Berlins Beste

Berlins beste Wochenmärkte

In fast ­jedem Bezirk kann man sich auf einem ­Wochenmarkt mit Obst, Fisch, ­ Gemüse und Fleisch unter freiem Himmel versorgen. Eine Auswahl

© visitBerlin, Foto: Philip Koschel / flickr / CC BY-NC-ND 2.0

Boxhagener Platz

Es gibt nicht viele Märkte, auf denen man gleich den gesamten Wochenend­einkauf erledigen könnte, aber der Markt auf dem Boxhagener Platz gehört definitiv dazu. Das Gemüse kommt wahlweise vom Großmarkt, direkt vom Bauern oder sogar mit Bio-Siegel. Kuratierte Delikatessen stehen Marktstand an Marktstand mit soliden Grundnahrungsmitteln. Dazu ein paar Imbissstände und ein bisschen Nippes (dabei ist der Flohmarkt an selber Stelle erst am Sonntag).

Wochenmarkt auf dem Boxhagener Platz, Friedrichshain, Sa 8–14.30Uhr

Südstern

Der Wochenmarkt am Südstern ist einer der ältesten Ökomärkte der Stadt. Lange schon, bevor „from Farm to Table“ in aller Munde war, sind Biobauern und Produzenten aus Brandenburg Samstag für Samstag in den Kreuzberger Kiez gekommen. Auch heute erwehrt sich der Markt jed­weden Hipster-Verdachts. Neben allen bäuerlichen Erzeugnissen begeistert der Blumenstand. Zudem: mehrere köstliche Imbissangebote.

Wochenmarkt am Südstern, Kreuzberg, Sa 10–16 Uhr

Kollwitzplatz

Genau genommen werden die Märkte am Donnerstag und am Samstag von unterschiedlichen Veranstaltern organisiert. Mit ihrem umfangreichen Angebot an regionalen und biologisch produzierten Lebensmitteln sind aber beide Märkte über die Kiezgrenzen hinaus in aller Munde. Die Qualität stimmt, die Preise sind gelegentlich happig. Auch, weil der Kollwitzmarkt längst auch ein touristisches Spektakel ist. Dennoch: Zwischen Gulaschkanone und Weißwurst-Zuzler gibt es noch immer kulinarische Entdeckungen.

Ökomarkt am Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, Do 12–18 Uhr, Sa 9.30–16.30 Uhr

Winterfeldtplatz

Hier und dort ist noch immer vom Orientalischen Markt am Winterfeldtplatz die Rede. Dabei findet der Winterfeldtmarkt eine handwerkliche Lebensmittelkultur längst auch in Italien oder am Ammersee, von wo die fabelhaften Steckerlfische kommen. An anderen Ständen haben die Qualität, aber auch die Preise eher Großmarktniveau. Indes: Die Mischung macht’s, ein solider Marktklassiker.

Winterfeldtmarkt, Schöneberg, Di 8–14 & Fr 8–16 Uhr

Maybachufer

Orientalisches Ufer an Berliner Gewässer: Der Türkenmarkt bietet vor allem Produkte aus dem Mittelmeerraum, Brot, süßes Gebäck, Schafskäse und Gewürze. Obst und Gemüse gibt es oft zu besonders günstigen Preisen, die engagierte Marktleute lautstark verkünden. Neben orientalischen Snacks wie Falafel, Gözleme oder Sesamkringeln werden auch afrikanische Snacks, karibische Kakaogetränke oder Trink-Kokosnüsse angeboten. Sicher der authentischste Markt dieser Stadt.

Türkenmarkt am Maybachufer, Neukölln, Di+Fr 11–18.30 Uhr

Karl-August-Platz

Eweline, Cilena und die Rote Laura sind drei von 15 Speisekartoffelsorten bei Pipenhagens auf dem Karl-August-Markt. Seit den 1950er-Jahren verkauft Familie Pipenhagen hier schon Gemüse. Kurz: Der Markt hat eine stolze Tradition, die sich auch in den traditionellen Marktzeiten ausdrückt. Um 7 Uhr geht es los. Klassiker mit solidem Bio-Angebot und sogar einigen exotischen Entdeckungen.

Karl-August-Markt, Karl-August-Platz, Charlottenburg, Mi 7–13.30, Sa 7–14.30

Zionskirchplatz

Olivenöle vom Peloponnes, eine ­Brandenburger Blumenfrau
und das Espressofahrrad von Godshot: Der Ökomarkt auf dem Zionskirchplatz hat auch in Zeiten jener neuen Lust am einfachen, handwerklichen Essen, nichts von seiner Daseinsberechtigung verloren. Dabei hatte er am Anfang dieses Jahrzehnts einmal ganz klein angefangen. Und ist, aber genau das ist sein Geheimnis, seitdem kaum
größer geworden.

Ökomarkt auf dem Zionskirchplatz, Zionskirchplatz, Mitte, Do 11–19 Uhr

Chamissoplatz

Auf dem 1994 von Anwohnern gegründeten Ökomarkt ist Qualität nicht nur Ehrensache, sondern man kann sich darauf verlassen. Es gibt Schafsmilchprodukte aus der Lausitz, direkt daneben Teltower Rübchen vom gleichnamigen Biohof, nebenan kann man das Kräutersalz selbst im Steinmörtel stampfen. Ganz nebenbei gewinnt man beim Schlendern über den Markt einen guten Überblick über die gängigen Biozertifikate. Von Demeter und Bioland bis hin zum ­Verbund Ökohöfe Nordost Brandenburg ist alles vertreten.

Ökomarkt am Chamissoplatz, Kreuzberg, Sa 8–14 Uhr

Herrfurthplatz

Kleinstadtidyll unterm Kirchturm: Die Bänke und Stände vor der imposanten Genezarethkirche sind Treff für die unterschiedlichsten Kiezgestalten, Ausgangspunkt für Spaziergänge über das ehemalige Flugfeld Tempelhof oder Rastplatz nach dem Einkauf auf der lauten Hermannstraße. 15 bis 20 liebevoll dekorierte Stände. Martin, ein Bauer aus Rüdnitz, hilft gern, die Zutaten fürs sonntägliche Mittagessen zusammenzusammeln. Neben regionalen Produkten wie Imkerhonig werden Bio-Gemüse und –Backwaren, aber auch Federweißer aus Baden angeboten.

Schillermarkt, Herrfurthplatz, Neukölln, Sa 10–16 Uhr

Mexikoplatz

Ein kleiner Markt, dem man aber anmerkt, dass er mit Verstand kuratiert worden ist. Keine Dopplungen und keine Ware, die man genauso im nächsten Super-markt bekommt. Stattdessen rund zwanzig Stände in fast schon dörflicher Atmosphäre, darunter auch ein Bio-Metzger. Frische Blumen, frische Kräuter, frisches Gemüse, ein Kleinod.

Wochenmarkt am Mexikoplatz, Zehlendorf, Sa 9–15 Uhr

Die Dicke Linda

Dieser Wochen- war anfangs nur ein Monatsmarkt. Aber natürlich (!) war das neue Neukölln längst bereit für einen wöchentlichen Regionalmarkt. Das der nach jener Kartoffelsorte benannt wurde, die die Saatgut­industrie eigentlich verbieten wollte, das passt. Auf dem Kranoldplatz verkaufen Bauern ihre Ernte, und den Honig sammeln die Bienen im Kiez. Ein echter Tipp ist der Wildhandel Bublitz. Entspannte Atmosphäre, ehrliche Produkte, okaye Preise.

Die Dicke Linda, Kranoldplatz, Neukölln, Sa 10–16 Uhr

Markthalle Neun

Die Markthalle Neun ist seit Jahren der Maßstab für Street Food. Wegen der vielen tollen Restaurants, die von ihr beliefert werden. Wegen der neuen Lust am Essen, für die sie längst zum Symbol geworden ist. Dabei wird schnell vergessen, dass die historische Markthalle noch immer eine Markthalle ist. Eine mit radikal regionalem Gemüse, mit hervorragendem Käse (Alte Milch) und mit dem besten Metzger der Stadt (Kumpel und Keule). Dieser Wochenmarkt ist ein Lebensmittelpunkt.

Markthalle Neun, Eisenbahnstraße 42/43, Kreuzberg, Di–Fr 12–18 Uhr, Sa 10–18 Uhr

Arminiusmarkthalle

Rosa Lisbert, Lucha Libre, Habe die Ehre – gastronomisch haben sich in der Arminiusmarkthalle zu­letzt einige Entdeckungen aufgetan. Das Marktangebot kann da noch nicht mithalten. Es erinnert noch immer eher daran, was die Berliner Markt­hallen einmal waren: ein Einkaufs­bummel für Nostalgiker. Immerhin der Gemüsestand im Mittelgang ist eine wirkliche Empfehlung. Genauso wie die Atmosphäre in diesem freistehenden Gründerzeitbau.

Arminiusmarkthalle, Arminiusstarße 2–4, Moabit, Mo–Sa 8–20 Uhr

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