Kino & Film in Berlin

Bert Rebhandl kommentiert: Verfahren

Der tip-Filmredakteur verfolgt die Vorgänge rund um die Neubesetzung der DFFB-Leitung sehr genau und schaut dabei mit zunehmendem Respekt auf die Studierenden.

Bert Rebhandl

In Sachen DFFB stehen der Senat, das Kuratorium und die Akademie wieder dort, wo nach dem Abschied von Jan Schütte alles schon einmal war: auf Anfang einer Suche nach einer neuen Leitung. In dieser Situation gaben die Studierenden vergangene Woche eine Pressekonferenz. Vier Vertreter, zwei Frauen, zwei Männer, denen ich eineinhalb Stunden mit zunehmend größer werdendem Respekt dabei zusah, wie sie sich um Politik bemühten. Politik ist ja nicht zuerst Personalpolitik, sondern die Klärung von Verfahren. Einer ungeduldigen Öffentlichkeit ist das nicht immer leicht zu vermitteln, und ich musste auch ein bisschen an die Vorurteile denken, mit denen sich die neue Linke, wo sie nicht wie bei Blockupy sachbeschädigend direkt wird, manchmal konfrontiert sieht: dass sie zu langsam ist.
Dabei ist es doch so: Die Studierenden, die die DFFB gerade auf eine hochinteressante Weise neu politisieren (und zwar deutlich anders als die Generation von 1968), haben so viel gleichzeitig zu tun, dass es eigentlich erstaunt, dass sie nicht längst resigniert haben. Aber sie haben offensichtlich etwas vor Augen, was ihnen in dem Beharren auf nachvollziehbare Abläufe und plausible Kriterien möglicherweise selber erst klar wird: dass sie gerade die Grundlagen für eine neue DFFB legen, deren Potenzial den zuständigen Berufspolitikern und Funktionären hoffentlich nicht verborgen bleibt. Obwohl genau das zu befürchten ist.

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