterin ihres Theaterworkshops den Weg zu verlieren. Josephine Decker bildet dieses Schwanken nicht nur mit einer ständig in Bewegung befindlichen Kamera ab, sondern auch über vielfach ineinander geschachtelte Realitäts- und Spielebenen. Resultat ist ein permanentes Hinterfragen der Wahrnehmung von Akteuren wie Zuschauern, eine Reflexion über Motive, Interessen und Tat.     Alexandra Seitz
21.2., 16:30 Uhr, Delphi

Achtung: Die Kinos haben jeweils noch ein Kartenkontingent an der Kinokasse. Wenn die Karten online ausverkauft sind, gibt es also noch die Möglichkeit, direkt vor den Vorführungen an Tickets zu kommen.

Kommentiere diesen Beitrag