Berlinale 2020

Berlinale-Tipps für den 27. Februar

Berlinale-Tipps für Kurzentschlossene: Unsere Autoren empfehlen an dieser Stelle täglich spannende Filme aus allen Sektionen der Filmfestspiele.

Gishiki (Forum 50)

Gishiki

Nagisa Ôshima wusste um die Macht feierlicher Familienzusammenkünfte: Kaum ein Anlass bietet eine stärkere Bündelung persönlicher wie politischer Konflikte. Und „Gishiki“ erzählt gleich eine ganze Familiensaga nur anhand von Zeremonien, die, wie Ôshima feststellte, „die besonderen Eigenheiten der japanischen Seele hervortreten“ lassen. In ihrer Abfolge erweist sich die Geschichte des Sakurada-Clans als zunehmend abgründig und pervers. Die immer absurderen Bemühungen, alte Traditionen aufrechtzuerhalten, buchstabiert der Film mit trockener Komik konsequent aus. Carolin Weidner

27.2., 10 Uhr, Arsenal 1 (Wiederholung:  29.2., 20 Uhr, AdK)


Garagenvolk (Perspektive deutsches Kino)

© Axel Schneppat/Tamtam Film

In ihrem Debütfilm porträtiert Regisseurin Natalija Yefimkina große Garagensiedlungen und ihre Nutzer in den unwirtlich kalten Gegenden des russischen Nordens: ein Rückzugsort vor allem für Männer, die dort sehr unterschiedlichen Hobbys und Beschäftigungen nachgehen. Einer hat sich – mehr oder weniger sinnfrei – mehrere Stockwerke in die Tiefe gegraben, es gibt Schrottsammler, eine Alternative Heavy Metal Band, Sportler und einen Ikonenschnitzer. Komisches, Bizarres und Tragisches verbinden sich in diesem dokumentarischen Porträt über individuelle Freiheit in einem Landstrich, der sonst nicht allzu viel Abwechslung bietet. Lars Penning

27.2., 12 Uhr, Colosseum 1 (weitere Termine: 27.2., 20.30 Uhr, CinemaxX 1; 28.2., 16.30 Uhr, Cubix 5)


The Twentieth Century (Forum)

© Voyelles Films

Guy Maddin ist diesmal nur bei den Berlinale Shorts mit einem neuen Werk vertreten, aber in seinem Landsmann Matthew Rankin hat er einen gelehrigen Schüler gefunden, der ähnlich virtuos Realfilm mit animierten Kulissen (hier in strahlenden Farben) verbindet. In seinem Langfilmdebüt erzählt er von Mackenzie King, der sich schon aufgrund seines Nachnamens verpflichtet fühlt, Herrscher des Landes zu werden. Auch wenn er in jeder Hinsicht unsympathisch ist, verkörpert der junge Mann in seinem unbedingten Willen zur Macht doch eine Figur, deren Faszination man sich nicht vollkommen entziehen kann. Frank Arnold

27.2., 19 Uhr, CinemaxX 3 ( weiterer Termin: 1.3., 17 Uhr, silent green) (Frank Arnold)


Weitere Rezensionen zum Berlinale-Wettbewerb:

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Wettbewerb: Rezension von Giorgio Dirittis „Hidden Away“ („Volevo Nascondermi“)

Wettbewerb: Rezension von Kelly Reicharts „First Cow“

Wettbewerb: Rezension von Philippe Garrels „Le sel des larmes“

Wettbewerb: Rezension von Christian Petzolds „Undine“

Wettbewerb: Rezension von Caetano Gotardos und Marco Dutras „Todos os Mortos“

Wettbewerb: Rezension von Benoît Delépine und Gustave Kerverns „Effacer l‘historique“ („Delete History“)

Wettbewerb: Rezension von Abel Ferraras „Siberia“

Wettbewerb: Rezension von Stéphanie Chuats und Véronique Reymonds „Schwesterlein“

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