Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 24. Februar

MISSISSIPPI BURNING © 1988 ORION PICTURES CORPORATION. All Rights Reserved.

Mississippi Burning (Hommage)    

Lange hatte Willem Dafoe den Ruf, vor allem Bösewichte zu spielen, was zeigt, wie überzeugend er auch solche Figuren verkörperte. Dabei trat er, wie in diesem 1988 gedrehten, auf wahren Ereignissen basierenden, Politthriller von Alan Parker, immer auch in ganz anderen Rollen auf: An der Seite von Gene Hackman spielt Dafoe einen idealistischen, etwas naiven FBI-Agenten, der Mitte der 60er Jahre in den amerikanischen Süden geschickt wird, um den grausamen Mord an drei schwarzen Bürgerrechtsaktivisten aufzuklären und dabei auf einen Sumpf von institutionalisiertem Rassismus stößt. Michael Meyns
24.2., 22 Uhr, CinemaxX 8

© Almudena Carracedo

The Silence of Others (Panorama)    

Spanien tut sich schwer mit seiner Vergangenheit, mit Bürgerkrieg und Franco-Diktatur. Am besten nicht darüber reden und erst recht nicht am 1977 verabschiedeten Amnestiegesetz rütteln. Sagen die einen. Carracedo und Bahar lassen die anderen zu Wort kommen und zeigen deren Kampf: um Anerkennung und Wiedergutmachung und um die in Massengräbern verscharrten Gebeine ihrer ermordeten Eltern und Geschwister. Ein unspektakulärer Film, der ohne Polemik von einer tiefen, schwärenden Wunde mitten in Europa erzählt, der die harte Arbeit wider das Verdrängen zeigt und die Hoffnung, mit der sie verrichtet wird. Alexandra Seitz
24.2., 12 Uhr, Cinestar 7

© Nubia Abe

Bixa Travesty (Panorama)        

Linn da Quebrada ist selbst für das nicht gerade unprüde Brasilien eine Herausforderung. Als schwarze Transfrau, Künstlerin und Sängerin ist sie nicht bereit, sich in irgendwelche Geschlechtsschubladen stecken zu lassen, und seien die noch so queer definiert. Ihr Selbstverständnis ist das einer Frau mit Schwanz. In der von Machismo geprägten brasilianischen Baile Funk-Szene Brasiliens eckt sie damit häufig an, aber versehen mit einem losen Mundwerk scheut sie auch keine Konfrontation. Die Redensart „mit den Waffen einer Frau“ bekommt in dieser Dokumentation auf jeden Fall eine erfrischend neue Bedeutung. Andreas Döhler
24.2., 20 Uhr, International

Achtung: Die Kinos haben jeweils noch ein Kartenkontingent an der Kinokasse. Wenn die Karten online ausverkauft sind, gibt es also noch die Möglichkeit, direkt vor den Vorführungen an Tickets zu kommen.

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