Berlinale 2020

Ist die Zukunft des Kinos weiblich? Zehn spannende Regisseurinnen bei der Berlinale

In den letzten zehn Jahren gewannen nur zwei mal Regisseurinnen den Goldenen Bären. 2017 Ildikó Enyedi mit Körper und Seele und 2018 Adina Pintilie für Touch Me Not. In diesem Jahr gehen sechs Regisseurinnen bzw. Co-Regisseurinnen im Wettbewerb der Berlinale an den Start. Wir fragen an dieser Stelle, ob die Zukunft des Kinos weiblich ist und haben zehn spannende Beiträge aus verschiedenen Sektionen ausgesucht, die von Frauen gedreht wurden.

Schwarze Milch (Regie: Uisenma Borchu)

© Sven Zellner/Zellner & Borchu Film

Nachdem Uisenma Borchu in ihrem letzten Film „Schau mich nicht so an“ (2015) den ein oder anderen Biedermann mit den Ohren schlackern ließ, setzt sie ihre Erkundung der Gefilde radikaler Sinnlichkeit in Deutschland und der Mongolei fort. (Panorama)


Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist (Regie: Sabine Herpich)

© Sabine Herpich

In der Kunstwerkstatt „Mosaik“ in Berlin-Spandau fließt Kunst frei und kommt, wie sie eben kommen will. Die Behinderungen der Künstler*innen sind dabei nur ein Aspekt. (Forum)


Nackte Tiere (Regie: Melanie Waelde)

© Czar Film

Das letzte Schuljahr von fünf Freuden in der deutschen Provinz ist angebrochen. Melanie Waelde zeigt in ihrem Debütfilm Gefühle der Unbesiegbarkeit genauso wie des Verwundbar-Seins. Mit „DRUCK“-Star Michelangelo Fortuzzi. (Encounters)


The Trouble With Being Born (Regie: Sandra Wollner)

© Panama Film

Im vergangenen Jahr mit dem Preis der deutschen Filmkritik für „Das unmögliche Bild“ ausgezeichnet, widmet sich die Österreicherin nun einer Dystopie um einen weiblichen Androiden. (Encounters)


Gli appunti di Anna Azzori / Uno specchio che viaggia nel tempo (Regie: Constanze Ruhm)

© Katharina Müller

Angelehnt an eine junge obdachlose Frau namens Anna, der in Alberto Grifis und Massimo Sarchiellis gleichnamigem Film aus den Siebzigerjahren zu begegnen war, schreibt Constanze Ruhm ihre Geschichte mit künstlerischen Mitteln um, ergänzt und transformiert. (Forum)


First Cow (Regie: Kelly Reichardt)

© Allyson Riggs/A24

Nach „Meek’s Cutoff“ der zweite Western der US-Amerikanerin, der abermals mehr Wert auf die Details des Alltagslebens legt, denn auf große Dramatik. Ein Roadmovie um einen schüchternen Koch und einen chinesischen Immigranten, die gemeinsame Sache machen. (Wettbewerb)


Shirley (Regie: Josephine Decker)

© 2018 LAMF Shirley Inc.

Josephine Deckers Film über Shirley Jackson (1916-1965), Pionierin des Gothic Horror, ist kein herkömmliches Biopic. Stattdessen wird der Geist von Jacksons Werk selbst evoziert und mit Elisabeth Moss als exzessives Psychodrama verwirklicht. (Encounters)


My Name is Baghdad (Regie: Caru Alves de Souza)

© Reel Suspects

São Paulo auf dem Skateboard: Die Brasilianerin Caru Alves de Souza präsentiert Baghdad, eine 17-Jährige Skaterin, die sich als eine von wenigen Frauen in einer von Männern dominierten Kultur beweist. (Generation)


Les passagers/ El Ghorba (Regie: Annie Tresgot)

Les passagers/ El Ghorba, Regie: Annie Tresgot

Annie Tresgot, die zahlreiche Filme von Jean Rouch geschnitten hat, begleitet in „Les passagers“ (1971) Rachid, der als 18-Jähriger aus Algerien nach Frankreich emigriert – wie jährlich 35 000 andere mit ihm. Ein Porträt, aufgenommen zwischen 1968 und 1970. (Forum Jubiläumsprogramm)


Aufzeichnungen aus der Unterwelt (Regie: Tizza Covi und Rainer Frimmel)

© Vento Film

Ein „Sittenbild österreichischer Nachkriegsgeschichte“ entwerfen Tizza Covi und Rainer Frimmel in ihrem Dokumentarfilm. Mit dabei: das Milieu der Wiener Unterwelt, samt Kurt Girk und Alois Schmutzer. (Panorama)

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