Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 23. Februar

© Shakedown Film

Shakedown (Panorama)        

Es ist eine ziemlich spezielle Underground-Szene in Los Angeles, die hier in Interviews, anhand von Postern und Flyern sowie mit wackeligen Originalaufnahmen porträtiert wird: Gogo-Dance- und Stripshows für ein vornehmlich afroamerikanisches, vornehmlich lesbisches Publikum. Die Hintern wackeln und die Schöße glühen – und dann kommt die Polizei und macht dem unheiligen Treiben ein Ende. Es ist seltsam, Frauen mit weit gespreizten Beinen sich am Boden wälzen zu sehen, auf die andere Frauen Ein-Dollar-Noten herabregnen lassen. Die Frage, ob hier nicht lediglich ein patriarchaler Ausbeutungszusammenhang reproduziert wird, muss jede für sich selbst beantworten. Alexandra Seitz
23.2., 14:30 Uhr, Cinestar 7
The Green Fog

The Green Fog (Forum)  

Es hilft, sich vor Guy Maddins „The Green Fog“ noch einmal Alfred Hitchcocks Meisterwerk „Vertigo“ anzuschauen, denn Maddins Collagenfilm ist eine Art Remake, das ausschließlich aus Filmschnipseln besteht. Dutzende in San Francisco spielende Filme hat Maddin ausgewertet und zu einer Art Meta-Kommentar des Hitchcock-Klassikers zusammengefügt. Das ist nicht nur eine ausgesprochen hübsche Idee, sondern auch eine faszinierende Studie über das Kino als Ganzes, die reduzierten Möglichkeiten einzelner Einstellungen und gleichzeitig die schier unendlichen Möglichkeiten, die im Schnitt entstehen. Michael Meyns
23.2., 11 Uhr, Cinestar 8

© YOCHO Project Partners

Yocho (Panorama)     

Eine außerirdische Invasion steht in Kiyoshi Kurosawas „Yocho“ bevor, doch schleimige Kreaturen oder aufwändige Spezialeffekte sucht man vergebens. In Menschengestalt treten die Außerirdischen auf und haben zunächst nur ein Ziel: menschliche Konzepte wie Familie oder Liebe zu verstehen. Mit einer Berührung können sie das Wissen um diese Konzepte stehlen, hinterlassen dadurch Irritation und Verwirrung, fördern aber auch eine dringend notwendige Selbstreflexion der Menschen, um die es in diesem minimalistischen, psychologischen Science-Fiction-Film vor allem geht. Michael Meyns
23.2., 16 Uhr, Cubix

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