Berliner Bargeflüster

JKandzoraPersönlich gehe ich nicht oft zu Lesungen, da ich lieber selbst lese. Also nicht laut, sondern leise. Das mit dem Theater finde ich aber wunderbar. Wenn ich frei habe, gehe ich sehr gern ins Theater. Ich gehe oft ins Deutsche Theater oder in die Volksbühne, mag aber auch kleinere Bühnen. Ich mochte das Eigenreich in der Greifswalder Straße sehr. Das musste vor kurzem einer luxuriösen „Office-Loft-Herberge“ weichen. Sie haben wirklich tolle Sachen auf kleiner Bühne aufgeführt, in den Saal haben nur knapp fünfzig Zuschauer gepasst. Ich gehe nicht wirklich oft in Clubs. Im Soulcat ist das anders. Ein paar meiner Kollegen haben hier sogar mal ein Geburtstagspicknick für mich veranstaltet. Ursprünglich sollte es in der Hasenheide stattfinden. Dort waren wir Minigolfen. Fünfzehn Leute und jeder hat allein gespielt. Ein paar von uns wollten, dass wir Teams bilden, aber das hat die Mehrzahl nicht interessiert. Drei Stunden später dachte dann jeder: „Oh Gott, wann hört das hier endlich auf?“ Wir waren tatsächlich vier Stunden dort. Und dann hatten wir gerade den ganzen Picknickkram aufgebaut,
da fing es zu gewittern an.

Wir sind dann kurzerhand ins Soulcat umgezogen und haben dort gegessen. Wundervoll. Wir haben das ganze leckere Essen auf einem Tisch aufgebaut und das hat sich dann bis in den späten Abend hinein ausgeweitet. Ich habe sehr oft Lust zu tanzen. Viele meiner Freunde sitzen aber gern nur rum, reden und trinken ihr Bier. Das mag ich auch, aber ich tanze eben gern. Im Soulcat kann man das entspannt miteinander verbinden. Ich komme ursprünglich aus Hamburg und habe in Leipzig studiert. Dort waren es auch immer diese speziellen Orte und Bars, die ich mir ausgesucht habe. Wo man beides konnte, seine Freunde mitschleppen, trinken, rauchen, plaudern und tanzen.

Text: Martin Daßinnies

Foto: Daniela Friebel

Julia Kandzora studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und schreibt Prosa und Lyrik. Mit ihrem Stück „In Neon“ wurde sie in diesem Jahr zu den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters eingeladen, wo ihr Stück in einer Werkstattinszenierung präsentiert wurde. Sie gibt regelmäßig Schreibkurse und Wochenendworkshops. Bei Interesse E-mail an: [email protected]

Soulcat Reichenberger Straße 73, Kreuzberg, U-Bhf. Görlitzer Straße, Di-Sa ab 20 Uhr, www.soulcat-berlin.de, Rauchen erlaubt

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