Berlins Beste

Berlins beste Delikatessenläden

Grundnahrungsmittel, darum geht es. Und darum, dem täglichen Brot so viel Aufmerksamkeit zu geben wie einem opulenten Festmenü. Viel zu aufwendig? Aber dafür gibt es ja all diese kleinen Läden, die sich mit großer Aufmerksamkeit um die guten alltäglichen Dinge kümmern. Die Butter, die Marmelade, das Öl. Die Lebensmittel kuratieren und gewiss auch ein ­Lebensgefühl. Viele dieser Läden haben ihr eigenes Thema, eine Länderküche ist es zumeist. Weswegen der Einkauf im Delikatessenladen immer auch ein kurzer Urlaub ist. Lange nicht mehr in den Alpen gewesen? Also nichts wie hin.

Vom Einfachen das Gute, Foto: Autumn Sonnichsen

Vom Einfachen das Gute
Eine Leberwurststulle oder ein Schinkenbrot, einfach, aber wenn es mit der fluffigsten, aromatischsten und handwerklichsten Leberwurst bestrichen oder mit di Norcia-Schinken beleg ist: Solche großen Kleinigkeiten sind der der kulinarische Himmel. In diesem Sinn lässt schon der Name Vom Einfachen das Gute ein kompromisloses Konzept erahnen. Rohmilchbutter, Bier, Wein, Brot, Käse, Ahle Worscht (für die Hessen unter uns das Grundnahrungsmittel), alles entdeckungshungrig kurariert für qualitätsverliebte Foodies.
Invalidenstr. 155, Mitte, Tel. 28 86 48 49, Mo–Sa 10–20 Uhr, www.vomeinfachendasgute.com

Maître Philippe & Files
Maître Philippe steht nicht nur für Käse. Da wäre noch die Charcuterie: Schinken wie der Jambon Ibaiama und Salami wie die Edelschimmel-Saucisson boneta aus dem Baskenland. Es gibt Terrinen aus der Touraine, dazu Weine von kleinen Domaines aus Portugal und Frankreich, Olivenöl aus Portugal und Spanien. Zur Abrundung: das größte Jahrgangssardinen-Angebot Deutschlands. Alleine für diese Kost aus der Konserve lohnt sich der Weg nach Wilmersdorf. Zudem regelmäßig im Sortiment: das wunderbare Brot der Bread Station.
Emser Str. 42, Wilmersdorf, Tel. 88 68 36 10, Mi–Fr 10–19, Sa 10–14 Uhr, www.maitrephilippe.de

Kebe Living
Die Kebes haben ein Händchen für richtig gute Produkte, die sie mit Aufwand in ihrer Manufaktur herstellen und im angeschlossen Kaufladen feilbieten: Rotwein-Thymian- oder Zwiebelconfit, grüne, schwarze und rote Tapenade, Birnen-Ingwer und weitere Chutneys, Himbeer-Balsamcreme, Essige, Senf, Fruchtgelées und eigene Natursalz­mischungen wie Kaffeesalz. Vieles ist bio-zertigfiziert, vegetarisch und vegan. Man sieht und schmeckt es. Dieser Weg in den Süden lohnt.
Lorenzstr. 58 (Eingang Jägerstraße), Lichterfelde, Tel. 38 10 13 90, Mo–Fr 10–18, Sa 10–14 Uhr, www.kebe.de

Butter Lindner
Darf’s ein bisschen besser sein? Schon lange bevor der Feinkost-Hype Berlin so richtig erfasste, war Lindner Esskultur, bei Alteingesessenen als „Butter Lindner“ bekannt, schon mit seinem ausgesuchten Angebot da. Vom Krabbensalat bis zur Apfeltarte kommt Vieles aus der eigenen Küche, Konditorei und Bäckerei. Rund zwei Dutzend Filialen im Stadtgebiet.
Wittenbergplatz 5–6, Mo–Sa 8.30–20 Uhr, www.lindner-esskultur.de

Alpenstueck Manufaktur
Eine kleine Alpenrepublik mitten in Berlin: Neben dem Alpenstueck Restaurant gibt es die Bäckerei und die Manufaktur. Das kleine Ladengeschäft offeriert Hausgemachtes aus regionalen Produkten: Leberkäse, Terrinen, Patés, Teigwaren wie Maultaschen, Spätzle und Schupfnudeln. Äpfel werden zu Essig oder Schmalz verarbeitet, Kürbis zu Konfitüre.
Schröderstr. 15, Mitte, Tel. 21 75 16 46, Mo–Sa 10–18 Uhr, www.alpenstueck.de

Chuchichäschtli
Um Chuchichäschtli, übersetzt „kleiner Küchenschrank“, richtig auszusprechen, muss man wahrscheinlich Schweizer sein. Sich mit Produkten der Alpenrepublik eindecken, kann man aber trotzdem. Da wären Delikatessen wie Tessiner Bergblütenhonig, der Rohwurst-Klassiker Lenzburger Bauernschüblig, Haschi-Original-Kräuterbonbons und Fondue- und Raclette-Käse, auch als Fertigmix.
Holsteinische Str. 19, Wilmersdorf,
Tel. 53 67 72 20, Mo 12–19, Di–Fr 10–19, Sa 10–16 Uhr, www.chuchichaeschtli.de

Südwind
Die Anfänge liegen in den 1980er-Jahren, damals wurde das kleine Sortiment noch direkt aus der Maremma importiert. Aus der Toskana kommt immer noch Feines wie luftgetrocknete Salami von Sambucana-Schweinen, erweitert aber um andere regionale „Leibspeisen“ kleiner Betriebe wie frische Pasta aus dem Pieont, Rohmilchkäse aus Frankreich, Pastrami aus Österreich, Knoblauch-Peter­silie-Oliven aus Spanien und Bio-Büffelmozzarella aus Brandenburg.
Akazienstr. 7, Schöneberg, Tel. 782 04 39, Mo–Fr 10–20, Sa 10–18 Uhr, www.suedwind.net

Menze Delikatessen
Gerhard Beer, selbst Vorarlberger und mittlerweile sogar Bürgermeister seiner Heimat­gemeinde Hittisau, legt Wert darauf, nur mit Bauern, Sennern und Metzgern zusammenzuarbeiten, die er persönlich kennt. Die artgerechte Haltung der Tiere und die Zukunft der kleinen Bergbauernbetriebe, darum geht es diesem alpinen Deli in der Kreuzberger Markthalle Neun. Im Angebot: Berg- und Weichkäse, Schinken und Würste, auch vom Wild, Kürbiskernöle und fassgeschlagene Butter, handwerkliches Bier und sogar Bregenzerwälder Holzschuhe.
Eisenbahnstr. 42/43 (in der Markthalle Neun), Kreuzberg, Di, Mi, Fr, 12–19 Uhr, Do 17–22 Uhr Sa 10–18 Uhr, www.menze.at

Alimentari e Vini
Italien liegt in Kreuzberg. Das beweist der urige Italo-Feinkostladen seit gefühlten Ewigkeiten. Die Regale und Körbe quellen fast über:
Weine vom einfachen Landwein bis zu großen Vinos, Pasta, Pesto, Bauernbrot, Wurst, Käse und Schinken, kurzum, was man aus Italien kennt und mehr. In der Woche (Mo-Fr 12–16 Uhr) gibt es auch einen Imbiss. Vor fünf Jahren hat Chef Giuseppe Madia in der Moabiter Arminiusmarkthalle eine Salumeria eröffnet und auch in der Marheinekehalle im Bergmannkiez bietet Alimentarie Vini eine Asuwahl seiner Produkte und einen charmanten Mittagstisch.
Skalitzer Str. 23, Kreuzberg, Tel. 611 49 81, Mo–Fr 9–20, Sa 9–16 Uhr, Imbiss Mo–Fr 12–16 Uhr, www.alimentari.de

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentiere diesen Beitrag

Kommentare